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Rhetorische Stilmittel 2

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Weniger ist manchmal mehr – aber wie geht das, ohne den Sinn zu zerstören?

In diesem Beitrag geht es um Verknappung und Worteinsparungen. Gerade sie verwenden wir sehr häufig, oft auch unbewusst, um den Lesefluss zu erleichtern. Bei der Verknappung werden Wörter ausgelassen oder verschoben, um die Bedeutung des Geschriebenen bzw. Gesagten zu erhöhen, Pointen zu erzeugen oder etwas ungesagt zu lassen, um den Leser/Zuhörer später zu überraschen. Auf jeden Fall sorgen sie für Abwechslung.

Ellipse

Sie kann die Grammatik aushebeln und trotz der Auslassungen kann der Satz dennoch richtig sein, sofern er verständlich bleibt. Wird der Satz unverständlich, ist es falsch. Aber es kann auch offen bleiben, besonders häufig bei Krimis, dann bleibt der Satz generell unvollständig, damit die Leser auf eine falsche Fährte gelockt werden.

Es handelt sich um eine Verknappung, die das Wesentliche in den Vordergrund rückt.

Viele Ellipsen erhöhen das Tempo des Textes bzw. der Rede. Im journalistischen Bereich wird dieser Telegrammstil häufig verwendet. In der wörtlichen Rede lassen sich Ellipsen gut einbauen, um so einen gewissen sozialen Hintergrund zu verdeutlichen. „Rein!“ Mit der entsprechenden Geste, die Hand zeigt aufs Haus, ins Zimmer, etc., weiß jeder, dass der so Angesprochene etwas betreten soll.

Beispiele:

  • „Ende gut, alles gut.“
  • „Hier werden Sie geholfen.“
  • „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“
  • „Was nun?“
  • „Wir sind Papst“

Zeugma

Dieses rhetorische Stilmittel verwende ich recht häufig, um Wortwiederholungen zu vermeiden. Es ist eine Beziehung eines Satzteils, u.a. des Verbs (Prädikats), auf zwei oder mehrere Satzglieder, während es semantisch nur zu einem passt. Gezielt und pointiert eingesetzt, kann man damit die Leser überraschen.

Beispiele:

  • „Er hob den Blick und die Hand zur Tür …“
  • „Gestern liefen sie aus dem Haus und durch die Straßen.“
  • „Ihr vorrangiges Ziel war, den ersten Testlauf zu bestehen und die Blicke der neugierigen Zuschauer.“
  • „Die Fragen der Journalisten waren lausig, auch das Dinner.“
  • „Der See kann sich, der Landvogt nicht erbarmen.“ (FRIEDRICH SCHILLER: Wilhelm Tell)“
  • „Catilina sparte schließlich weder an Kosten noch an Mäßigung“ (SALLUST)“

Aposiopese

Bei dieser Sonderform der Ellipse wird die wesentliche Aussage eines Satz verschwiegen und muss durch den Empfänger erraten werden. Hier kann viel Dramatik erzeugt werden oder auch Pathos.

Beispiele:

  • „Wenn ich dich in die Finger bekomme …“
  • „Der kann mich mal …“
  • „Hast du wirklich -? Nein, hast du nicht -? Oder doch -?“
  • „Willst du auch -?“
  • „Wenn es mir nicht gelingt, den Grafen augenblicklich zu entfernen: so denk’ ich – Doch, doch, ich glaube, er geht in diese Falle gewiss.“ (GOTTHOLD EPHRAIM LESSING: Emilia Galotti)

Anakoluth

Diese Sonderform bricht völlig mit der Grammatik, indem der Satz richtig anfängt, dann aber abgebrochen und anders fortgeführt wird. Ein Anakoluth ist kennzeichnend für den mündlichen Stil der Alltagssprache. In der wörtlichen Rede verleiht er dem Protagonisten/der Protagonistin eine gewisse Zerstreutheit, Aufgeregtheit, Nervosität. Es sagt vielleicht sogar etwas über den sozialen Status der Person aus.

Es gibt 3 Formen:

  • Ausstieg: Abbruch des Gedankens
  • Retraktion: Umbau eines Satzes
  • Umstieg: Wechseln der syntakischen Konstruktion

Beispiele:

Ausstieg:

  • „Also, ich weiß nicht …“
  • „Hast du gewusst, dass …“
  • „Trau dich noch einmal …“

Retraktion:

  • „Gestern war es kalt … nicht ganz so.“
  • „Vor ein paar Stunden kam es zu einer Explosion … einem kleineren Unfall im Reaktor sieben.“
  • „Das ist ein Date … ich meine, Kaffee trinken oder …“

Umstieg

  • „Wir hatten gestern ein Date, abgesehen davon war das Fußballmatch sensationell. “
  • „Rosemary hat mir das mit der Dosimetrie erklärt … Ich habe eine Dose Cola getrunken.“
  • „Korf erfindet eine Mittagszeitung, / welche, wenn man sie gelesen hat, / ist man satt.“ (CHRISTIAN MORGENSTERN)

Apokoinu

Diese Stilfigur dient der Worteinsparung und Verknappung sowie der künstlerischen Kürze. Ein Wort oder Satzglied bezieht sich auf zwei andere Teile. Häufig steht das einzelne Wort hier in der Mitte einer Äußerung und bezieht sich sowohl auf das Vorhergehende als auch das Folgende.

Beispiele:

wintersturmgerausche
auf das heulen lausche
jagen flocken um die
häuser
wirbeln sie
(aus dem Gedicht „schneezeit“ von mir)

jagen flocken um die häuser. um die häuser wirbeln sie.

Was sein Pfeil erreicht, das ist seine Beute, was da kreucht und fleucht. (FRIEDRICH SCHILLER, Wilhelm Tell)

Was sein Pfeil erreicht, das ist seine Beute. Das ist seine Beute, was da kreucht und fleucht.

An diesen Beispielen sieht man deutlich, wie sehr in der Dichtkunst verknappt werden kann und der Text trotzdem verständlich bleibt.

Ich hoffe, der Spaß an den Stilmitteln bleibt noch eine Weile erhalten, denn es gibt noch sehr viel mehr.

Die Beispiele sind entweder Redewendungen oder von mir selbst erdacht, andere sind mit dem Urheber versehen.

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Rhetorische Stilmittel 1

Alles eine Frage des persönlichen Stils – oder doch nicht?

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Wozu braucht man das überhaupt?

Gehört das nicht zur Lyrik?

Stilmittel gehören seit der Antike zur Rhetorik, bereits Aristoteles und Cicero haben verschiedene rhetorische Figuren in ihren Texten beschrieben (gelesen habe ich nur „De oratore“ von Cicero). Mit ihrer Hilfe kann man einen Text gestalten, ihn formen und interessant machen, man kann Tempo hinein bringen, Spannung durch Verknappung aufbauen und neue sprachliche Bilder entwerfen, um aus den gewohnten und langweiligen Bahnen auszubrechen.

Nicht nur die Lyrik benutzt diese Stilmittel, wobei es in der Lyrik noch anderes gibt, doch in dieser Beitragsreihe halte ich mich an die erzählende Literatur.

Rhetorik ist etwas, das man lernen kann und auch sollte, wenn man sich mit Texten beschäftigt oder auch beruflich viel reden muss. Man gewinnt Sicherheit beim Sprechen, die Ausdrucksformen werden vielfältiger – man wird interessanter.

Bringen wir Farbe in die Sprache und gestalten sie mithilfe der rhetorischen Figuren und Tropen vielfältiger.

Ein kurzer Exkurs zur Begriffserklärung, dann wird es praktischer:

Man teilt die Stilmittel in Figuren und Tropen ein. Figuren bedienen sich der Syntax (= der Reihenfolge der Zeichen) und Tropen der Semantik (= Bedeutung der Zeichen).

Figur:

Die rhetorische Figur hat sich aus der antiken Dicht- und Redekunst entwickelt. Zahlreiche Figuren schmückten damals bereits die Texte, um zu betonen, zu verdeutlichen – etwas darzustellen. Der Name figura kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie plastisches Gebilde – in unserem Fall eine plastische Umgebung zu beschreiben, sie dem Leser/der Leserin so nahe zu bringen, dass er/sie vor dem geistigen Augen sehen kann.

Tropus:

Beim Tropus weicht das Gesagte vom Gemeinten ab.

Da ich keine Literaturwissenschaftlerin bin, gehe ich nicht näher auf das Thema ein, das können andere Leute sehr viel besser und interessanter. Einfach abschreiben möchte ich nämlich nicht.

Ich beginne mit den (für mich) wichtigsten Stilmitteln:

Metapher

Sie gehört zu den Tropen. Das eigentliche Wort/Wortgruppe wird durch einen bildhaften Ausdruck ersetzt. Sie hat keine besonderen Merkmale und lässt sich am besten durch Übung bzw. Lesen von Beispielen erlernen. Es ist wohl das am meisten verwendete Stilmittel überhaupt, sei es in der Alltagssprache, der Politik, der Werbung und vor allem der Literatur, abgesehen vom Vergleich.

Beispiel:

  • Analogie in der äußeren Gestalt: z. B. Glimmstängel, Flaschenhals, Fettauge
  • mit ähnlicher Funktion: z. B. Stuhlbein, Motorhaube
  • ineinanderfließen von Vorstellungen: Gesang der Wellen, Heulen des Sturms, Wolkenschlacht

Die eben verwendeten Metaphern haben Einzug in die Alltagssprache gefunden und sind dort gar nicht mehr wegzudenken. Wer würde sich bei Briefkopf noch Gedanken über Metaphern machen oder bei der Motorhaube?

Manche Metaphern verblassen mit der Zeit und werden zur Gewohnheit, ihnen wohnt nicht mehr der Reiz des Neuen inne. Kaderschmiede, Adlerauge, Katerfrühstück, gebrochenes Herz und noch viele mehr, sind kaum noch als Metaphern zu erkennen.

Die Schwierigkeit bei der Erfindung neuer Metaphern ist die Verständlichkeit. Wird ein Bild zu fremdartig, erkennt es der Leser nicht mehr und der Text wird unverständlich und langweilig, anstatt zu unterhalten. Aber auch die Verwendung zu abgedroschener Metaphern birgt die Gefahr der Langeweile in sich, denn sie vermittelt dem Leser die eigene Fantasielosigkeit.

Im Gegensatz zum Vergleich, kommt die Metapher ohne jedes weitere erklärende Wort aus.

Vergleich

Mit dem Vergleich (= Figur) verstärkt man eine Aussage, untermalt sie und stellt sie bildhaft dar. Zur Einleitung gibt es immer die Vergleichspartikel „wie“ oder „als“.

Beispiele:

Sie ist scheu wie ein Reh, kratzbürstig wie eine Katze.

Der Mond leuchtet wie eine helle Lampe in finstrer Nacht.

Nora ist so schlau wie ein Fuchs.

Clemens ist so stark wie ein Löwe.

Ihr Haar glänzte im Schein der frischen Morgensonne wie das Gold auf den Feldern. (Hier haben ich einen Vergleich und eine Metapher eingebaut, da das Gold auf den Feldern das reife Getreide meint. Somit kennt sich jeder aus und weiß, dass sie blond ist.)

Laurenz lief so schnell wie der Wind, doch Timo war schneller als er.

Der Wind fuhr Laurenz in die Beine, er trug ihn mit sich, doch Timo ritt auf den Wellen des Sturms und überholte ihn bereits nach der zweiten Kehre.

Ich denke die Beispiele sprechen für sich.

So weit zu der kleinen Einführung in die Stilkunde. Es werden in unregelmäßigen Abständen noch weitere Stilmittel folgen.

Ich hoffe, ihr habt Spaß daran.

Artgerechte Preisgestaltung

Immer wieder, wenn eine Veröffentlichung ansteht, mache ich mir zu diesem Thema meine Gedanken. Auf diversen Plattformen gibt es die Möglichkeiten, sein selbstpubliziertes Werk zu Dumpingpreisen oder gar kostenlos anzubieten – aus marketingstrategischen Gründen, um bekannter und überhaupt gelesen zu werden.

Meiner Erfahrung nach werden diese E-Books nur so lange heruntergeladen, wie sie gratis zu bekommen sind. Danach ist Essig.

Bei Printbuchaktionen läuft es ähnlich ab.

Ich finde, diese Dumpingpreise sind nicht zielführend. Im Gegenteil, die Geiz ist geil Mentalität, die sich auf dem Buchmarkt breitmacht, zerstört mehr als sie hilft.

Wovon soll der Autor/die Autorin das Lektorat, das Korrektorat, die Covergestaltung und alle andere bezahlen, das noch dazukommt. Selfpublisher gehen in Vorleistung und man kann froh sein, wenn am Ende des Jahres ein Nullsummenspiel herauskommt. Qualität kostet, das sieht man auch beim Druck und der Bindung. Billigste Qualität bekommt man schnell irgendwo her, aber dann darf man sich nicht wundern, wenn der Druck nicht passt oder sich einzelne Seiten aus der Bindung lösen.

Ich habe für mich entschieden, kein Printbuch mehr unter 10 Euro zu verkaufen. Warum?

1. das Lektorat kostet etwas

2. das Cover kostet etwas

3. mein SP-Dienstleister kostet (ja, ich hab nicht den billigsten, aber den mit dem besten Service, made in A)

4. ich möchte nicht in der Schuldenfalle versinken, nur weil ich Schriftstellerin bin

Was biete ich?

1. Gute Qualität

2. Gute, nicht angepasste Geschichten, die vielleicht nicht für jedermanns Geschmack sind, aber ein Blick über den Tellerrand schadet bestimmt nichts

3. biologisch einwandfrei gehaltene Lektoren, Designer und andere Dienstleister, die fair entlohnt werden

4. eine in Freilandhaltung lebende Schriftstellerin, die ist ökologisch abbaubar und schaut auch, wie nachhaltig andere produzieren.

Was bei Lebensmittel funktioniert sollte auch im Buchmarkt gelten – fair trade – zahlt für die Bücher, die ihr lest (ausgenommen Bibliotheken). Schriftsteller leben nicht von Luft und Fantasie – ja, das ist jetzt ganz was Neues. 😉

So gesehen sind meine Bücher nicht gerade die günstigsten, aber wenn man alles bedenkt, decken sie gerade mal eben so die Kosten – die Werbung und die Zeit, die ich weiter investiere, nicht mitgerechnet.

Es lohnt sich, etwas zu kalkulieren und sich ein paar Fragen zu stellen (die Arbeitszeit lasse ich jetzt außen vor)

– was kostet das Lektorat, das Korrektorat?

– was kostet das Cover?

– was kostet der Druck?

– was kostet die ISBN?

– was kostet der Vertrieb?

– was muss ich für Werbung aufwenden? (Flyer, Lesungen, Lesezeichen, Postkarten …)

Wenn man das alles zusammenrechnet, dann kommt man schon auf ein hübsches Sümmchen, das erst einmal wieder herein gewirtschaftet werden möchte. Jeder Buchhalter würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn er so schlecht kalkulierte Preise betrachtet. Klar sind Aktionen eine Möglichkeit, um sich bekannt zu machen.

Aber wie lange soll das laufen?
Wie geht es danach weiter?
In wie fern können diese Aktionen den weiteren Verkauf ankurbeln?

Lesungen sind auch so ein Kapitel

Im Moment fallen viele Livelesungen noch flach, was immer eine gute Möglichkeit ist, neue Leser zu gewinnen. Internetlesungen bieten hier zwar auch die Möglichkeit, sein Buch vorzustellen, allerdings ist zu wenig Interaktion möglich, zu wenig direkter Kontakt zum Leser/zur Leserin, um die Neugier derartig anzufachen, damit auch Bücher gekauft werden. Der Aufwand, einen Onlineshop zu öffnen und das gewünschte Buch zu suchen, ist dann doch oft zu groß.

Das soll keine Angriff auf euch sein, meine lieben Leser und Leserinnen, ich möchte nur darstellen, warum ich meine Bücher nicht unter Wert verkaufen möchte.

Ich finde generell, nicht nur auf dem Buchmarkt, die Einstellung, dass alles möglichst billig sein muss, sehr, sehr bedenklich. Billig ohne Rücksicht auf Verluste, das macht die Menschen kaputt und auch unseren Planeten.

Am Ende möchte ich noch anmerken, dass dies meine Meinung als Einzelperson ist, die nicht geteilt werden muss. Aber vielleicht regt sie den einen oder anderen Mitmenschen zum Nachdenken an.

Wie schreibt man eine Kurzgeschichte?

Kurzgeschichten sind klasse.

Kurzgeschichten sind kurz.

Kurzgeschichten sind einfach zu schreiben.

Hä?

Kurzgeschichten sind nur kurze Romane.

Wie bitte?

Kurzgeschichten sind langweilig.

Ich glaube, jetzt hackt’s aber!

Kurzgeschichten eignen sich hervorragend zum Üben. Durch sie erlebt man viel rascher ein Erfolgserlebnis durch die Fertigstellung als bei einem Roman. Ich lese gern Kurzgeschichten und schreibe sie auch gern, einfach, um andere Genres oder Stilrichtungen auszuprobieren. Durch sie schärft man auch den Blick für das Wesentliche, denn

In der Kürze liegt die Würze.

Was genau ist eine Kurzgeschichte und was macht sie aus?

  • Das 1. und augenscheinlichste ist natürlich die Kürze. Sie muss in einem Lesedurchgang zu lesen sein. Von einer Seite bis hin zu 50 Seiten ist in dieser Gattung alles erlaubt.
  • Es gibt nur einen Protagonisten, maximal zwei und wenig bis gar keine Nebencharaktere. Das würde sonst die Geschichte nur unnötig aufblähen und zu viele Nebenstränge aktivieren.
  • Es gibt nur ein Ereignis, das im Mittelpunkt steht.
  • Ein bestimmter Ort und eine Zeit. Das kann sich ruhig über mehrere Wochen ziehen, sollte aber keine zu großen Zeiträume umfassen und logisch nachvollziehbar sein.
  • Eine Stimmung, ist die Geschichte heiter, lustig, romantisch, spannend, gruselig? Das muss von Anfang bis Ende stringent sein und darf nicht mittendrin wechseln. Also, wenn die Geschichte romantisch ist, dann sollte sie nicht plötzlich gruselig werden.

Was heißt das fürs Schreiben?

Streichen geht immer, also beim ersten Entwurf, kann man ruhig mehr schreiben und nachher alles Unnötige rausstreichen oder umformulieren. Die Verwendung von Stilmitteln bietet sich an, um in wenigen Worten viel auszusagen. Vergleiche und Metaphern haben sich bewährt, allerdings besteht hier die Gefahr einer Überladung und abgelutschte Vergleiche bzw. Metaphern verlieren schnell ihren Reiz, falls sie ihn überhaupt entfalten. Schwer verständliche Bildsprache (=rhetorische Figur) bietet das gleiche Problem. Hier sind Vorsicht und Übung gefragt.

In einem der nächsten Beiträge werde ich mich diesen Stilmitteln widmen.

Die Charaktere in der Kurzgeschichte müssen nicht präzise beschrieben werden. Wenige Merkmale genügen, besonders die handlungsrelevanten, alles andere ist unwichtig. Aussehen und Vorgeschichte kommen nur insoweit in die Geschichte, als es nötig sie ist.

Die Handlung bezieht sich auf eine Linie. Die Geschichte startet ohne große Vorbereitung, man wirft den Leser sozusagen mitten hinein. Die Erklärung erfolgt später oder erschließt sich dem Leser zwischen den Zeilen. In der Folge spitzt sich das Geschehen zu und läuft auf den …

Wendepunkt bzw. Höhepunkt der Geschichte zu. Hier passiert das Wesentliche. In wenigen Worten kann man die Figur ins Glück oder Unglück stoßen, sie reifen lassen, gewinnen oder verlieren. Auf jeden Fall passiert hier etwas, das sehr wichtig für den Protagonisten ist.

Der Schluss ist in der klassischen Kurzgeschichte offen oder beinhaltet eine Frage und gibt auf diese Art dem Leser Raum, darüber nachzudenken. Es ist aber so gut wie alles erlaubt.

Kurzgeschichten beinhalten oft Alltagsfragen oder gesellschaftskritische Probleme.

Wie kommt man nun zu diesen?

Wie jeder Autor/jede Autorin weiß, blickt man aufmerksam auf das Geschehen, sei es im Kleinen oder im großen Weltgeschehen.

  • Alltagsprobleme
  • Umwelt
  • Hoffnungen und Ängste einer bestimmten Generation (z. B. Jugendliche oder Alte)
  • soziale Missstände
  • globale Missstände
  • globale Ereignisse
  • glückliche oder schreckliche Momente

Tipps für die Überarbeitung einer Kurzgeschichte:

  • Streichen geht immer
  • Die Anwendung der rhetorischen Figuren genau überprüfen – falsche Anwendung führt oft beim Leser zu Irritationen, wenn es nicht erklärt wird.
  • Auf unnötige Ausschweifungen achten und die kürzen oder ganz streichen.
  • Gibt es nur einen Handlungsstrang?
  • Fehlerkorrekturen (Grammatik und Rechtschreibung)

Kurz zusammengefasst:

  • Metaphern und Vergleiche verdichten den Text
  • Handlungen beschreiben und weniger Eigenschaften
  • Dialekte, Umgangssprache in die wörtliche Rede einbauen
  • keine persönlichen Wertungen (das gilt für beinahe alle Texte)
  • kurze Sätze
  • keine Ausschweifungen

Erzählformen:

Oftmals wird die Ich-Form verwendet, aber es eignen sich auch der personale oder alleswissende Erzähler. Das kann man durchprobieren und sich anschließend für die Form entscheiden, die einem am meisten liegt und zur Geschichte passt.

Wenn man diese Grunddinge beherrscht, dann ist es durchaus auch angemessen, diese Regeln zu brechen.

Viel Spaß mit den Kurzgeschichten!

Wortbedeutungen, Verwendungen und Synonyme, Teil 5

Wie geht das mit den Anweisungen, Befehlen usw.?

Der Imperativ – die Befehlsform

Immer wieder lese ich den Imperativ falsch verwendet bzw. die Wörter falsch geschrieben, deshalb hab ich mir gedacht, ich mache ihn dieses Mal zum Thema.

Er wird nur in der direkten Rede angewendet und, wie der deutsche Name schon sagt, drückt er einen Befehl, eine Bitte, eine Warnung … mit wenigen Worten aus.

Beim Imperativ kommt es auch auf die Betonung und die Sprechgeschwindigkeit des Sprechers an. Laut und schnell gesprochen, gilt er als Befehl. Keiner wird eine Warnung ernst nehmen oder einen Befehl, der aus mehr als zwei Wörtern und lasch gesprochen wird.

  • „Es brennt“, flüsterte sie, um ihre Nachbarn zu warnen.
  • „Im Hausflur ist Feuer ausgebrochen, es ist notwendig, dass wir alle die Wohnungen verlassen. Wenn Sie mir bitte folgen wollen.“

Beide Beispiele sind furchtbar lächerlich für eine Warnung vor einem Brand. Die Erste hört niemand, bei der Zweiten ist man an Rauchvergiftung gestorben, bis der Sprecher fertig ist. Manchmal ist es also wichtig, kurz und bündig, schnell und laut zu sprechen.

Wir alle kennen Kommandosätze, wie

  • Gib Gas!
  • Steig ein!
  • Gib her!

und die Gebrauchsanleitungen …

  • Heizen Sie den Ofen auf 180 Grad vor.
  • Putzen Sie das Gemüse und schneiden es in kleine Würfel.
  • Trennen Sie fünf Eier.

Ein oder zwei Wörter und der Angesprochene weiß, was er tun soll.

Damit werden auch noch Apelle gemacht (Stoppt den Klimawandel!), Bitten (Reich mir doch bitte die Butter.), Ratschläge (Nimm den Regenschirm mit. Hör auf zu rauchen.), Verbote (Betreten verboten!), Ermahnungen/Warnungen (Stopp! Durchfahrt verboten! Geht ins Bett, sonst gibt’s Ärger.)

Wie wird er jetzt gebildet? Darin liegt meiner Meinung nach die größte Schwierigkeit, wie mir beim Lesen immer wieder auffällt.

Beim Imperativ steht das Verb immer an 1. Stelle.

Ein Subjekt gibt es nur in der Höflichkeitsform und bei wir.

Trennbare Verben werden auch im Imperativ getrennt.

aufgebenGib endlich auf!
aufräumenRäumt jetzt euer Zimmer auf!
abholenHol deinen kleinen Bruder vom Kindergarten ab!
loslassenLass das Seil los!

2. Person Singular (Du)

Der Imperativ wird durch Entfernung der Endung -en gebildet. In der gehobenen Sprache hängt man oft noch ein e dran.

  • Schließ(e) die Tür.
  • Lauf(e) zum Ziel.
  • Fahr(e) zur Tankstelle.

Zu beachten sind einige Besonderheiten!

Die Stammvokaländerung von e zu i/ie gilt auch für den Imperativ; in diesem Fall verwendet man nie das Imperativ e.

Beispiel:

Lies! (lesen – ich lese, du liest) nicht: Liese! oder Lese!

Gib mir das Buch! (geben – ich gebe, du gibst) – nicht: Gebe mir das Buch!

Die Stammvokaländerung von a zu ä gilt nicht für den Imperativ.

Beispiel:

  • Fahr! (aber: ich fahre, du fährst)

Endet der Präsensstamm auf d/t, hängt man immer e an.

Beispiel:

  • Warte! nicht: Wart!

Endet der Präsensstamm auf Konsonant + m/n, hängt man immer e an. Dies gilt nicht, wenn dieser Konsonant ein m, n, l, r oder h (aber nicht ch) ist. Klingt kompliziert, ist es in der Theorie auch, in der Praxis ist es einfacher.

Beispiel:

  • Atme!
  • Zeichne!
  • aber: Schwimm(e)!
  • Komm!
  • Lern!

Endet das Verb auf eln/ern, hängt man ein e an. In der Umgangssprache wird es häufig weggelassen. Auch das e von eln/ern kann wegfallen.

Beispiel:

  • Feiere!/Feire!/Feier!
  • Angele!/Angle!/Angel!

2. Person Plural (ihr)

Der Imperativ für ihr ist die finite Verbform der 2. Person Plural, aber ohne das Pronomen.

Beispiel:

  • Geht!
  • Seid ehrlich!
  • Bleibt stehen!
  • Lest!
  • Schaut her!
  • Steigt ein!
  • Fahrt endlich!
  • Haut ab!
  • Haltet die Klappe!

1./3. Person Plural (wir/Sie)

Den Imperativ für Sie/wir bildet man mit dem Verb im Infinitiv + Sie/wir. Beim Verb sein fügt man zusätzlich ein e ein. An den Beispielen sieht man, dass das Subjekt in diesem Fall nötig ist, weil man den Imperativ sonst nicht vom Stammverb unterscheiden kann.

Beispiel:

  • Gehen Sie!
  • Seien Sie ehrlich!
  • Gehen wir!
  • Seien wir ehrlich!
  • Kommen Sie!
  • Lesen Sie!
  • Lesen wir.
  • Steigen Sie ein!
  • Steigen wir ein.
  • Fahren Sie!
  • Fahren wir!
  • Lassen Sie los!
  • Lassen wir los!
  • Haben Sie Erbarmen!
  • Habt Erbarmen!
  • Seien Sie nett!
  • Seien wir nett!
  • Werden Sie Mitglied!
  • Werden wir Mitglied!

Wer genau aufgepasst hat, dem wird auffallen, dass die irregulären Verben im Imperativ auch anders geschrieben werden. (Sein, haben, werden).

Infinitiv1. Person Plural (wir)3. Person Plural (sie)2. Person Plural (ihr)
seinSeien wir nett!Seien Sie nett!Seid nett!
habenHaben wir Erbarmen!Haben Sie Erbarmen!Habt Erbarmen!
werdenWerden wir Mitglied!Werden Sie Mitglied!Werdet Mitglied!

Es gibt auch Alternativen zum Imperativ

ErsatzformenBeispiele
InfinitivZimmer aufräumen!
Herd vorheizen!
Zähne putzen!
Nägel schneiden!
NomenHilfe!
Geld oder Leben!
Ruhe!
Abfahrt!
Achtung!
Partizip IIRauchen verboten!
Füttern verboten!
Durchgang verboten!
PassivJetzt wird gegessen!
Vor dem Rausgehen werden die Hausübungen gemacht.
Vorher wird das Eiklar zu Schnee geschlagen.
Jetzt wird ins Bett gegangen.

Für alle, die Spaß haben, das zu üben, habe hier noch Dateien (docx und PDF) zum Herunterladen. Natürlich gebe ich die Lösungen dazu.

Wortbedeutungen, Verwendungen und Synonyme, Teil 4

Heute wird verglichen und in die Superlative gegriffen. Grammatik einfach – hoffentlich, auch wenn das eher wenig mit dem Titel zu tun zu haben scheint. Kennt man die Bedeutung der kleinen Wörter, dann ist es viel einleuchtender und man verwendet sie richtig.

Früher dachte ich immer, das wäre alles so furchtbar kompliziert. Ist es aber nicht, wenn man ein paar einfache Dinge beherzigt.

Heute möchte ich euch einige dieser Dinge näher bringen – unsortiert wahrscheinlich und sehr laienhaft. Ich bin eben weder eine Deutschlehrerin noch habe ich Germanistik studiert.

Es geht um den

KOMPARATIV

Adjektive und Adverbien werden mit dem Komparativ gesteigert. Die Steigerung ist notwendig, um Dinge, Personen und Eigenschaften zu vergleichen. Die Eigenschaften werden nach Größe, Wichtigkeit und Intensität geordnet …

Beispiel:

  • Das Haus ist groß. Der Palast ist größer.
  • Ihr fahre gern mit der Bahn, du fährst lieber mit dem Auto.
  • Wie bildet man nun diesen Komparativ?
  • Es gibt regelmäßige und unregelmäßige Formen.
  • Bei der Regelmäßigen hängt man einfach -er ans Adjektiv oder Adverb.

Beispiel:

  • Der Stein ist klein, aber der Kiesel ist kleiner.
  • Der Bauer ist fleißig, aber die Bäuerin ist fleißiger.
  • Bei einsilbigen Adverbien/Adjektiven ändert sich das Stammvokal
  • a – ä
  • o – ö
  • u – ü
  • Philip ist groß, Matthias ist größer.
  • Elisa ist klug, Friederike ist klüger.

Bei mehrsilbigen Adverbien/Adjektiven hängt man weiter nur das -er ans Ende. Steigerungen nie mit MEHR bilden!

Falsch: Der Film ist mehr interessant als das Buch. (Das liest sich wie eine wortwörtliche Übersetzung aus dem Englischen.)

Richtig: Der Film ist interessanter als das Buch.

Unregelmäßige Formen und ihre Steigerung:

GernLieberAm liebsten
GutBesserAm besten
VielMehrAm meisten
HochHöherAm höchsten
BaldEherAm ehesten
TeuerTeurerAm teuersten
DunkelDunklerAm dunkelsten
NahNäherAm nächsten
GroßGrößerAm größten

Das sind nur ein paar Beispiele, um zu verdeutlichen, wie das aussehen kann. Das Superlativ werde ich im Folgenden noch näher anschauen.

Vergleichswörter „als“ und „wie“

Bei Vergleichen, die ungleich ausfallen (etwas ist größer, kleiner, teurer, billiger, schöner) wird immer „ALS“ verwendet.

Beispiel:

  • Ich habe Bücher lieber als Filme.
  • Der Hofnarr ist klüger als der König. (Lass das den König nicht wissen!)
  • Felicitas ist besorgter als Marvin wegen der Wetterlage.
  • Thomas ist verliebter als seine Angebetete. (Wahrscheinlich will sie ihn nicht verletzen.)
  • Der Dieb ist geschickter als die Polizei erlaubt.
  • Das Raumschiff der XY ist besser bewaffnet als das der YX.

Wenn zwei Dinge oder Handlungen gleich sind, wird „so … wie“ verwendet.

Beispiel:

  • Amelia ist so schön wie eine Blume.
  • Deine Familie ist so groß wie meine.
  • Deine Nase ist so hässlich wie ein Ork.
  • Die neuen Raumschiffe fliegen so schnell wie das Licht.

Komparativformen müssen dekliniert werden, wenn sie vor einem Substantiv stehen.

  • Deine Kirschen sind gut, meine sind besser.
  • Ich habe bessere Kirschen als du.

Der Superlativ gehört auch dazu, schließlich ist es die höchste Steigerungsform. Höher oder am besten, geht nicht.

Man bildet es mit dem Adjektiv und hängt -sten dran.

  • Der Baggersee ist am kleinsten von allen Seen in der Gegend.
  • Der Mount Everest ist am höchsten.

Beachte: immer „am“ vor dem Superlativ und nicht deklinieren!

Ausnahme: Wenn ein Substantiv vor dem Superlativ stehen kann, darf es nicht verwendet werden, dann muss dekliniert werden!

  • Maria ist die klügste Schülerin.
  • Igor kennt die klügste Schülerin. Sie heißt Maria.
  • Igor ist der schnellste Läufer.
  • Maria liebt den schnellsten Läufer. Er heißt Igor. – hier wird das Akkusativ gebeugt.

Niemals die Formen mischen!

Falsch: Igor ist der am schnellsten Läufer.

Das gilt auch bei Vergleichen mit „als“, auch wenn ich das häufig höre.

Falsch: Maria ist klüger als wie Leon.

Bei Superlativen gibt es keine Steigerung mehr.

Falsch sind:

am optimalsten (obwohl das schon Einzug gehalten hat), am bestesten, die einzigsten, am falschesten, am richtigsten, …

Ich hoffe, der kleine Ausflug hat euch Spaß gemacht und ihr findet ihn informativ.

OMG Die Ostermitmachgeschichte

Bild von mir

Auf Instagram habe ich in der Osterwoche eine Mitmachgeschichte gestartet. Natürlich ging es um das Thema Ostern. Zahlreiche Leute haben sich mit ihren wundervollen Kommentaren daran beteiligt und die Geschichte zum Leben erweckt.

Auch an dieser Stelle noch einmal ein herzliches DANKE an euch tollen Mitmenschen. Es hat wieder großen Spaß gemacht, die unterschiedliche Entwicklung zu erleben und wie jeder Beitrag Bezug auf den vorigen genommen hat.

Ihr könnt die gesamte und etwas korrigierte Geschichte hier als PDF herunterladen.

Die Bilder in der Ostermitmachgeschichte sind von Pixabay.

Der Buchsatz

Der Buchsatz ist etwas, mit dem sich jeder Selfpublisher früher oder später beschäftigen muss, wenn er keinen Profi engagieren möchte.

Ich bin selbst kein Profi, werde aber ein paar wichtige Dinge zusammenfassen, die ich im Laufe meines Autorenlebens gelernt und aufgeschnappt habe.

1. Korrekter Text!

Das Manuskript muss satzreif sein, das heißt, es muss frei von Fehlern sein, das beinhaltet Grammatik, Rechtschreibung, Stil, Absätze und Sonderzeichen. Es ist wichtig, sich vorher schon entschieden zu haben, welche Anführungszeichen man verwendet, die dann durchgängig im Manuskript verwendet werden.

2. Der Text muss von unnötigen Elementen befreit sein

das heißt, man entfernt unnötige Markierungen aus dem Manuskript. Am einfachsten ist es, wenn man die Formatierungszeichen einblendet, dann sieht man sie auf den ersten Blick. So erkennt man unnötige Absätze, Leerzeichen und anderes ganz einfach und kann sie löschen.

3. Wahl der Schriftart und Größe

Ich gehe jetzt von belletristischen Werken aus, weil ich darin mehr Erfahrung habe, lasse aber die technischen Details, wie Breite, Höhe usw. weg, damit kenne ich mich nicht aus.

verschiedene Schriftmuster zu unterschiedlichen Genres – und wie sie den Inhalt verändern können

Die Schrift sollte gut leserlich sein und zum Inhalt passen. Meistens wird eine Schriftgröße zwischen 8 und 10 Punkt genommen. Bei Kinderbüchern je nach Altersklasse natürlich auch größer.

Es gibt auf den Schreibprogrammen schon vorinstallierte Schriften, die auch kommerziell verwendet werden dürfen. Wenn man in den weiten des Internets nach alternativen Schriften sucht, sollte man sich darüber informieren, ob sie auch verwendet werden dürfen – siehe Lizenzbestimmungen! Dabei ist noch wichtig, dass man vorher schon kontrolliert, dass die Schriftart alle Zeichen beinhaltet, die man verwenden möchte.

Generell muss man unterscheiden zwischen Serifenschriften und serifenlosen Schriften. Mehrheitlich werden bei belletristischen Werken Serifenschriften verwendet, wie z. B. Garamond, Sabon oder Minion. Serifenschriften sind die, mit den kleinen Häkchen unten. Diese Schriftarten sind für das lineare Lesen optimiert und erleichtern so den Lesefluss.

Auszeichnungen sind besondere Markierungen im Text, wie Kapitälchen, kursiv, fett, unterstrichen, farbig markiert. Diese sollten sparsam eingesetzt werden und immer nur eine Art davon. Unterstrichene Kapitälchen zum Beispiel sehen furchtbar aus und verschlimmern das Schriftbild.

4. Seiten- und Zeilenumbruch

Hier gilt es einiges zu beachten, es ist ein sehr wichtiger Teil des Buchsatzes – besonders ein ästhetischer. Ein falsch gesetzter Umbruch kann beim Leser zu einer Störung des Leseflusses führen. Besonders auffällig ist ein falscher Zeilenumbruch im Blocksatz, weil sich die Zeile ausdehnt und dann vielleicht nur zwei oder drei Wörter in der Zeile stehen. So etwas muss ausgebessert werden.

Hier gilt es einerseits die richtige Rechtschreibung bei der Worttrennung anzuwenden, als auch um den Lesekomfort. Zu viele Worttrennungen untereinander lassen ein unschönes Schriftbild entstehen.

Satzfehler beim Umbruch:

Schusterjungen: eine einzelne Zeile eines Absatzes am Ende einer Spalte oder Seite

Hurenkinder: die letzte Zeile eines Absatzes am Anfang einer neuen Seite

Fliegenschiss: die letzte Zeile eines Absatzes, die aus einer einzelnen Silbe eines getrennten Wortes besteht

Löcher: zu große und/oder variierende Wortabstände

Gassen auch Gießbach: vertikale, über mehrere Zeilen laufende, direkt übereinanderstehende Wortzwischenräume.

Das lässt sich recht einfach durch manuelle Eingriffe beheben. Entweder man macht spielt sich mit alternativen Worttrennungen oder ändert die Zeilenlaufweite manuell. Hier heißt es ausprobieren, was am Ende passt.

5. Wie ist ein Buch aufgebaut?

Cover – klar, das ist der Einband, darüber schreibe ich jetzt nichts weiter.

Buchblock – der besteht aus verschiedenen Teile, die ich gleich näher beschreiben werde.

1. Schmutztitel – 1. Seite und ist immer rechts; schlicht mit Titel und Name des Autors/der Autorin

2. Schmutztitelrückseite – 2. Seite und ist immer links; Kurzbeschreibung des Inhalts, Autorenvita (kurz)

3. Haupttitel oder Titelseite – 3. Seite, rechts; repräsentativ gestaltet mit Haupttitel, Untertitel, Genre, Autorenname, Hinweis auf den Verlag (Logo), Übersetzer etc. Schrift am besten wie auf dem Buchcover

4. Haupttitelrückseite – 4. Seite, links; Impressum. Es ist eine Pflichtangabe! Bibliografische Angaben über Copyright, Erscheinungsjahr, ISBN, CIP-Kurztitelaufnahme und Produktion müssen enthalten sein; Nachzulesen auch in den jeweiligen Landesgesetzen. Auch bei E-Books ist es Pflicht.

5. Widmung – Seite 5, rechts; kann muss aber nicht sein

6. wenn Widmung vorhanden, Vakantseite – Rückseite der Widmung, Seite 6, leer

7. Inhaltsverzeichnis, falls vorhanden – Seite 7, rechts

8. eigentlicher Text – beginnt immer rechts und hier fängt auch die Zeilennummerierung an

9. Danksagung, falls gewünscht keine Zeilennummern mehr

Vereinfachte Methode

Viele Selfpublisheranbieter stellen Vorlagen zur Verfügung. Sie sind praktisch, weil man sich nicht mehr selbst um so viel kümmern muss, schränken allerdings die Gestaltung etwas ein. Gerade für den Anfang lohnt es sich allerdings. Trotzdem muss man sich noch um den Textblock und die restliche Gestaltung kümmern, sobald der Text in die Vorlage eingefügt ist. Seiten- und Zeilenumbrüche, Kapitelüberschriften etc. müssen immer noch gemacht werden. Ein wenig Spielraum hat man auch bei der Wahl der Schriftarten.

Ich fand es sehr hilfreich, mit verschiedene Bücher anzuschauen, wie sieht dort das Schriftbild aus, der Aufbau und alles, was ich jetzt theoretisch angeführt habe. Es macht die Theorie plastischer und man kann sich das Ergebnis leichter vorstellen.

Nun frohes Schaffen!

Wem das zu wenig Information ist, der kann gern hier nachlesen, da wird alles viel genauer beleuchtet, ich habe mich doch sehr kurz und knapp gehalten:

https://www.autorenwelt.de/blog/der-selfpublisher/buchsatz-fuer-selfpublisher

Indiebookday 2021

https://www.indiebookday.de/

Was ist das?

Es gibt viele kleine Verlage und Selfpublisher, die tolle Bücher schreiben und verlegen. An diesem Tag sollen sie einmal etwas hervorgeholt werden.

Dieses Jahr findet er am 20. März statt. Kauft doch ein Buch eurer Wahl von einem Kleinverlag oder einem Selfpublisher, oder bestellt es, um so diesen mehr Aufmerksamkeit zu geben.

Seid einmal ganz ehrlich, habt ihr euch schon einmal gefragt, warum die großen Verlage so groß sind und die kleinen so klein bleiben? Oder warum selten ein Selfpublisher wirklich gut von seiner Arbeit leben kann?

Warum mache ich mit?

Ganz einfach, mein SP-Dienstleister Mymorawa hat in der ganzen Woche davor einige Aktionen mit diesem Tag zusammengebracht.

Mit den Bookfairies Austria und myMorawa zusammen habe ich in meiner Heimatgemeinde Bücher versteckt, die gefunden worden sind. Diese Aktion wurde bei uns von zwei Zeitungen beworben.

Am 18 März war der österreichische Vorlesetag, bei dem ich auch mitgemacht habe. Das Livevideo von Instagram hat Mymorawa auf ihrem Youtube Kanal hochgeladen

Das war alles wundervoll!

Von einigen Findern der Bookfairieaktion habe ich auch Feedback über die Aktion bekommen. Sie haben sich sehr über den Buchfund gefreut und fanden die Aktion toll. Was wiederum mir ein fettes Grinsen ins Gesicht getrieben hat.

Auch die Lesung auf Instagram hat guten Anklang gefunden und mir enorm viel Spaß gemacht.

Doch warum mache ich wirklich mit und tu mir die viele Arbeit an?

Ich möchte meine Bücher und mich als Selfpublisherin wieder etwas in den Vordergrund rücken.

Dabei ist mir aufgefallen, dass ich die letzten Bücher ausschließlich von SPlern gekauft habe, und ich muss euch sagen, die sind weder schlechter noch besser als die von großen Publikumsverlagen. Mit der Qualität können sie ungeniert mithalten, sei es jetzt vom Inhalt, dem Stil, Cover und was noch so alles dazu gehört.

Mein Rat an alle: scheut euch nicht, Bücher von Selfpublishern oder Kleinverlagen zu kaufen und zu lesen! Die Qualität nimmt immer mehr zu. Fehler passieren überall, auch bei großen Verlagen. Auf den Inhalt kommt es an – und der ist bei allen Büchern, die ich im vergangenen Jahr gelesen habe, einfach super.

Ich bedanke mich bei allen, die so viel Arbeit und Herzblut in ihre Werke investieren, vom Geld gar nicht erst zu reden, denn ein Buch zu schreiben und herauszubringen, verschlingt einiges. Ihr habt mir viele amüsante und erstaunliche Lesestunden beschert und ich freue mich auf mehr.

Danke auch an die vielen Lektoren und Designer, die ihre Dienste anbieten, um aus einem Manuskript ein fertiges Buch zu machen.

Danke an alle, die mitwirken, um für Bücher unabhängiger Autoren zu sorgen und so den Buchmarkt beleben – mit zum Teil absonderlichen aber überaus unterhaltsamen Büchern, oft weitab vom Mainstream.

Ich wünsche mir, dass immer mehr Menschen Bücher von Indieautoren bzw. von Kleinverlagen kaufen, um ihnen so die Bühne zu bieten, die sie verdienen.

Danke 😊

Halt die Klappe, Text – alles über den Klappentext

Für mich gehört es zu den schwierigen Dingen, einen Klappentext zu schreiben. Man muss sich kurzfassen und die Leser neugierig machen. Jedes Mal, wenn einer ins Haus steht, beschäftige ich mich damit und lenke mich mit massenhaft Theorie darüber ab. Langsam müsste ich eine Expertin darin werden, doch weit gefehlt. Im Folgenden habe ich einige Punkte gesammelt, die mir bei meiner Durchforstung des Internets und dem langjährigen Lesens verschiedenster Bücher aufgefallen sind. Ich gebe das in eigenen Worten wieder und so, wie es meine Erinnerung hergibt und mir wichtig erscheint.

Was ist der Klappentext überhaupt?

Der Klappentext ist ein Kurzinhalt, der auf der Klappe eines Schutzumschlags von Büchern steht. Nicht mehr und nicht weniger. Bei Büchern ohne Schutzumschlag steht der Klappentext üblicherweise auf der 2. Seite.
Dieser Text beinhaltet, wie bereits erwähnt, eine Kurzbeschreibung, aber auch eine paar Sätze über den Autor. Heutzutage wird Über den Autor/die Autorin auch gern mal auf den letzten Seiten des Buchs geschrieben.
Heute wird dieser beschreibende Kurztext auf Spielen, DVDs und anderem ebenfalls als Klappentext bezeichnet.

Wer bei einem Verlag unter Vertrag ist, muss sich damit vielleicht nicht abmühen, denn das erledigen oftmals die Marketingabteilungen. Wer im Selfpublishing unterwegs ist, muss sich zwangsläufig damit beschäftigen.

Das hier ist der Schutzumschlag, auf dem der Klappentext steht, auf der Hinterseite des Buches befindet sich eine kürzere Variante und auf der hinteren Klappen eine Kurzvita der Autorin dieses Buches

Wie schreibt man so etwas?

Klappentexte gehören zu den schwersten Textsorten überhaupt. Es ist schwer, einen Text auf interessante Weise kurz zusammenzufassen und dabei gleichzeitig Leser neugierig darauf zu machen.

Der Klappentext ist in erster Linie Werbung. Das sollte man stets im Auge behalten. Dieser Text ist meistens das Erste, das ein potenzieller Käufer nach dem Titel liest. Keine langen Ausflüge in tiefgründige Themen, die dürfen gern im Buch selbst behandelt werden, haben aber nichts auf dem Klappentext zu suchen.

Übertreibungen, Eigenlob und zu viele Adjektive sollte man vermeiden, nur das schreiben, das auch im Buch vorkommt, am besten schon recht früh, sonst fragt sich der Leser am Ende, was er da gekauft hat.

Das Genre ist wichtig. Natürlich steht das meistens vorne unter dem Titel, aber ein Hinweis im Klappentext schadet nichts. Man kann hier ebenso Triggerwarnungen verpacken. Die Leser wollen wissen, worauf sie sich beim Kauf dieses Buches einlassen. Ein Fan von Romantik wird kaum erfreut sein, wenn das Buch blutrünstig wird, er wird es verärgert weglegen und nie wieder etwas von diesem Autoren kaufen.

Im Klappentext darf kein Spoiler enthalten sein, sonst kann sich der Leser den Kauf gleich sparen. Hier ist die Schwierigkeit, den Inhalt anzureißen, aber nichts zu verraten.

Der Klappentext muss fehlerfrei sein. Er ist das Aushängeschild des Buchs. Nur sehr selten werden hier Fehler verziehen.

Grundsätzliche Bestandteile eines Klappentextes:

  • Kurzinhalt ohne Spoiler! (Das MUSS er enthalten)
  • eventuell ein Anriss aus dem Text, erste Sätze
  • wenn schon vorhanden Presse- oder Leserstimmen
  • Autorenkurzvita (wenn auf der 2. Seite = Rückseite der Schmutzseite oder auf dem Schutzumschlag)
  • Hinweise auf vorherige Publikationen

Am besten ist es, man schaut sich verschiedene Klappentexte an und nutzt auch die vielen hilfreichen Tipps, die es im Internet zu finden gibt. Da ist für jeden etwas dabei und man kann sich aus jedem Beitrag etwas für sich herausfiltern.

Jetzt geht es ans Schreiben!

Am besten fängt man damit an, den Inhalt in zwei oder drei Sätzen zu beschreiben, immer im Präsens! Verschiedene Versionen des Themas helfen, sich zu verbessern und schaffen auch eine Auswahl an Möglichkeiten. Nicht an Kleinigkeiten aufhängen, lieber etwas weglassen, anstatt zu spoilern. Wenn man denkt, es passt so weit, dann ein paar Tage liegen lassen. Noch einmal überarbeiten oder neu schreiben. Das macht man so lange, bis man zufrieden ist. Am besten lässt man den fertigen Text jemanden lesen, der den Inhalt nicht kennt, ist derjenige neugierig geworden, dann ist der Klappentext fertig und kann so aufs/ins Buch.

Ich habe hier noch einige Klappentexte verschiedener Genres von bekannten Autoren für euch.

Die Trauer trägt Schwarz von Martha Grimes, Goldmann

Inspektor Jury und ein mysteriöser Mordfall im Herzen von London.
Mickey Haggerty, ein alter Kollege von Inspektor Jury, hat es sich in den Kopf gesetzt, eine Tragödie aufzuklären, die sich vor mehr als fünfzig Jahren innerhalb der reichen Londoner Brauerei-Familie Tynedale abgespielt hat – und er benötigt dringend Jurys Hilfe. Doch noch bevor Jury mit seinen Ermittlungen beginnen kann, ereignet sich ein mysteriöser Mord: Simon Croft, ein enger Freund der Tynedales, wird erschossen aufgefunden. Jury ahnt, dass er einen verborgenen Gegenspieler hat, der alles daransetzt, die Vergangenheit für immer ruhen zu lassen …

Hier sagt schon der erste Satz aus, dass es sich im einen Krimi handelt. Wir erfahren, wer das Opfer ist, sonst nur etwas über die Hauptperson. Jetzt muss der Leser lesen, damit er weiß, wer das arme Opfer getötet hat.

Die Akte Odessa von Frederick Forsyth, Serie Piper Spannung

Odessa – das ist die Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen, die zwischen Deutschland, Kairo, Madrid und Buenos Aires operiert. Knapp 20 Jahre nach dem Krieg …
Bei seiner Jagd auf den Lagerkommandanten Eduard Roschmann gerät der Hamburger Reporter Peter Miller in ihre Fänge: aus dem Jäger wird der Gejagte – es geht um Leben und Tod.

(Im Anschluss an den Kurztext ist hier noch eine Pressestimme zu lesen, das ist manchmal bei Neuauflagen der Fall, wenn es bereits etwas zu lesen gibt.)

Hier weiß der Leser sofort, dass er es mit möglicherweise blutiger Spannung zu tun hat.

Rollende Steine von Terry Pratchett, Goldmann

Gevatter Tod hat eine Identitätskrise. Als er von einem Tag auf den anderen spurlos verschwindet, muss seine Enkelin Susanne die Geschäfte für ein paar Tage übernehmen. Bei ihrer neuen Arbeit bekommt sie es nur zu bald mit einem äußerst merkwürdigen Phänomen zu tun, einer neuen Musik, die ein Barde, ein Zwerg und ein Troll erfunden haben. Und genau diese magischen Melodien sind es, die Tods Enkelin vor ungeahnte Probleme stellen.

(Auch hier sind noch Pressestimmen angeführt.)

Der Leser weiß sofort, dass es sich um Fantasy handelt.

Die Wand von Marlen Haushofer, List Taschenbuch

Hier haben wir den Klappentext auf der 2. Seite und auf dem Buchdeckel noch einmal eine kürzere Version.

Eine junge Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf – und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein …

Muss man dazu noch etwas sagen?

Auf der Rückseite des Buches steht:

Eine Frau wacht eines Morgens in einer Jagdhütte in den Bergen auf und findet sich eingeschlossen von einer unsichtbaren Wand, hinter der kein Leben mehr existiert …

Der Tag, an dem der Wind dich trägt von James Patterson, Weltbild Reader

Die Tierärztin Frannie O’Neil entdeckt im Wald ein junges, verängstigtes Mädchen und traut zunächst ihren Augen nicht. Nach einer weiteren Begegnung ist klar: Dieses Kind hat eine ganz besondere Gabe, die es zu einem einzigartigen Wesen macht. Frannie nimmt sich des Mädchens an, doch die beiden werden gnadenlos verfolgt und immer tiefer in eine Verschwörung verstrickt, bei der es um illegale Genforschung und skrupellose Experimente an Menschen geht.

Auch hier ist klar, dass wir einen Thriller vor uns haben.

Diese Beispiele haben alle etwas gemeinsam: Sie sind kurz, sagen höchstens etwas über die Vergangenheit aus oder den Anfang des Buchs und hören vor der Spannung auf mit der Inhaltsangabe. Die wichtigsten Personen werden erwähnt und man bekommt eine Ahnung vom Genre.

Wer sich unsicher bei der Erstellung ist, kann ruhig andere Klappentexte zu kopieren versuchen, die Art und Weise auf sein Manuskript anwenden und später etwas Eigenes verfassen. Kopieren ist eine gute Übung, um gewisse Dinge der Formulierung zu lernen.

Viel Spaß bei der Klappentexterstellung!

Alle Bilder sind von mir gemacht, die Bücher zum Teil bereits vor Jahrzehnten selbst gekauft und natürlich alle gelesen.