Archiv für den Monat Mai 2021

Rhetorische Stilmittel 1

Alles eine Frage des persönlichen Stils – oder doch nicht?

_______________________

Wozu braucht man das überhaupt?

Gehört das nicht zur Lyrik?

Stilmittel gehören seit der Antike zur Rhetorik, bereits Aristoteles und Cicero haben verschiedene rhetorische Figuren in ihren Texten beschrieben (gelesen habe ich nur „De oratore“ von Cicero). Mit ihrer Hilfe kann man einen Text gestalten, ihn formen und interessant machen, man kann Tempo hinein bringen, Spannung durch Verknappung aufbauen und neue sprachliche Bilder entwerfen, um aus den gewohnten und langweiligen Bahnen auszubrechen.

Nicht nur die Lyrik benutzt diese Stilmittel, wobei es in der Lyrik noch anderes gibt, doch in dieser Beitragsreihe halte ich mich an die erzählende Literatur.

Rhetorik ist etwas, das man lernen kann und auch sollte, wenn man sich mit Texten beschäftigt oder auch beruflich viel reden muss. Man gewinnt Sicherheit beim Sprechen, die Ausdrucksformen werden vielfältiger – man wird interessanter.

Bringen wir Farbe in die Sprache und gestalten sie mithilfe der rhetorischen Figuren und Tropen vielfältiger.

Ein kurzer Exkurs zur Begriffserklärung, dann wird es praktischer:

Man teilt die Stilmittel in Figuren und Tropen ein. Figuren bedienen sich der Syntax (= der Reihenfolge der Zeichen) und Tropen der Semantik (= Bedeutung der Zeichen).

Figur:

Die rhetorische Figur hat sich aus der antiken Dicht- und Redekunst entwickelt. Zahlreiche Figuren schmückten damals bereits die Texte, um zu betonen, zu verdeutlichen – etwas darzustellen. Der Name figura kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie plastisches Gebilde – in unserem Fall eine plastische Umgebung zu beschreiben, sie dem Leser/der Leserin so nahe zu bringen, dass er/sie vor dem geistigen Augen sehen kann.

Tropus:

Beim Tropus weicht das Gesagte vom Gemeinten ab.

Da ich keine Literaturwissenschaftlerin bin, gehe ich nicht näher auf das Thema ein, das können andere Leute sehr viel besser und interessanter. Einfach abschreiben möchte ich nämlich nicht.

Ich beginne mit den (für mich) wichtigsten Stilmitteln:

Metapher

Sie gehört zu den Tropen. Das eigentliche Wort/Wortgruppe wird durch einen bildhaften Ausdruck ersetzt. Sie hat keine besonderen Merkmale und lässt sich am besten durch Übung bzw. Lesen von Beispielen erlernen. Es ist wohl das am meisten verwendete Stilmittel überhaupt, sei es in der Alltagssprache, der Politik, der Werbung und vor allem der Literatur, abgesehen vom Vergleich.

Beispiel:

  • Analogie in der äußeren Gestalt: z. B. Glimmstängel, Flaschenhals, Fettauge
  • mit ähnlicher Funktion: z. B. Stuhlbein, Motorhaube
  • ineinanderfließen von Vorstellungen: Gesang der Wellen, Heulen des Sturms, Wolkenschlacht

Die eben verwendeten Metaphern haben Einzug in die Alltagssprache gefunden und sind dort gar nicht mehr wegzudenken. Wer würde sich bei Briefkopf noch Gedanken über Metaphern machen oder bei der Motorhaube?

Manche Metaphern verblassen mit der Zeit und werden zur Gewohnheit, ihnen wohnt nicht mehr der Reiz des Neuen inne. Kaderschmiede, Adlerauge, Katerfrühstück, gebrochenes Herz und noch viele mehr, sind kaum noch als Metaphern zu erkennen.

Die Schwierigkeit bei der Erfindung neuer Metaphern ist die Verständlichkeit. Wird ein Bild zu fremdartig, erkennt es der Leser nicht mehr und der Text wird unverständlich und langweilig, anstatt zu unterhalten. Aber auch die Verwendung zu abgedroschener Metaphern birgt die Gefahr der Langeweile in sich, denn sie vermittelt dem Leser die eigene Fantasielosigkeit.

Im Gegensatz zum Vergleich, kommt die Metapher ohne jedes weitere erklärende Wort aus.

Vergleich

Mit dem Vergleich (= Figur) verstärkt man eine Aussage, untermalt sie und stellt sie bildhaft dar. Zur Einleitung gibt es immer die Vergleichspartikel „wie“ oder „als“.

Beispiele:

Sie ist scheu wie ein Reh, kratzbürstig wie eine Katze.

Der Mond leuchtet wie eine helle Lampe in finstrer Nacht.

Nora ist so schlau wie ein Fuchs.

Clemens ist so stark wie ein Löwe.

Ihr Haar glänzte im Schein der frischen Morgensonne wie das Gold auf den Feldern. (Hier haben ich einen Vergleich und eine Metapher eingebaut, da das Gold auf den Feldern das reife Getreide meint. Somit kennt sich jeder aus und weiß, dass sie blond ist.)

Laurenz lief so schnell wie der Wind, doch Timo war schneller als er.

Der Wind fuhr Laurenz in die Beine, er trug ihn mit sich, doch Timo ritt auf den Wellen des Sturms und überholte ihn bereits nach der zweiten Kehre.

Ich denke die Beispiele sprechen für sich.

So weit zu der kleinen Einführung in die Stilkunde. Es werden in unregelmäßigen Abständen noch weitere Stilmittel folgen.

Ich hoffe, ihr habt Spaß daran.

Artgerechte Preisgestaltung

Immer wieder, wenn eine Veröffentlichung ansteht, mache ich mir zu diesem Thema meine Gedanken. Auf diversen Plattformen gibt es die Möglichkeiten, sein selbstpubliziertes Werk zu Dumpingpreisen oder gar kostenlos anzubieten – aus marketingstrategischen Gründen, um bekannter und überhaupt gelesen zu werden.

Meiner Erfahrung nach werden diese E-Books nur so lange heruntergeladen, wie sie gratis zu bekommen sind. Danach ist Essig.

Bei Printbuchaktionen läuft es ähnlich ab.

Ich finde, diese Dumpingpreise sind nicht zielführend. Im Gegenteil, die Geiz ist geil Mentalität, die sich auf dem Buchmarkt breitmacht, zerstört mehr als sie hilft.

Wovon soll der Autor/die Autorin das Lektorat, das Korrektorat, die Covergestaltung und alle andere bezahlen, das noch dazukommt. Selfpublisher gehen in Vorleistung und man kann froh sein, wenn am Ende des Jahres ein Nullsummenspiel herauskommt. Qualität kostet, das sieht man auch beim Druck und der Bindung. Billigste Qualität bekommt man schnell irgendwo her, aber dann darf man sich nicht wundern, wenn der Druck nicht passt oder sich einzelne Seiten aus der Bindung lösen.

Ich habe für mich entschieden, kein Printbuch mehr unter 10 Euro zu verkaufen. Warum?

1. das Lektorat kostet etwas

2. das Cover kostet etwas

3. mein SP-Dienstleister kostet (ja, ich hab nicht den billigsten, aber den mit dem besten Service, made in A)

4. ich möchte nicht in der Schuldenfalle versinken, nur weil ich Schriftstellerin bin

Was biete ich?

1. Gute Qualität

2. Gute, nicht angepasste Geschichten, die vielleicht nicht für jedermanns Geschmack sind, aber ein Blick über den Tellerrand schadet bestimmt nichts

3. biologisch einwandfrei gehaltene Lektoren, Designer und andere Dienstleister, die fair entlohnt werden

4. eine in Freilandhaltung lebende Schriftstellerin, die ist ökologisch abbaubar und schaut auch, wie nachhaltig andere produzieren.

Was bei Lebensmittel funktioniert sollte auch im Buchmarkt gelten – fair trade – zahlt für die Bücher, die ihr lest (ausgenommen Bibliotheken). Schriftsteller leben nicht von Luft und Fantasie – ja, das ist jetzt ganz was Neues. 😉

So gesehen sind meine Bücher nicht gerade die günstigsten, aber wenn man alles bedenkt, decken sie gerade mal eben so die Kosten – die Werbung und die Zeit, die ich weiter investiere, nicht mitgerechnet.

Es lohnt sich, etwas zu kalkulieren und sich ein paar Fragen zu stellen (die Arbeitszeit lasse ich jetzt außen vor)

– was kostet das Lektorat, das Korrektorat?

– was kostet das Cover?

– was kostet der Druck?

– was kostet die ISBN?

– was kostet der Vertrieb?

– was muss ich für Werbung aufwenden? (Flyer, Lesungen, Lesezeichen, Postkarten …)

Wenn man das alles zusammenrechnet, dann kommt man schon auf ein hübsches Sümmchen, das erst einmal wieder herein gewirtschaftet werden möchte. Jeder Buchhalter würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn er so schlecht kalkulierte Preise betrachtet. Klar sind Aktionen eine Möglichkeit, um sich bekannt zu machen.

Aber wie lange soll das laufen?
Wie geht es danach weiter?
In wie fern können diese Aktionen den weiteren Verkauf ankurbeln?

Lesungen sind auch so ein Kapitel

Im Moment fallen viele Livelesungen noch flach, was immer eine gute Möglichkeit ist, neue Leser zu gewinnen. Internetlesungen bieten hier zwar auch die Möglichkeit, sein Buch vorzustellen, allerdings ist zu wenig Interaktion möglich, zu wenig direkter Kontakt zum Leser/zur Leserin, um die Neugier derartig anzufachen, damit auch Bücher gekauft werden. Der Aufwand, einen Onlineshop zu öffnen und das gewünschte Buch zu suchen, ist dann doch oft zu groß.

Das soll keine Angriff auf euch sein, meine lieben Leser und Leserinnen, ich möchte nur darstellen, warum ich meine Bücher nicht unter Wert verkaufen möchte.

Ich finde generell, nicht nur auf dem Buchmarkt, die Einstellung, dass alles möglichst billig sein muss, sehr, sehr bedenklich. Billig ohne Rücksicht auf Verluste, das macht die Menschen kaputt und auch unseren Planeten.

Am Ende möchte ich noch anmerken, dass dies meine Meinung als Einzelperson ist, die nicht geteilt werden muss. Aber vielleicht regt sie den einen oder anderen Mitmenschen zum Nachdenken an.