Archiv für den Monat Juli 2021

Making of „Der letzte Salamander“ – Recherche

Man könnte ja meinen, bei einer Science-Fiction-Geschichte, die in einer fiktiven Galaxie mit erdachten Völkern und Arten spielt, braucht man das nicht.

Natürlich musste ich nicht so viel recherchieren, wie zum Beispiel bei meinem historischen Roman „Ludus vitae“, für den ich über ein Jahr lang nur geforscht habe, um eine authentische Handlung generieren zu können.

„Der letzte Salamander“ bringt mir da den einen oder anderen Vorteil. Nichtsdestotrotz war es nötig, einige Dinge nachzuschlagen.

Insbesondere habe ich mich mit Atmosphärengiften beschäftigt, mit Bestandteilen von Reinigungsmitteln, Textilien und noch einigen anderen Dingen. Das meiste davon findet allerdings nur Randerwähnungen im Roman.

Gelesen habe ich natürlich die Ingredienzien auf Waschmittelpackungen, Seifenverpackungen, Spülmitteln, Weichspülern (das musste ich im Laden machen, weil ich keine verwende) und dann das Internet befragt, was denn diese ganzen Zungenbrecher in einer verständlichen Sprache bedeuten.

Zum Beispiel:

  • Cocamindopropyl Betaine: Es wird aus Kokosöl gewonnen; die Inhaltsstoffe im Kokosöl sind jetzt nicht so schlimm für den Menschen, allerdings muss man sich mal vorstellen, dass diese Betaine durch eine Reihe chemischer Prozesse hergestellt werden – Das ist bestimmt nicht gerade gesund für unsere Umwelt.
  • CI 19140 oder auch E102 ist ein Farbstoff in Badezusätzen und Lebensmitteln. Auch er wird chemisch hergestellt. Bedenklich muss einen dabei stimmen, dass diese Zusätze im schlimmsten Fall zu allergischen Reaktionen führen können. Hautausschläge und bei Asthmatikern Anfälle sind nicht selten.
  • Natriumlaurylsulfat oder Natriumdodecylsulfat auf den Verpackungen steht: Sodium Laureth Sulfat: Dabei handelt es sich um Tenside und Emulgatoren, die in Waschmitteln, Seifen, Duschgels, Shampoos und Zahncreme eingesetzt werden. Die Herstellung ist natürlich wieder eine rein chemische Angelegenheit. Natriumlaurylsulfat und der etwas ältere Verwandte mit dem längeren Namen wirken auf die Kleinstlebewesen im Wasser giftig.

Ich liefere keine weiteren Beispiele mehr dazu, weil ich ja niemandem den Spaß am Waschen usw. verderben möchte.

https://www.internetchemie.info/chemie-lexikon/stoffe/c/cocamidopropyl%20betaine.php

https://www.codecheck.info/inhaltsstoff/CI-19140

Ich habe mir auch angeschaut, was in Textilien so alles drinnen ist.

Das ist dann doch noch so einiges, was einen bedenklich stimmen kann. Weichmacher, Chlor, giftige Farbstoffe, das alles tragen wir auf der Haut – und wir waschen uns zum Teil auch damit. Hey, wir waschen uns mit Erdöl, wir ziehen uns Erdöl oder Kohle an. Das ist schon irgendwie – eigenartig? Aber darum geht es nicht. Ich will euch ja erzählen, was ich so alles recherchiert habe. Da ist eine der Seiten, die ich häufiger besucht habe. Wer sich dafür interessiert, kann das auch googeln.

https://www.cvg2000.de/textile_inhaltsstoffe.htm

Bild von mir

Daneben habe ich mich noch mit den Atmosphärengiften beschäftigt. Nicht nur ein Zuviel an CO2 ist für unsere Atmosphäre schädlich, sondern noch viele andere Stoffe, die wir in die Umwelt blasen. Feinstaub gehört auch dazu, denn er verdunkelt die Sonne und dann kommt der allseits bekannte Smog heraus. Aber auch Distickstoffoxid, das sogenannte Lachgas, gehört zu den Treibhausgasen und verweilt sehr lange in der Atmosphäre, ehe es abgebaut wird, nämlich an die 116 Jahre. Das ist schon eine sehr lange Zeit. Dazu kommt noch, dass Lachgas, ebenso wie Methan die Ozonschicht zerstört.

N2O wird in der Landwirtschaft durch Düngemittel freigesetzt, aber auch bei der Salpetersäuren-Produktion, der Herstellung von Nylon und der Verbrennung fossiler Rohstoffe.

https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Lachgas

https://bildungsserver.hamburg.de/atmosphaere-und-treibhauseffekt/2068640/atmosphaere-aufbau-artikel/

Bild von Ralf Vetterle auf Pixabay 

Schon krass, was man herausfindet, wenn man einen Science-Fiction-Krimi schreibt.

Aber ich habe mich auch viel mit den Auswüchsen einer reinen Marktwirtschaft, die sich auf die individuelle Freiheit stützt, beschäftigt. Dabei habe ich mir die USA als Vorbild genommen. Dazu findet man massenweise Informationen im Netz. Meine Fraktion ist dann allerdings ein reines Fantasieprojekt geworden, weil ich es abseits des irdischen Geschehens geschrieben habe. Trotzdem habe ich zur leichteren Verständlichkeit allgemeingebräuchliche Wörter, wie Demokratie, Senat, Präsident verwendet.

Der Gegenpol ist bei meiner Recherche zur Politik das indische Kastenwesen, das ich in mancher Hinsicht rigoroser und in anderer wieder einfacher dargestellt habe. Aber eines haben sie gemeinsam, in welcher Kaste du auch bist, du kommst nicht dort weg. Allerdings habe ich weniger Kasten benannt und sie haben vorrangig weniger mit der sozialen Stellung als mit den Berufen zu tun. Wie die Menschen aber so sind, hat sich das auch etwas geändert und die gesellschaftliche Bedeutung und der soziale Status hat auch die Kasten geprägt. Das beschreibe ich im Roman nicht detailliert, aber ich erwähne es an einer Stelle.

Der Rest ist meiner Fantasie entsprungen.

Ich hoffe, ihr hattet etwas Spaß an diesem Exkurs zur Recherche meines neuen Romans.

Intergalaktisches Zwischenspiel

Weltenbau des aktuellen Projekts

In diesem Beitrag möchte ich euch die Welten meines Science-Fiction-Krimis „Der letzte Salamander“ etwas näher bringen.

Nachdem mir klar war, welche Fraktionen ich in dieser Geschichte haben möchte, habe ich mich an die Planung der Umwelt gemacht – also ganz grob das Universum gestaltet.

Fraktionen

  • Politische Gruppe 1 (Umweltschutzfanatiker)
  • Politische Gruppe 2 (demokratische Vereinigung verschiedener Planeten, starker Individualismus und Kapitalismus)
  • Handelsgilde
  • Gläubige (spielen keine zentrale Rolle in dieser Geschichte

Bei der Entwicklung der Fraktionen habe ich darauf geachtet, dass besonders die politischen Gruppierungen einen krassen Gegensatz darstellen. Die Gläubigen und die Händler stellen in dieser Geschichte eher ein Beiwerk dar, allerdings sind die Finger der Handelsgilde lang.

Planeten

Zu einem ganzen Universum gehören auch Planeten, Monde – ganze Sonnensysteme. Ich habe versucht, das zu zeichnen, aber das war einfach nur zu lustig, was da herausgekommen ist. Wer ein entsprechendes Computerprogramm hat, kann sich beim Galaxienbau daran versuchen. Es ist bestimmt ein gutes Hilfsmittel.

Zur Verdeutlichung, wie ich das gemacht habe:

Bild von mir

Notizen über den Sektor, das Sonnensystem und anschließend ein paar Planeten. Das muss nicht übertrieben viel sein. Ich habe nur die Planeten genommen, wie wichtig sein könnten, ein paar Eckdaten dazu und natürlich sehr viel mehr über die Planeten, die gebraucht werden.

  • Uhuru
  • Dimtros
  • Syban
  • Edenium Prime
  • Ixilum Prime
  • VinaXym

Dazu habe ich zu jedem Planeten die Hauptorte notiert, die wichtigsten Ressourcen und welches Klima vorherrscht.

Als Beispiel nehme ich Uhuru her. Nicht jeden Planeten habe ich so gründlich beschrieben, einfach, weil ich das (noch) nicht brauche.

Zeichnung von mir, aus Weltenbauen Leitfaden für Fantasy und Sci-Fi-Autoren

Sektor: Oronat Ke’Lem

System: Kebanis

Uhuru – 3 Monde (lila Kes, orange Kela, weiß Oka)

Hauptstadt: Creson

Topografie:

1 großer Kontinent, mächtiger Gebirgszug im Süden, viele Gletscher, weiter nördlich mildes Klima mit Urwäldern. Ein großer Ozean zum Großteil mit Eis bedeckt.

Klima:

In den nördlichen Regionen kalte Winter und milde Sommer, sonst arktisch

Bodenschätze und Wirtschaft:

  • extensive Landwirtschaft und Fischerei
  • wenig Tourismus
  • extensive Forstwirtschaft
  • Neribium, Cath und Melenium; unter dem Meeresboden noch Brenngas und Unudin;  es werden kaum Bodenschätze abgebaut.
  • Wichtige Handelsgüter: Edelsteine und Kristalle

Lebensformen:

Menschen und Urwaldbewohner (Uhuru).

Interstellarer Handel:

nur wenige Güter werden importiert, der Planet versucht autark zu bleiben, besitzt aber Kolonien auf Dimtros und VinaXym.

Die Handelsgilde von Edenium Prime, Titum Van, hat ein ständiges Handelsverbot.

Kleinigkeiten:

  • 1 Jahr = 550 Tage; 11 Monate
  • 1 Monat = 50 Tage
  • 1 Woche = 9 Tage
  • abwechselnd hat ein Monat 5 Wochen, dann 6 Wochen.
  • Das Jahr 0 ist das Ankunftsjahr der Menschen auf Uhuru.
  • Aktuell: 1897

Politische Systeme

Natürlich habe ich mir auch dazu Gedanken gemacht. Darauf werde ich aber nicht zu genau einzugehen, weil ich die Geschichte nicht unbedingt verraten möchte.

Ich brauchte für beide Seiten ein machbares System und habe mir deshalb etwas überlegt, mit dem ich mich auskenne.

Wir haben einmal ein rigides Kastenwesen, das scheinbar auf dem Matriarchat beruht. Hierzu habe ich die Kasten notiert und wie das funktionieren kann. Gedankenspiele gehen immer. Was geblieben ist, habe ich mir aufgeschrieben, damit ich nachschlagen kann. Man vergisst ja so viel und es kommt wieder Neues dazu.

Einige wichtige Titel und Würdenträger dürfen in dieser Liste dann auch nicht fehlen.

Der zweite Part ist ein präsidiales, demokratisches System, nach dessen Gesetz alle Bürger die gleichen Rechte und Pflichten haben. Dem Militär und vor allem der Raumfahrt habe ich einen hohen Stellenwert beigemessen. Diese Seite hat sehr viele Kolonien oder aus angeschlossene Planten bzw. ganze Systeme, die von Statthaltern verwaltet werden. Das Regierungsoberhaupt, wird alle paar Jahre gewählt. Hier bin ich weniger ins Detail gegangen, weil jeder Planet eine andere Jahreszählung hat und ich mich mit mir nicht auf eine Standardzeit einigen konnte. Wobei in der Raumfahrt eine Standardzeit vorherrscht, der Bordtag bzw. die Bordnacht.

Nebe dem Präsidenten/der Präsidentin gibt es ein präsidiales Parlament, das aus 500 Mitgliedern besteht und auch Senat genannt wird, und es gibt den planetaren Rat, bestehend aus 100 Mitgliedern von statthalterlich verwalteten Planeten. Daneben gibt es noch einzelne Regierungsverwaltungen auf den Kontinenten bzw. gewissen Unterwasserregionen.

Die Namen der Dinge und was es so an Technik gibt

Ja, auch das muss man bei einer eigenen Welt bedenken. Es soll ja nicht alles, wie auf der Erde heißen, schließlich kommt die in diesem Roman nicht vor.

Einige Beispiele:

  • Bynarpudding: sehr süße und überaus leckere Speise
  • Salzbäume: wachsen auf VinaXym in Nähe des rosa Ozeans; eine autochthone Pflanze, die es nirgends sonst gibt.
  • Funkelalgenbüsche: Meerespflanzen auf Syban, gelten als Delikatesse
  • Wiridol: Medikament, beruhigend, sedierend, mildert Krampfanfälle
  • Vocator: Lautsprecher in Helmsystemen

Und natürlich gibt es noch sehr, sehr viel mehr. Einige meiner Notizen sind nicht in den Roman eingeflossen, andere habe ich mir später noch ausgedacht.

Wer sich wundert, warum hier nichts über Religion steht, dem sei gesagt, dass Religion eine so kleine Nebenrolle spielt, dass sie kaum auffällt. Aber es gibt Religion, die in Form der Sternenweisen von Ixilum Prime auftreten und ihren Glauben predigen.

Das war es so weit zum Weltenbau des Uhuru-Universums. Ich hoffe, ihr hattet Spaß dabei. Erscheinen wird der Roman im September 2021

Wer noch mehr über den Weltenbau erfahren möchte und welche Gedanken ich dazu habe, den empfehle ich mein Buch:

Viel Spaß beim Lesen und beim Erstellen eigener Welten!

Pressearbeit – Pressebericht

Das Buch ist fertig!
Juhu!!!
Es ist im Handel zu haben!
Die Freude ist riesengroß!

Bild von Hands off my tags! Michael Gaida auf Pixabay 

Aber, um die Reichweite zu erhöhen, könnte man ja auch damit in die Zeitung kommen. Wie schön ist es, sich und sein Werk in den Medien zu sehen. Wie stellt man es an, um es bis dorthin zu schaffen? Das ist oft wirklich die große Frage. Ich habe mich das auch gefragt und das Internet durchforstet. Danach bin ich handgreiflich geworden und hab mein Smartphone und auch die Redakteure mit meinen Anrufen malträtiert.

Wie ich das gemacht habe und was ich bei einem Workshop noch dazu gelernt habe – um nicht ganz als lästiges Insekt zu gelten – habe ich in diesem Beitrag zusammengefasst.

Die Schritte bis zum Interview

  • Zeitungen suchen, die zum Buch passen. Regionalmedien gehen immer, weil sie gern über Geschehnisse und Personen aus der Region berichten. Bei einem Reisebericht eignen sich Reisemagazine, bei einem Ratgeber für irgendwelche Krankheiten auch Ärzte- oder Pflegezeitschriften, ein Buch über bestimmte Sportarten schreit doch nach einem Sportmagazin.
  • Impressum durchforsten und sich die richtigen Ansprechpartner heraussuchen.
  • Pressebericht schreiben oder anrufen. Anrufen ist eine Alternative, aber es kann sein, dass man gar nichts erreicht.

Einige dieser Punkte beleuchte ich auch in diesem Artikel, den ich für den Blog von Mymorawa geschrieben habe: Wie komme ich als SelfpublisherIn in die Zeitung

In diesem Blogbeitrag werde ich mich näher mit dem Pressebericht beschäftigen. Das ist dann doch noch eine etwas kniffligere Sache, weil es ein paar Dinge zu beachten gibt, die man wissen sollte, ehe man sich an dieses Wagnis heranmacht. Der/die zuständige Redakteur/in soll die Mail ja nicht in den Spamordner verschieben, sondern lesen.

Vor einiger Zeit habe ich einen Workshop von Mymorawa besucht und einiges darüber erfahren und gelernt, was ich euch nicht vorenthalten möchte.

Die ersten Punkte sind gleich wie oben.

Bei der Auswahl der Medien gibt es noch den Erscheinungstermin zu beachten. Es lohnt sich kaum, ein, zwei Tage vor Redaktionsschluss anzurufen oder eine E-Mail zu schreiben, weil das im Redaktionsstress untergehen würde. Also gilt es, auch darauf zu achten, um nicht unnötig Stress zu verursachen. Wenn die Zeitung mittwochs erscheint, bietet es sich an am Donnerstag oder Freitag die E-Mail zu verschicken oder dort anzurufen.

Man kann auch auf Onlineportale bzw. -ausgabe dieser Zeitungen bauen, denn das gibt es schon bei fast allen auflagenstarken Zeitungen und Zeitschriften.

Fast jede Zeitung hat einen Kulturteil. Es lohnt sich, nach dem zuständigen Redakteur/Redakteurin zu forschen und diese persönlich anzuschreiben.

Nun zum Pressebericht

Bild von Here and now, unfortunately, ends my journey on Pixabay auf Pixabay 

Die Zeitungen sind ausgewählt, E-Mail-Adressen, Namen und Telefonnummern liegen bereit.

Jetzt muss man überlegen, ob man lieber anruft oder schreibt. Da kommt es auf die eigene Persönlichkeit an und ob man schon vorher Kontakt mit den Medienmenschen hatte.

Anschreiben geht aber immer, das kann man auch nach einem Telefonat noch erledigen und darauf Bezug nehmen. Ob Anruf oder Schreiben, auf den Redaktionsschluss ist hier zu achten.

Was man sich unbedingt vorher überlegen muss und ins Anschreiben bzw. das Telefonat gehört:

  • Gibt es Rezensionsexemplare für den Redakteur? Wenn ja, unbedingt zukommen lassen! Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.
  • Ist eine Lesung geplant. Auch das muss erwähnt werden.
  • Gratisbücher für ein mögliches Gewinnspiel anbieten.

Wie schaut so ein Bericht aus? Welchen Inhalt muss er bieten?

Auf jeden Fall muss es eine NEUIGKEIT sein. Ein Buch, das bereits seit einem Jahr auf dem Markt ist, lockt keinen mehr hinter dem Ofen hervor, so hart es klingt und so schade es in manchem Fall ist. Aber, wenn in diesem Zusammenhang etwas geschieht, dann ist es wieder neu – eine Lesung zum Beispiel oder das Buch zu einer anderen Präsentation oder Feierlichkeit passt und man dort dabei ist.

  • Kurz und präzise, nicht länger als eineinhalb Seiten (Ihr seht, ich hab den 500 Seiten starken Roman auf eine praktische Seite gepackt). Warum so kurz? Redakteure/Redakteurinnen haben wenig Zeit. Deshalb lohnt es sich, wenn man sich auf das Wesentliche beschränkt.
  • Zuerst ist die Überschrift/Headline – Hier steht schon, worum es geht, nicht mehr als ein, zwei Sätze und möglichst sachlich, aber interessant halten.
  • Vorspann/Teaser – hier heizt man die Neugier etwas mehr an.
  • Hauptteil – Der Inhalt abseits des Klappentextes, also es darf etwas mehr sein als das und bitte anders, denn den Klappentext zu kopieren, wäre doch etwas arg einfach.
  • Abschließende Informationen zum Erwerb (Preis, wo ist es zu kaufen, ISBN, Verlag) und zum Autor/zur Autorin
  • Kontaktdaten und Informationen zu weiteren Anhängen (die gehören auch ins Anschreiben).

Das hört sich jetzt ganz einfach an, ist es in der Regel auch.

Hier könnt ihr das obige Beispiel ohne Pfeilchen und Markierungen herunterladen, das ich für meinen aktuellen Roman geschrieben habe:

Das Anschreiben

Das finde ich für mich immer noch am furchtbarsten, weil ich eher der Typ bin, der anruft. Aber manchmal geht es nicht anders.

Hat man vorher schon telefoniert und kennt den Namen, dann gleich persönlich ansprechen und unbedingt Bezug auf das Telefonat nehmen, das vielleicht gleich in den Betreff schreiben. Danach nur kurz, worum es geht und was sich in den Anhängen befindet (Bilder – bitte mit Dateinamen, die ersichtlich machen, worum es geht, den Pressebericht, ev. eine Leseprobe von max. 5 Seiten). Ein Autorenportrait und ein Bild des Buchs oder beides kombiniert, in Originalgröße und als Bilddatei. Am besten ist es, man verwendet ein gängiges Format oder erkundigt sich telefonisch bei dem jeweiligen Redakteur.

Ins Anschreiben gehört auch, dass man Rezensionsexemplare hat oder Freiexemplare für ein Gewinnspiel anbieten kann, auch sonstige Goodies darf man hier gern erwähnen. Vielleicht ist der/die Redakteur/in ja eine Leseratte und freut sich dann ganz besonders über die kleine Aufmerksamkeit.

Ganz, ganz wichtig! Sowohl beim Anschreiben als auch beim Pressebericht auf Fehlerfreiheit achten!

Jetzt kommt das Schönste – DER BERICHT ERSCHEINT IN DER ZEITUNG!

Juhu!

Die Freude ist groß! (kopieren, ausschneiden, fotografieren und aufheben – ich mach das immer so, weil ich mich sooo darüber freue)

Und weil die Freude so groß ist, darf man auch nicht vergessen, sich bei dem/der Redakteur/in für den netten Bericht zu bedanken.

Wenn es sich bei dem Pressebericht um die Ankündigung einer Lesung oder Präsentation gehandelt hat, dann darf man auch ein paar Informationen über den Ablauf der Veranstaltung dort lassen. Vielleicht ergibt das ja einen neuen Bericht.

Versuch macht klug und kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.

Und hier habe ich noch ein paar Links für euch, die vielleicht nützlich sind:

Medienliste Deutschland Wikipedia

Medienliste Österreich

Medienliste Österreich Wikipedia

Viel Spaß und viel Erfolg beim Gang zu den Medien!

Rhetorische Stilmittel 4

Bild von mir

In diesem Teil beschäftige ich mich mit Wort- bzw. Wortgruppenschöpfungen, mit Lautmalerei und anderen schönen Dingen, die weniger verwirren, wenn man weiß, was das ist und wie man es richtig einsetzt. Natürlich scheint manches davon in der Lyrik besser aufgehoben, wie zum Beispiel die Alliteration, aber einen Zauberspruch verträgt jeder Magier in der Fantasy 😉

Hier sind die Stilmittel, die ich euch vorstellen möchte, keine Zungenbrecher dieses Mal:

  • Allegorie
  • Alliteration
  • Anapher
  • Oxymoron

Allegorie

Das Wort bedeutet übersetzt „verschleierte Sprache“, stammt aus dem Griechischen und gehört laut Stilkunde zu den Tropen. Die Allegorie verlangt durch die Umschreibung des Gemeinten mittels anderer Stilmittel vom Leser eine Entschlüsselung. Das kann Texte durchaus spannend gestalten, oder das genaue Gegenteil bewirken, wenn es übertrieben wird und unverständlich bleibt.

Eine Allegorie kann ein einzelnes Wort oder eine Geschichte sein, die auf etwas anderes verweist.

Manchmal sind sie schwer zu durchschauen und jeder mag etwas anderes herauslesen.

Beispiele personifizierter Allegorien:

  • Justitia für Gerechtigkeit, Gericht
  • Sensenmann für den Tod
  • Uncle Sam für die USA

Fabeln gehören zu den allegorischen Texten, ebenso Gleichnisse oder auch Satiren.

Alliteration

Sie ist ein beliebtes Stilmittel, das nicht nur den Textrhythmus vorgibt, sondern durch seine Form eine leichte Merkbarkeit erzeugt. Werbeslogans bedienen sich gern Alliterationen.

Bei der Alliteration sind die Anfangsbuchstaben bzw. -laute gleich. „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“

Bei Wörtern mit gleichem Anfangsbuchstaben aber anderer Aussprache liegt keine Alliteration vor, z.B Sonne und Straße.

Das Tautogramm ist eine Sonderform der Alliteration, denn hier werden ganze Sätze mit dem gleichen Buchstaben gebildet. Besonders Latein bietet sich hierfür an. Im Deutschen sind meist Zungenbrecher Tautogramme.

  • veni, vici, vici
  • cetero censeo Carthaginem (esse delledam)
  • Fischers Fritze fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritze.
  • Milch macht müde Männer munter. (aus der Werbung)
  • Maggie mag man (eben) (aus der Werbung)
  • Kleidung clever kaufen bei Kik (aus der Werbung)
  • geiz ist geil (aus der Werbung)
  • frisch, fröhlich, frei (neben dem Tautogramm handelt es sich hierbei noch eine Sonderform des Pleonasmus, den Hendiatris, siehe
  • Haus und Hof,
  • klipp und klar

Beim Stabreim fangen die am stärksten betonten Wörter eines Verses mit den gleichen Lauten an. Es ist ein altgermanisches Versmaß, das später vom Endreim abgelöst wurde. Der Stabreim wird nach festen Regeln gebildet. Einen Anvers, eine Zäsur und einen Abvers. Der Anvers besitzt zwei betonte Silben mit demselben Anfangsbuchstaben, während der Abvers nur eine betonte Silbe mit dem jeweiligen Anfangsbuchstaben hat. Zudem sollte das zweite betonte Wort im Abvers mit einem anderen Anfangsbuchstaben beginnen. Ein typisches Beispiel ist:

“Hildebrand und Hadubrand, zwischen Heeren zweien“ (Zeile 3 des Hildebrandsliedes aus dem 9. Jahrhundert)

Das ist jetzt nur ein kurzer Ausflug in die Lyrik.

Auch innerhalb eines Wortes kann eine Alliteration gebildet werden

  • Krimskrams
  • Singsang
  • Wirrwarr
  • Mischmasch
  • Schnickschnack
  • blitzblank
  • klitzeklein

Auffällig sind Alliterationen auch in der unterhaltenden Literatur bei Namen bekannter Helden. Z. B. die Namen der Superhelden im Alltag: Clark Kent, Bruce Banner, Peter Parker. Oder die Entenhausener Riege: Dagobert Duck, Daisy Duck, Daniel Düsentrieb, Tick, Trick und Track. Dann haben wir noch Lucky Luke und viele andere.

Anapher

Als Anapher bezeichnet man eine einmalige oder mehrfache Wiederholung eines oder mehrerer Wörter an einem Satz-, Strophen- oder Versanfang. Auch am Anfang verschiedener Satzteile kann es stehen. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Rückbeziehung“. Durch die Wiederholung kommt es zu einem Bezug an vorherige Stellen, die somit an Bedeutung gewinnen.

Die Anapher gehört zu den häufigsten Stilmitteln.

Als anaphorisch bezeichnet man einen Text, in dem häufige Wiederholungen stattfinden.

Beispiele:

  • „Scipio hat Numantia vernichtet, Scipio [hat] Karthago zerstört, und Scipio/er [hat] Frieden gebracht […]“ (Cicero)
  • “Wer soll nun die Kinder lehren und die Wissenschaft vermehren. Wer soll nun für Lämpel leiten seien Amtes Tätigkeiten? (aus dem Buch “Max und Moritz“ von Wilhelm Busch)
  • „Aufgestanden ist er, welcher lange schlief, Aufgestanden unten aus Gewölben tief. […]“ (Georg Heym: Der Krieg)

Verwandt ist die Anapher mit der Epipher, bei der die Wiederholung am Satz- bzw. Versende steht.

Beispiele:

  • Mir geht es gut. Dir geht es gut. Uns allen geht es gut.
  • „Sir Mortimer, Ihr überrascht mich nicht, erschreckt mich nicht.“ (Schiller: Maria Stuart)
  • „Doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit!“ (Nietzsche: Also sprach Zarathustra)
  • Alle sind gekommen. Susi ist gekommen, Herbert ist auch gekommen. Nur Meli ist noch nicht gekommen.
  • Die Truppen marschierten vorwärts. Mit lautem Getöse auf die Zitadelle zu. Vorwärts!

Oxymoron

Beim Oxymoron finden sich bestimmte Wortgruppen oder Wörter, die sich widersprechen. Da sie im selben Zusammenhang genannt werden, sorgen sie erst einmal für Verwirrung. Dieses Stilmittel findet sich in allen Textformen, ebenso in der Alltagssprache (Hassliebe).

Meistens werden ein positiver und ein negativer Begriff zusammen verwendet, um schwer fassbare Begriffe in Worte zu fassen.

Eine Sonderform ist das Contradictio in adiecto, hier werden ein Adjektiv und ein Substantiv für die Bildung dieses Stilmittels hergenommen (stummer Schrei).

Beispiele:

  • Hassliebe
  • bittersüß
  • stummer Schrei
  • alter Knabe
  • Ausnahmeregel
  • offenes Geheimnis
  • beredtes Schweigen
  • geliebter Feind

Besonders bekannt für die Aneinanderreihung von Oxymora ist das Gedicht „Dunkel war’s der Mond schien helle“.

Das war es auch schon wieder dieses Mal.
Viel Spaß beim Ausprobieren dieser Stilmittel.