Archiv für den Monat Februar 2022

Von Fremdwörtern und wie nötig sie sind

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Ich gebe es zu, ich liebe Fremdwörter. Im schlimmsten Fall haue ich etwas raus wie Distickstoffmonoxid (N2O) und noch viel Unlesbareres. Zum Glück für die Leser hat mir meine Lektorin damals auf die Finger geklopft und gesagt: »Du, du, schreib mal lieber Lachgas.« Nach etwas Überlegung hab ich das dann auch gemacht und sie hat recht gehabt.

Bei Fremdwörtern kommt es auf den richtigen Kontext an. Manchmal klingt es einfach nur lächerlich oder es ist ganz falsch als Synonym für etwas anderes eingesetzt.

Das heißt nicht, dass man gar keine Fremdwörter verwenden soll. Aber man soll sie erklären, der Text bzw. die Charaktere sollen die Vorlage für diese Wörter liefern. Das kann man anhand von Dialogen machen.

»Was sagen die Distickstoffmonoxid-Werte? Sind sie gestiegen?«

»Noch im Toleranzbereich. Höher darf der Lachgaswert nicht mehr werden. Wir müssen dringend eine Emissionsverringerung erreichen.«

Hier reden zwei Leute, die sich damit auskennen und bei denen es logisch ist, dass sie dieses Wort verwenden. Es sind Wissenschaftler. Hier habe ich noch das Wort Emission eingebaut, das aus dem lateinischen Wort emittere kommt und herausschicken, heraussenden bedeutet. Toleranz möchte ich auch noch als Fremdwort erwähnen, es ist ein Lehnwort aus dem Lateinischen, tolerare, das erdulden, ertragen bedeutet.

Lustig wird es, wenn Wörter, die man recht häufig hört, falsch eingesetzt oder falsch geschrieben werden oder gar deren Bedeutung völlig missverstanden oder verdoppelt wird.

Das kommt vor, wenn man

  • Sich verhört
  • Etwas falsch versteht
  • Klug erscheinen möchte
  • Etwas nachplappert (Kinder machen das gern)
  • Das Wort zwar oft gehört/gelesen hat, aber nicht wirklich verstanden

Noch einmal ein paar Beispiele:

HIV-Virus, Virus ist in dem Fall unnötig, da das V in HIV bereits für Virus steht.

Guerilla-Krieg, ist eine Verdoppelung von Krieg

Ganz krass verdoppelt ist der genozidale Völkermord. So etwas habe ich schon in Zeitungen gelesen.

Er hat sich geschickt aus der Atmosphäre gezogen. – Wenn er nicht gerade aus der Atmosphäre in den Weltraum möchte und das geschickt gemacht hat, ist das völlig falsch.

Ihre Arbeit ist effektiv. – Das ist richtig, wenn man davon ausgeht, dass sie das Ziel erreicht hat (hat sie). Es ist falsch, wenn man die Bedeutung eines anderen Fremdwortes meint, nämlich effizient, dann würde sie auch die benötigten Mittel zur effektiven Lösung einbeziehen. Durch effektive und effiziente Arbeit hat sie das Jahresziel klar erreicht.

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Fremdwörter können sich einbürgern und normal werden. So sagte bereits Goethe:

»Ich verfluche allen negativen Purismus, dass man ein Wort nicht brauchen soll, in welchem eine andre Sprache vieles oder Zarteres gefasst hat.«

Johann Wolfgang von Goethe

Er hat in seinen Ausspruch ein Fremdwort eingeflochten, nämlich Purismus, das deutsche Wort dafür ist aber auch etwas sperrig, das wäre Streben nach Spracheinfachheit.

Dann gibt es noch die Fremdwörter, die so problemlos und gedankenlos verwendet werden, weil uns nicht bewusst ist, dass es welche sind. Nur ein paar Beispiele: Fenster, Sport, Reklame …

Ich muss den Bogen zum Schreiben wieder schaffen …

Zurück zu den Dialogen und wie man Fremdwörter verwenden kann, ohne dass Fremdscham aufkommt.

Wenn man einen Charakter hat, der klug erscheinen will, vielleicht ein schwaches Selbstbewusstsein hat und denkt, andere sind viel klüger als er, der könnte unter Umständen Fremdwörter falsch verwenden oder sie ungeschickt in seine Rede einbauen.

»Guten Morgen, Fritz. Sag mal, hast du die Hybridpflanzen ordentlich hydriert? Ich hab das gestern vergessen.«

»Ich mache mir keine völlig falsche Isolierung von mir und Jens. Wir sind ein perfektes Paar.« – Wenigstens hat sie perfekt gesagt und nicht perfide 😉

Diese Beispiele nennt man Malapropismus – man kann es bewusst als Stilmittel einsetzen oder sich einfach verhört haben oder man weiß es nicht besser. In einer Geschichte setzt man sie natürlich bewusst ein, um der Figur etwas mehr Farbe zu verleihen oder auch, um ein wenig Humor in eine sonst ernste Szene zu packen. Vielleicht setzt die Figur das falsche Wort aber auch absichtlich ein, um sein Gegenüber zu verwirren. Es gibt viele Möglichkeiten, dieses Stilmittel zu nutzen.

Wie in meinem Eingangsbeispiel mit der Unterhaltung der Wissenschaftler kann man damit spielen. Ich bin trotzdem dafür, der Einfachheit halber, die deutschen Wörter zu verwenden, zumindest im Fließtext.

Beispiel:

Er scannte die Atmosphärenwerte und runzelte die Stirn. Die polychlorierten Dibenzo-p-dioxine nahmen zu. Ein Blick zu seiner Chefin zeigte ihm, dass sie es auch bemerkt hatte. Diese persistenten organischen Schadstoffe reicherten sich zunehmend in der Umwelt an.

Ich sehe die vielen Fragezeichen über den Köpfen der meisten Leser. Ich deutsche das schnell etwas ein, damit es jeder versteht, ich eingeschlossen.

Er scannte die Atmosphärenwerte und runzelte die Stirn. Die Dioxine, gefährliche Kohlenwasserstoffe, nahmen zu. Ein Blick zu seiner Chefin zeigte ihm, dass sie es auch bemerkt hatte. Diese Gifte reicherten sich zunehmen in der Umwelt an.

Man kann es sogar noch einfacher machen.

Er scannte die Atmosphärenwerte. Der Dioxingehalt nahm stetig zu und reicherte sich in der Umwelt an. Schon wieder waren die Werte gestiegen. Seine Chefin hatte das auch bemerkt. Sie mussten etwas gegen dieses Gift unternehmen.

Ich wollte keine Liste mit falsch verwendeten Fremdwörtern machen, davon gibt es ausreichend zu finden. Der Fokus dieses Beitrags soll auf deren Verwendung in Geschichten liegen.

Viel Spaß damit!

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