Archiv für den Monat März 2022

Vorlesetag 24. März 2022

Gestern hat ganz Österreich gelesen – oder nicht ganz, ein Teil davon hat zugehört. Doch die Veranstaltung war dieses Mal nicht nur auf Österreich bezogen, denn gelesen worden ist weltweit.

Der ÖSTERREICHISCHE VORLESETAG ist eine Initiative, die das Lesen wieder ins Zentrum des allgemeinen Interesses rücken will. Lesen ist der Grundbaustein unserer Kultur. Leider zeigt sich, dass die Generation „Digital Natives“ Schwierigkeiten hat, sinnergreifend lesen zu können.

Bild und Zitat: https://vorlesetag.eu/warum-vorlesen/

Viele Lesungen könnt ihr euch hier anhören bzw. anschauen: https://vorlesetag.eu/vorlesungen/ oder hier https://www.mymorawa.com/lesungen-oevlt2022/

Und hier folgt meine Lesung, die ich live auf Instagram gehalten habe, was natürlich das Hochkant-Format erklärt. Danke noch einmal an alle Zuhörer und Zuhörerinnen. Es hat Spaß gemacht mit euch.

Und Danke auch an den österr. Vorlesetag, den ORF und MyMorawa, die den Tag organisiert haben.

Die Autorenvita

Man braucht sie, um sich vorzustellen, nicht nur bei Verlagen oder Agenturen, auch bei den Lesern. Aber es gibt das eine oder andere dabei zu beachten.

Im Unterschied zum herkömmlichen Lebenslauf, den man für Bewerbungen im konventionellen Berufsleben benötigt, ist er nicht tabellarisch und es interessiert auch keinen, wann und in welche Schule man gegangen ist.

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Wie schreibt man eine Autorenvita?

Sie wird in der Regel in der 3. Person singular geschrieben.

Z. B. schreibe ich nicht „Ich bin Schriftstellerin“, sondern „H. K. Ysardsson ist Schriftstellerin.“

Der Lebenslauf ist ein kurzer Fließtext mit den wichtigsten Eckdaten. Da beginnt dann die Schwierigkeit und Fragen tauchen auf. Was ist wichtig? Wie lang ist zu lang? Was soll ich rein schreiben, ich habe nichts Interessantes?

Um diese Fragen zu beantworten, muss man erst wissen, wofür man die Vita schreibt.

Wann brauche ich eine Autorenvita?

Die eigene Website.

Hier kann man gern mogeln und auch in der Ich-Form schreiben, gern auch mit witzigen Details und länger. Der Grund ist hier, dass man die Leser ansprechen und über sich informieren möchte.

Verlagsbewerbung/Agenturbewerbung

Die meisten Lektoren haben wenig Zeit und bekommen viel zu lesen vorgelegt. Da gilt, je kürzer und knapper, desto besser. So wenig wie möglich und so viel wie nötig.

Selfpublishing

Beim Selbstveröffentlichen ist eine Autorenvita ebenfalls wichtig. Auch hier gilt, dass man nur die wichtigsten Eckdaten hernimmt. Die Vita wird im Onlinebuchhandel neben dem Buch angezeigt bzw. verlinkt.

Was gehört in die Autorenvita?

Name, Alter, Wohnort als klassische Eckdaten. Eventuell den Beruf. Was man schreibt und ev. auch warum, wenn man zum Beispiel einen Erfahrungsbericht verfasst oder eigene Erfahrungen mit Diskriminierungen in einen Roman eingebaut hat. Auch ein Studium oder besonderes Hobbys, die mit dem Buch im Zusammenhang stehen, gehören hinein.

Im Grunde sollte alles drin stehen, das mit dem Autor als solchem zu tun hat.

Wenn man schon veröffentlicht hat, kann man das auch einbauen, jedoch keine gesamte Bibliografie, das wird dann schon wieder zu lang.

Beispiele:

Jutta Musterfrau, geboren 1968, schneidert seit ihrem vierzehnten Lebensjahr und betreibt seit drei Jahren einen erfolgreichen YouTube Account mit mehr als 10.000 Views pro Video, in dem sie Tipps und Tricks zum Selbermachen gibt. Ihre Erfahrungen hat sie in dem Roman „Die Selbermacherin“ veröffentlicht.

Milo Mustermann wurde 1980 in Gmünd, NÖ, geboren. Nach einem Lehramtsstudium arbeitete er an einer Mittelschule in Gmünd. Schwere Schicksalsschläge und Krankheiten hat er auf humorvolle Weise die Zähne gezeigt und in seinem Erstlingswerk „Das Leben ist scheiße – nicht“ verarbeitet.

Lilo Mustermix wurde 1975 in Linz geboren. Schon im Kindesalter erzählte sie gern Geschichten und malte. Mit 14 Jahren hat sie ihren ersten Roman geschrieben, einen Krimi für Kinder, der in ihrer Schule gedruckt und verkauft wurde. Trotz ihres Wunsches, als Künstlerin zu arbeiten oder in diese Richtung zu studieren, absolvierte sie eine Lehre als Bürokauffrau in Linz. Schon währenddessen entstand ihr nächster Krimi „Der letzte Bus“, in dem sie ihre Heimatstadt offen aufs Korn nimmt und kritisch mit der nächtlichen Beleuchtung und dem öffentlichen Verkehr umgeht. Dieser Roman wurde bei einem namhaften(hier sollte ein Verlagsname stehen) Verlag veröffentlicht. Seitdem erscheinen im Zweijahresrhythmus Krimis aus ihrer Feder. Die zweifache Mutter und Hundeliebhaberin lebt in der Nähe von Linz.

Zusammengefasst

  • dritte Person singular
  • Gegenwart, außer es wird etwas aus der Vergangenheit geschrieben
  • In die Autorenvita nur das Nötigste packen.
  • alles, was mit dem Buch bzw. dem Schreiben zu tun hat
  • Beruf und Hobby, wenn es zum Buch bzw. Schreiben passt
  • auf die Zielgruppe (Verlag, Agentur, Website …) achten
  • verschiedenen Leuten vorab lesen lassen

Probieren, probieren, probieren – Übung macht den Meister

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