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Stilmittel Teil 5

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Es ist schon eine Weile her, dass ich diese Reihe begonnen habe und längst wieder an der Zeit, sie fortzuführen.

In diesem Beitrag widme ich mich Bekanntem und weniger Bekanntem, das bei näherer Betrachtung gar nicht so selten verwendet wird, wie man dem Namen nach vermutet.

  • Symbol
  • Synästhesie
  • Onomatopoesie
  • Litotes
  • Asyndeton
  • Chiasmus
Bild von Pixabay

Da sind einige nette Wörter dabei, doch keine Angst, dahinter stehen einfache Dinge, die ich im Folgenden erklären und mit Beispielen würzen werde.

Symbol

Der Begriff kennt jeder, es wird auch in Bildern dargestellt und gibt es als synonyme Wörter bzw. Wortgruppen, deren Bedeutung auf den ersten Blick nichts mit dem Gemeinten zu tun hat.

Als Symbol wird die vereinfachte und stellvertretende Darstellung eines Objekts oder Sachverhalts bezeichnet, die allerdings keinen Rückschluss auf das Gemeinte liefern muss. Um verstanden zu werden, muss dem Leser die Bedeutung des Symbols bekannt sein.

Beispiele:

Leonie war niedergeschlagen. Mit gesenktem Blick stapfte sie über die Wiese. Von überallher reckten sich die vierblättrigen Kleeblätter in ihre Richtung, aber sie übersah die satten grünen Pflanzen, die auf sich aufmerksam machen wollten.

(Es geht um Glück)

Gestern hatten wir die weiße Taube losgeschickt, um so dem König des Golonischen Reichs zum Verhandeln zu zwingen. Bislang ist noch keine Antwort eingetrudelt, allerdings halten auch seine Angriffsreihen die Stellung und bewegen sich nicht weiter.

(Frieden)

Der Wettbewerb verlief für die Schüler der dritten Klasse sehr gut, sie hatten fünf Medaillen errungen.

(Sieg)

Man kann natürlich seine eigene Symbolik entwickeln, die sich immer wiederholt und so dem Leser verständlich wird. Auf jeden Fall darf es nicht zu abstrakt sein, was gemeint ist.

Manche Symbole werden immer wieder aufgegriffen wie die blaue Blume (die gibt es übrigens auch bei Shrek, fällt mir gerade ein: Blaue Blume, rote Dornen.) steht für Sehnsucht.

Aber auch der Odem bzw. Atem, der für das Leben steht.

Ihr seht, man kann schon einiges mit Symbolen bewirken. Aber es muss zum jeweiligen Text passen. Leichter ist es natürlich, wenn man bereits bekannte Symbole verwendet, wie in den Beispielen davor.

Sein Blick richtete sich auf die Sterne, die Weite des Alls und versank darin. Er glaubte, niemals wieder so frei zu sein, denn schon jetzt spürte er, wie der Wald nach ihm rief. Doch er wusste, eines Tages, würde er wieder zu den Sternen schauen.

Ich habe hier zwei Symbole erschaffen, einerseits die Sterne für die Freiheit und den Wald für das Bodenständige.

Synästhesie

In der Literaturwissenschaft bezeichnet Synästhesie die Vermischung zweier oder mehrerer Sinneseindrücke. Der Schriftsteller beschreibt dann z. B.

  • Geruchs- und Sehsinn
  • Riechen, sehen, schmecken
  • Tast- und Sehsinn

Das Verbinden mehrerer Sinneseindrücke, kann die Bedeutung erhöhen und vermittelt dem sonst Gegenständlichem etwas Sinnliches, verfrachtet es sozusagen auf die Gefühlsebene.

Wie leises Glockenklingen drang ihre Stimme an sein Ohr, es war der zarte Windhauch, der ihn streichelte, liebkoste und aus der Irre führte.

Hier habe ich den Hör- und Tastsinn in den Beispielsatz eingebaut.

Synästhesien gibt es aber auch in der Alltagssprache: schreiendes Rot, warme Farben, dunkle Töne

Onomatopoesie

Darunter bezeichnet man die sprachliche Nachahmung von Schallereignissen. Besser bekannt auch unter Lautmalerei, Klangmalerei, Lautnachmachung …

Bekannt sind 3 Arten:

  • Wortbildungen: Ein Wort, das in seinem Klang an das Gemeinte erinnert und lassen sich einer Wortart zuordnen. z. B. Kuckuck, krachen, knistern, knacken, ticken, …
  • Interjektionen: Es sind Einwürfe oder Ausrufe, die Laute nachahmen und lassen sich keiner Wortart zuordnen. Häufig kommen sie in Comics zum Einsatz. z. B. wumms, peng, krach. Oder sie bilden Tierlaute nach, die keiner Wortart zuzuordnen sind: mäh, wau, miau
  • Umschreibungen: Es handelt sich dabei um Wörter, die einen Laut beschreiben und nicht danach klingen. Sie können verschiedenen Wortarten angehören und auch Gruppen bilden. z. B. trompeten (Verb), metallisch klingen (Adjektiv+Verb), flöten,

Onomatopoesie hat auch in den Alltag Einzug gehalten:

Die Blätter rascheln. Die Kinder kichern. Die Reifen quietschen. Das Publikum klatscht.

Sämtliche Tierlaute.

Das Geheimnis herausposaunen.

Litotes

Hier geht es um die doppelte Verneinung, um eine Aussage abzuschwächen oder etwas ironisch auszudrücken. Man kann aber auch etwas hervorheben oder eine Kritik hübscher gestalten.

Verwendet wird es mit der doppelten Verneinung:

  • Sie hat damit nicht unrecht.
  • Das Kleid ist nicht unschön.
  • Etwas ist nicht ohne Witz.
  • Verneinung des Gegenteils:
  • Sie hat nicht wenig verdient.
  • Er sieht nicht übel aus.
  • Er ist kein übler Typ.

Ganz bekannt ist der Ausspruch: The Queen is not amused. – Da weiß jeder, dass die Königin verärgert ist, es ist nur hübscher verpackt.

Der falsche Litotes wird in verschiedenen Sprachen verwendet, z. B. in der bayrischen Mundart, und stellt eine Bekräftigung der Verneinung dar.

Des ham ma nia ned gmocht. (Das haben wir nie nicht gemacht.)

Es geht aber auch anders, ohne direkt die Verneinung zu benutzen, indem man eine Aussage abschwächt oder hervorhebt.

Terry Pratchett soll ganz witzig geschrieben haben, habe ich gehört. (Hier betont man, dass man den Schriftsteller für einen Verfasser sehr lustiger Werke hält.)

Da hast du dir eine nette Karre zugelegt. (Wenn man von etwas beeindruckt ist, es aber nicht sagen möchte.)

Asyndeton

Dabei handelt es sich um eine Aneinanderreihung von Satzteilen, die nur durch ein Komma bzw. einen Punkt miteinander verbunden sind. Ich kam, ich sah, ich siegte.

Man kann das Asyndeton in allen Genres verwenden, um eine Stimmung zu steuern, das Tempo zu erhöhen oder etwas hervorzuheben. Auch der Blickwinkel lässt sich so bei Beschreibungen gut darstellen.

Beispiel:

Sie betrat den Raum, sah Sofa, Bilder, Bücherschrank an einer Wand, gegenüber das Fenster, die geschlossenen Vorhänge. Alles wirkte düster.

Häufig wird das Asyndeton auch in der Werbung eingesetzt:

Rittersport. Quadratisch. Praktisch. Gut.

Damit es nicht zu einfach wird, gibt es verschiedene Arten des Asyndetons:

  • Asyndeton adversativum: Zwei Aufzählungen werden einander gegenübergestellt. Zu Fuß, mit Bus, mit Bahn ist es umweltfreundlicher zu reisen als mit Auto, Flugzeug, Fähre.
  • Asyndeton consecutivum: Hier folgt eine Schlussfolgerung am Ende der Aufzählung. Wer, wie, was, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm.
  • Asyndeton enumerativum oder unzählbare Aufzählung, sie kann weitergeführt werden. Alle Menschen, arm, reich, dick, dünn, groß, klein, klug, dumm sollen gleich behandelt werden.
  • Asyndeton explicativum, erklärt etwas. Marienkäfer, Borkenkäfer, Hummeln, Fliegen gehören zu den Insekten.
  • Asyndeton summativum. Das Asyndeton wird durch ein Ergebnis zusammengefasst. Nichts macht glücklicher, lebendiger, freudiger, strahlender als die Liebe.

Das Gegenteil zum Asyndeton ist das Polysyndeton. Hier wird die Aufzählung durch ein Bindewort miteinander verbunden.

Er lief und hetzte und flitzte und sprang.

Der Fokus liegt auf dem Rennen, trotzdem ist das Tempo verlangsamt.

Chiasmus

Dieses Stilmittel wird häufig in der Lyrik eingesetzt. Es werden gleichwertige Wörter, Teilsätze oder Sätze in unmittelbarer Abfolge kreuzweise entgegengesetzt angeordnet. Das bedeutet, dass der Chiasmus die beinahe spiegelbildliche Anordnung eines dieser Elemente im darauffolgenden Abschnitt beschreibt.

Der Chiasmus wird oft genutzt, um gegensätzliche Behauptungen hervorzuheben. Sie kommen in der Kreuzstellung der jeweiligen Satzbestandteile noch deutlicher zum Vorschein. Die Antithese ist nicht zwingend erforderlich, sondern kann durch den Chiasmus nur verstärkt werden.

Folglich hat der Chiasmus eine verstärkende Wirkung auf das Gesagte oder Geschriebene, da durch die Wiederholung die eigentliche Aussage in den Vordergrund rückt.

Um diese komplizierte Beschreibung zu verdeutlichen, Beispiele:

  • Oh Gott! Die Kunst ist lang und kurz ist unser Leben. (aus Faust, J. W. von Goethe)
  • Die Waffe der Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht ersetzen. (Karl Marx)
  • Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit. (Wallenstein, F. Schiller)
  • Der Einsatz war groß, klein war der Gewinn.
  • Der Last war schwer, gering war die Entlohnung.

Noch eine Anmerkung zum Schluss des langen Beitrags:

Stilmittel sind eine Würze. Setzt sie wohldosiert ein, dann wird das Gericht auch köstlich und dem Leser Freude bereiten. Und euch auch.

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Sprachwandel und Gedanken zum Gendern

Der erste Beitrag im neuen Jahr und gleich so ein Thema. Ich wünsche euch trotzdem ein gutes neues Jahr.

Dieser Beitrag spiegelt meine Meinung wider. Weiterführende Links und solche, die ich zur Recherche genutzt habe, findet ihr an den jeweiligen Stellen bzw. am Ende des Beitrags.

Ich weiß, dass dieses Thema kontrovers ist und schon zahlreiche unschöne Diskussionen ausgelöst hat. Deshalb bitte ich euch, sollte es dazu kommen, um einen sachlichen Tonfall. Alles Beleidigende werde ich löschen. Zur Sprachentwicklung gehört, meiner Meinung nach, auch eine gepflegte Diskussionskultur, die sich leider in eine Richtung entwickelt, die ich problematisch sehe.

Nun aber zum eigentlichen Thema, das ich stark an das Schreiben von Romanen orientieren werde, schließlich bin ich Schriftsteller oder doch Schriftstellerin.

Die Sprache unterliegt einem Wandel, die Bedeutung verschiedener Wörter verändert sich, ebenso die Grammatik. Nur ein Beispiel: Was im 18. Jahrhundert merkwürdig war, war nicht sonderbar, komisch oder eigenartig, sondern des Merkens würdig, es war demnach wichtig. Noch weiter zurück mit einer ähnlichen Bedeutungsänderung aus dem Mittelhochdeutschen: Die Jungfrau hatte damals nichts mit einer unberührten (ich mag das Wort nicht, aber mir fällt kein passenderes ein) Frau zu tun, sondern betitelte eine ehrbare, erwachsene Frau. Reich hatte nicht nur etwas mit Geld zu tun, sondern auch mit reich an Wissen, Tugend (ja, das war damals etwas mehr als heute, man denke an die ritterlichen Tugenden), Weisheit usw.

Aber auch die Konnotation bestimmter Wörter oder Wortgruppen hat ihre Bedeutung verändert. Wenn man heute vom deutschen Volk spricht, hat das einen negativen Beigeschmack.

Und wir verbannen rassistische Beleidigungen aus unserem Wortschatz (wobei, nein, ein Schatz sind Beleidigungen nicht), was absolut richtig ist.

Diese Veränderungen sind langsam vonstattengegangen und haben sich zumeist innerhalb der Gesellschaft entwickelt und wurden nicht von einer, wie auch immer gearteten, Elite aufgestülpt. Sprachwandel vollzieht sich meist durch eine Vereinfachung. Wir sehen das in den letzten Änderungen der deutschen Rechtschreibung und auch der Grammatik. Ein Wörterbuch aus dem Jahr 1990 sieht anders aus als eines aus dem Jahr 2020. Je weiter wir nach hinten gehen, desto mehr Änderungen oder auch neue/andere/unbekannte Wörter werden einem auffallen.

In der Literatur fällt es ebenso auf – nicht nur die geänderte Rechtschreibung, auch die Inhalte und die Bedeutung der Wörter. Hier sollte man darauf Rücksicht nehmen, in welcher Zeit etwas geschrieben worden ist und den Inhalt der damaligen Mode zuschreiben. Wichtig finde ich aber bei historischen Romanen, die heute geschrieben werden, auf den Geiste der jeweiligen Zeit einzugehen und das zumindest in den Dialogen auszudrücken, ohne Angst vor einem mahnenden Zeigefinger. Ein historischer Roman sollte den Zeitgeister der jeweiligen Epoche widerspiegeln, selbst dann, wenn er ihn hinterfragt. Ebenso halte ich es für angebracht, einen Roman, der in unserer Epoche spielt, so zu schreiben, dass er hinein passt.

In manchen modernen Romanen wird zum Teil gegendert. Ich mag es nicht besonders, aber wer es macht, sollte es dann auch konsequent durchziehen, sonst wirkt es zufällig, gerade, was die Genderzeichen betrifft. In belletristischen Werken finde ich sie irritierend, man kann es anders lösen. Wie, das erkläre ich im Folgenden.

Was genau ist jetzt „Gendern“?

Quelle Pixabay

Gendern steht im deutschen Sprachgebrauch für eine geschlechterneutrale Ausdrucksweise, sowohl gesprochen als auch geschrieben. Formen ohne Geschlechterbedeutung werden dabei empfohlen.

In den 1970er Jahren haben sich 2 Vorgehensweisen zur Sichtbarmachung der Geschlechter unterteilt.

1. Bezeichnungen, die mit dem Sexus übereinstimmen.

a) vollständige Nennung der Geschlechter

z. B. Schüler und Schülerin, verkürzt Schüler/Schülerin oder das binnen I SchülerIn

b) mehrgeschlechtliche Schreibweisen mit Genderzeichen seit 2003
z. B. Gender Gap – Schüler_innen, Gendersternchen Schüler*innen, Doppelpunkt Schüler:innen

2. Neutralisierungen

a) geschlechtsneutrale Benennung durch substantivierte Adjektive oder Partizipien z. B. Studierende, Lernende

b) geschlechterneutrale Umformulierung mithilfe eines Adjektivs z. B. schulischer Abschluss, fachlicher Hinweis, ärztlicher Rat, lehrend tätig sein

c) durch Bildung von Relativsätzen
Da das Relativpronomen wer genderneutral ist, eignen sich Relativsätze auf wer gut zur geschlechtergerechten Formulierung. Z. B. Wer einen Antrag stellt, hat …; Alle, die unterrichten, …

d) direkte Anrede. z. B. Hier Ihre Unterschrift, Klicken Sie hier

e) Generische Substantive: Mensch, Publikum, Belegschaft, Meute, Person, Personal, Mitglied, Kollegium

f) Passivierung z. B. folgende Unterlagen sind beizufügen.

Achtung bei Genera von Personenbezeichnungen unbestimmten Geschlechts, die müssen und können nicht gegendert werden: z. B. der Gast, das Mitglied, die Person, der Mensch, der Laie … siehe Punkt e)

In der Belletristik ist es nicht sehr sinnvoll, zu gendern, ganz gleich in welcher Art und Weise. Sätze mit zu vielen Adjektiven, substantivierten Adjektiven oder die Verwendung von Passivsätzen werden lang und vor allem fad. Allerdings, kann man es in der wörtlichen Rede einbauen, wo es Sinn ergibt und es vor allem zu der sprechenden Person passt.

Beispiel: Alle standen beisammen und wollten sich auf den Heimweg machen. Eben hatte sich die Gastgeberin noch von den zu bewirtenden Menschen verabschiedet, die Tür geschlossen und das Licht gelöscht. Jetzt war die Straße in Dunkelheit getaucht. Das flackernde Licht der Straßenlaterne brannte Lichtflecke auf den schwarzen Asphalt. Die Nachtschwärmer begannen, sich umzuschauen. Da und dort schienen Schatten zu sein, die dort nicht hingehörten. Wo waren sie nur hineingeraten? Ängstlich und mit wild klopfenden Herzen schauten sie immer wieder zurück. Irgendwo musste ein Ausweg sein! Doch da war nichts … Ich höre jetzt auf, mir krampfhaft irgendwelche langweiligen Sätze aus der Nase zu ziehen. Jeder, für den ich schon einmal testgelesen habe, wird wissen, wie sauer mir Passivkonstruktionen aufstoßen, wenn sie zu häufig sind. Sie entfernen sich von der handelnden Person und der aktiven Szene.

Beispiel: Die Studierenden haben alle im Sommer Ferien. Hier entsteht das Problem durch das Wort Studierende, denn wenn sie Ferien haben, sind sie keine Studierenden, denn sie studieren nicht, sondern haben Urlaub oder arbeiten. Die Verwendung von substantivierten Adjektiven (in diesem Fall studierend) ergibt ein Sinnproblem. Es lässt sich fortführen mit Lehrende, Fahrende usw. Lasst die Leute Studenten sein, Lehrer oder Fahrer.

Eine Unklarheit herrscht auch bei Anglizismen und anderen Fremdwörtern, wie z. B. Follower, User.

In Geschäftsbriefen hat sich eine genderneutrale Schreibweise mehr oder weniger eingelebt, hier spreche ich aus eigener Erfahrung. Es stört auch nicht weiter.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtergerechte_Sprache#Substantivierte_Partizipien_oder_Adjektive

https://de.wikipedia.org/wiki/Gendern

https://www.gleichstellung.uni-wuppertal.de/de/beratung-service/geschlechtergerechte-sprache.html

https://genderdings.de/gender/gendern/

Quelle Pixabay

Meine wichtigsten Pros:

  • Eine neutrale Ausdrucksweise, die alle Menschen anspricht
  • Sichtbarmachung aller Geschlechter
  • Sprache bildet die Wirklichkeit ab
  • Es gibt gute gendergerechte Formulierungen, was auch Wortwiederholungen verhindert
  • Sprache verändert sich

Meine wichtigsten Contras:

  • Gefühlt von „oben“ aufgedrückt
  • Manches passt einfach nicht, ist umständlich und zusätzlich verkompliziert es den Text, wenn besitzanzeigende Fürwörter und Artikel noch mitgegendert werden
  • Schwer in der Alltagssprache, die sich immer verkürzt, umzusetzen
  • Gleichberechtigung hat nichts mit Sprache zu tun
  • Gendern macht es für mich unmöglich, mich nicht auf das Geschlecht der jeweiligen Person zu konzentrieren
  • Sehr selten, eigentlich nie, werden negativ konnotierte Wörter gegendert
  • keine einheitliche Schreibweise

Andere Pros und Contras findet ihr noch hier:

https://www.geo.de/magazine/geo-magazin/pro–und-contra-liste-was-spricht-fuer-und-gegen-das-gendern–30675936.html

https://www.lpb-bw.de/gendern#c76345

Wie ich eingangs erwähnt habe, verändert sich die Sprache. Das lässt sich nicht verhindern und ist auch gut so. In meiner Jugend habe ich anders gesprochen als die heutige Jugend spricht. Das ist interessant zu beobachten. Aber diese Entwicklungen, besonders auch hin zu Anglizismen, geht von einem Großteil der Bevölkerung aus und wird nicht, wie es viele fühlen, von „oben“ aufgedrückt.

Ich weiß nicht, ob ich für oder gegen Gendern bin. Mir ist es im Grunde genommen egal, ob mich jemand als Schriftsteller oder Schriftstellerin betitelt, beides sagt aus, was ich mache, wobei mich das zweite wieder auf mein Geschlecht reduziert. Sollte es der lesenden Bevölkerung (ist gegendert und liest sich nicht schön) nicht egal sein, ob ein Mann oder eine Frau etwas geschrieben hat? Der Beruf an sich ist neutral und so sehe ich es auch. Aber da Menschen nun einmal unterschiedlich sind, kann ich nicht erwarten, dass jeder meine Meinung teilt.

Was ich allerdings wichtig finde, dass man Gendern losgelöst vom Feminismus betrachtet. Meiner Meinung nach hat Gendern nichts mit Gleichberechtigung zu tun, das ist ein anderes Thema, das ich hier nicht beleuchten möchte. Beim Gendern geht es um geschlechtsneutrale Bezeichnungen. Allerdings sollte hier erst eine Einigung in der Schreibweise erzielt werden, die das alles etwas vereinfacht. Aktuell ist es eine hochkomplizierte Sache, bei der sich nicht einmal Sprachwissenschaftler einig sind.

Es gibt auch noch keine ausreichenden Studien über die Sinnhaftigkeit des Genderns und ob es eine Änderung in den Köpfen der Menschen bewirkt.

Deshalb halte ich mich an die Empfehlung des Rates für deutsche Rechtschreibung:

Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.

Rat für deutsche rechtschreibung

Die geschriebene deutsche Sprache ist nicht nur von Schülerinnen und Schülern zu lernen, die noch schriftsprachliche Kompetenzen erwerben und deren Leistungen nach international vergleichenden Studien immer wieder Gegenstand öffentlicher und vor allem bildungspolitischer Diskussionen sind. Rücksicht zu nehmen ist auch auf die mehr als 12 Prozent aller Erwachsenen mit geringer Literalität, die nicht in der Lage sind, auch nur einfache Texte zu lesen und zu schreiben. Auch Menschen, die innerhalb oder außerhalb des deutschsprachigen Raums Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache erlernen, sollte der Sprach- und Schrifterwerb nicht erschwert werden.

Rat für deutsche Rechtschreibung

Hier noch der Link zu der interessanten Seite. Ich empfehle sie allen Leuten, die bis hierher gelesen haben, dort findet ihr auch das PDF mit dem gesamten Pressetext des Rates für deutsche Rechtschreibung.

https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/

Meine Empfehlung für die Allgemeinheit und für mich: Alles etwas locker nehmen und vor allem, das generische Maskulinum ist kein Feind und Movierungen mit dem Suffix -in sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Hütet euch vor Sprechverboten und denkt nach, bevor ihr in vorauseilendem Gehorsam gendert, wie sinnvoll es am Ende ist und vor allem, was ihr sagen wollt.

Dieser Beitrag ist leider schon viel zu lang geworden. Zur Entspannung noch ein gutes Video von Alicia Joe, das noch ein paar mehr Informationen zum Thema bietet als mein Text.

Alicia Joe

Frohe Weihnachten

Die Stille nicht

Es ist die Stille dieser Nacht
nicht einer, der ein Licht entfacht
sind es Viele, die jetzt spenden
und sich fröhlich Grüße senden.

Es ist die Stille dieser Nacht
nicht die Liebe glänzt so sacht,
es sind Viele, die nur kaufen
und emsig durch die Gegend laufen.

Es ist die Stille dieser Zeit
nicht jeder ist dafür bereit,
die Ruhe in sich zu erdulden,
den inner’n Frieden, den wir uns schulden.

(c) Herta Krondorfer 2021

Jahresrückblick 2021

Bild von Pixabay und angepasst von mir

Das Jahr ist gefühlt verflogen. Es hat sich viel getan bei mir, sowohl im privaten Bereich als auch im schriftstellerischen. Nicht alles war gut, aber nicht alles war schlecht. Das Jahr war durchwachsen mit Höhen und Tiefen, wobei es langsam wieder einmal richtig bergauf gehen könnte.

Dann schaue ich mal zurück, was sich alles getan hat in einem Jahr.

Ich habe vier Kurzgeschichten geschrieben, drei davon veröffentlicht, eine muss ich noch überarbeiten und an den ausschreibenden Verlag einsenden, aber dazu ist noch etwas Zeit.

Einen Roman habe ich veröffentlicht und einen weiteren begonnen. Mit viel Glück beende ich die Rohfassung noch in diesem Jahr.

Kurzgeschichten:

  • Die Grenze des anderen (Herta Krondorfer) als E-Book bei Amazon.
  • Schlafendes Gen (H. K. Ysardsson) als E-Book bei allen Anbietern
  • Blackout (H. K. Ysardsson) in der Anthologie 2050 von Anne Polifka und Jennifer Schumann
  • Noch zu überarbeitendes Manuskript

Roman:

  • Der letzte Salamander (H. K. Ysardsson) 1. Sept. 2021 veröffentlicht über myMorawa.

(Alle Bücher sind hier zu sehen und wer mag, kann sich auch eines über die dort genannten Links bestellen.)

Gerade in Arbeit:

  • Kurzgeschichte
  • Romanmanuskript, das eine Vorgeschichte zu „Der letzte Salamander“ bildet.

Ich habe in diesem Jahr sehr viel für den Blog geschrieben, was mir irre Spaß macht aber auch viel Zeit kostet. Dazu habe ich einen Zweitblog begonnen, den ich mit Inhalten zur Demenzbetreuung fülle, die sich besonders an pflegende Angehörige richten.

Bild von Pixabay

Eigentlich wollte ich den Blog bzw. die Seite aufräumen und in Kategorien sortieren, aber wisst ihr was, das bin nicht ich. Auch mein Schreibtisch und einige meiner Notizbücher beinhalten alles, was mir so einfällt. Ich möchte den Blog so halten, wie ich mich wohlfühle. Es ist alles zu finden.

Auch auf Instagram hat sich einiges getan, wenn ich so zurückschaue. Es sind viele neue Follower dazu gekommen, einige sind wieder gegangen, aber die meisten sind geblieben. Ich hoffe mal wegen der Inhalte und nicht aus Bequemlichkeit.

Wie auf allen meinen Seiten, möchte ich guten Content bieten, der neben fachlichen Themen auch unterhält und ab und zu etwas Werbung für meine Arbeit einstreuen.

Zurückgeschaut, habe ich nicht so wenig gemacht und nüchtern betrachtet, ginge bestimmt noch mehr. Aber ich habe leider keine Zeit, mich ausschließlich aufs Schreiben zu konzentrieren, so tat sich noch Folgendes in diesem Jahr:

Bild von Pixabay

Meine Arbeit als pflegende Tochter wird immer mehr. Auch hier ein ständiges Auf und Ab, wobei das Ab auf geistiger Ebene gerade sehr stark zu sehen ist. Das zu beobachten, ist nicht immer so einfach und jeder wird mir nachsehen, wenn ich dann manchmal keine Lust mehr habe, mich abends noch hinzusetzen und zu schreiben.

Ich hoffe, bei euch war das Jahr auch gut und es ist euch nichts Schlimmes passiert. Passt auf euch auf. In Kürze gebe ich euch auch eine kleine Vorschau, was ich so machen möchte.

Und ehe ich diesen Beitrag beende,

wünsche ich euch allen ein

wunderschönes, besinnliches, er-lesenes Weihnachtsfest und kommt gut im neuen Jahr an.

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Wortbedeutungen, Verwendungen und Synonyme, Teil 7

Heute wende ich mich verschiedenen Wörtern und Wortgruppen zu, die ähnlich klingen, aber doch eine unterschiedliche Bedeutung haben.

Dasselbe (dieselbe, derselbe) und das Gleiche

Bild von ArousalandPublicDomain auf Pixabay

Wenn zwei das Gleiche sagen, meinen sie nicht dasselbe.

Ich denke, dieser Satz sagt schon gut aus, wie man hier differenzieren kann.

Während dasselbe eine identische Sache bzw. Aussage meint, ist das Gleiche etwas, das dem anderen ähnlich ist.

Beispiele:

Sie trägt das gleiche Kleid wie ihre Schwester. (würde sie dasselbe tragen, sähe das etwas eigenartig aus, denn sie würden sich das Kleid teilen müssen.)

  • Er fährt das gleiche Auto wie seine Mutter.
  • Sie fahren mit demselben Zug.
  • Das Dorf ist dasselbe wie in ihrer Erinnerung.
  • Es sind dieselben Menschen wie damals.
  • Es ist ein und derselbe Schauspieler
  • Zu Mittag isst sie immer das Gleiche.

Erklärung zur Grammatik:

Gleich ist ein Adjektiv, es beschreibt etwas.

Selbe ist nur ein Wortteil, das nach einem Demonstrativpronomen verlangt, um Sinn zu ergeben. Derselbe, dieselbe, dasselbe.

Zu Beginn habe ich es schon leicht angedeutet

Worte oder Wörter

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Beides ist richtig, aber nur in dem jeweils passenden Zusammenhang. Die Pluralform von Wort ist nämlich gemein und lässt sie einfach nach der jeweiligen Bedeutung verschieden erscheinen.

Zu beachten ist:

Wörter sind konkret und können gezählt werden.

Beispiele:

  • Ein Satz besteht aus verschiedenen Wörtern.
  • Hast du die Wörter für die Kurzgeschichte gezählt?
  • Wie viele Wörter hast du heute geschrieben?

Aber

Der Begriff Worte wird in Verbindung mit Zitaten, Redewendungen, Erklärungen, Aussprüchen verwendet. Worte sind abstrakt, sie beschreiben oder umschreiben etwas.

Beispiele:

  • Er säuselt ihr Liebesworte ins Ohr.
  • Spar dir deine Worte!
  • Ihre letzten Worte waren …
  • Ihm fehlten die Worte.
  • Für ihn hatte er nur Schimpfworte übrig.

Weil ich gerade Schimpfworte erwähnt habe. Es gibt nicht nur die abstrakte Erwähnung der Worte, sondern es gibt auch Schimpfwörter, in dem Fall ist es eine zähl- bzw. nennbare Zahl an einzelnen Wörtern.

Motivation und Mut

Diesen Spruch habe ich auch auf Instagram gepostet und mir ein paar Gedanken dazu gemacht. Hier werde ich noch etwas mehr in die Tiefe gehen.

Alle, die in kreativen Berufen tätig sind oder generell selbstständig sind, wissen, was es heißt, sich selbst zu motivieren und anzutreiben. Motivation ist nicht immer einfach. Hat keiner behauptet. Dadurch wird es aber nicht leichter machbar.

Wenn man etwas machen will, so wirklich will, dann wird sich früher oder später ein Weg finden. Der Ausspruch: Das kannst du nicht, zieht nicht. Solange man den Weg, das Vorhaben nicht probiert, weiß man nicht, ob man es kann. Syrus hat das, wie ich finde, sehr, sehr treffend formuliert. Kurzer Satz mit starker Aussage.

Gerade Leute in kreativen Berufen lassen sich oftmals verunsichern, von der Marktlage (man muss auch davon leben können), von anderen Leuten (Agenten, Verlage, …), vom Partner und allen möglichen äußeren Umständen. Da öffnen sich Schubladen in die derjenige dann gesteckt wird oder es gibt Schildchen mit der entsprechenden Aussage: Das kannst du nicht.

Klar kannst du!
Versuche es!

Es gibt kein Scheitern, es gibt nur Erfahrung und aus der lernt man.

Niemand zwingt einen, in der Schublade zu bleiben oder das Emblem zu tragen, das einem umgehängt wird.

Was hat das mit Motivation zu tun?

Es soll nur zeigen, dass man aus allem etwas machen kann, wenn man es will und es anpackt. Das Ziel vor Augen weiter machen.

Tipps zur Selbstmotivation:

  1. Setze dir Teilziele, die du erreichen kannst, so etwas stärkt und motiviert.
  2. Belohne dich, wenn du etwas erreicht hast (ein Kilo Schokolade oder ein Liter Whisky sind nicht gerade ideal)
  3. Verzeih dir Fehler, aus ihnen kannst du lernen
  4. Gönne dir freie Tage und generell Pausen
  5. Was ist perfekt? Vergiss den eigenen Perfektionismus.
  6. Hol dir Hilfe, wenn du nicht weiterweißt.

Mehr zu den Punkten gibt es auch hier klicken.

Mut zum Risiko gehört bei jeder selbstständigen Tätigkeit dazu. Jeder, der schon einmal einen etwas getan hat, von dem andere sagten, dass kannst du nicht, das schaffst du nicht, wird mir zustimmen, dass man es kann, wenn man will. Das heißt nicht, dass man sich nicht vorher oder nebenher Fachwissen oder andere Kenntnisse aneignet. Ein Bergsteiger wird kaum ohne gute Ausrüstung oder die entsprechende mentale und körperliche Vorbereitung auf den Mount Everest steigen. Er hat vielleicht vor vielen Jahren beim eigenen Hausberg mit wandern angefangen, bis er in die Felsen und auf höhere Berge gestiegen ist.

Das können auch wir Kreativen. Weil du gern Krimis schreibst und vielleicht bislang nur solche veröffentlicht hast, heißt das nicht, dass du nicht auch andere Genres bedienen kannst. Wenn du etwas machen willst, dann mach es.

Es gibt nichts zu verlieren, nur zu gewinnen.

Stilblüten

Manchmal meint man es zu gut oder man sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Metaphern, Redewendungen, Vergleiche und so ziemlich jedes andere Stilmittel kann eine Knospe zur Stilblüte beinhalten. Der Weg des Schriftstellers/der Schriftstellerin ist gepflastert mit guten Vorsätzen, die manchmal den Weg zur Hölle bilden und damit für unfreiwilliges Amüsement der Leserschar sorgen.

Ich glaube, niemand ist gefeit davor. Jeder hat schon Stilblüten produziert. Manchmal wächst sogar ein wahres Blütenmeer aus einem Text heraus.

Bild von Bingo Naranjo auf Pixabay 

Aber was ist eine Stilblüte überhaupt?

Als Stilblüte bezeichnet man Formulierungen, die durch einen Missgriff in der Wortwahl oder Wortstellung, durch Versprecher oder durch Mehrdeutigkeit ungewollt komisch wirken. Viele angebliche Stilblüten sind Phantasieprodukte bzw. wenig gelungene Neologismen (= neue Wortkreation). (Quelle: Wikipedia )

Aber auch falsch formulierte Redewendungen oder Kombinationen von Metaphern, falsche Zeichensetzung oder Rechtschreibfehler führen zu ungewollt komischen Assoziationen beim Leser.

In einer Satire oder anderen witzigen Werken kann man sie auch gezielt einsetzen, um so dem Leser noch mehr Doppeldeutigkeiten zu präsentieren. Allerdings mit Maß und Ziel. Auch zur Charaktergestaltung besonders für Dialoge, wenn eine Figur sehr bemüht ist oder vergesslich, ist es ein gutes Mittel, um diesen Umstand zu zeigen, ohne ihn zu beschreiben.

Hier habe ich einige Beispiele an Stilblüten, die mir auch im Laufe des Rollenspiels untergekommen sind oder ich im Laufe meines Lebens selbst fabriziert habe und ein paar habe ich aus dem Internet gefischt:

Falsche Wortwahl:

  • Samusa kann vielleicht merken, wie sich auch Simiras Haus erhitzt.
  • Blaue Augen jagten durch die Straße …
  • Mit seinen Augen wanderte er durch den Raum.
  • Er schliff sie durch das Zimmer.
  • Sie lächelt als sie ihren Kopf ablegt.
  • Erst viel später tastet er nach dem Beutel und greift ihn ab, dabei hinterlässt er auch am Stoff blutende Stellen.
  • Die Erde war zuerst flüssig und dann erkältet.

Falscher Satzbezug: (Das entsteht meistens durch eine irreführende Verwendung der Fürwörter)

  • Wenn meine Mutter große Wäsche macht, helfen wir ihr, legen sie in einen Korb, tragen sie auf den Speicher und hängen sie auf.

Doppeldeutigkeit:

  • Sie packte seinen Schwanz und setzte sich auf ihn.
  • Sie bekam keine Katze, weil ihre Mutter einen Vogel hatte.
  • Nur noch ein Seitensprung konnte ihn retten.

Dann gibt es noch die typischen Übersetzungsfehler und die allseits beliebte Autokorrektur. Aber das ist für den Schriftsteller weniger relevant.

Natürlich gibt es auch auf Behördenseite immer wieder lustige Fehler, wenn die Behörde sehr amtlich sein möchte und dabei übers Ziel hinausschießt.

Ich wollte erst einige Fotos einfügen, habe mich aber dagegen entschieden, um keine Bildrechte zu verletzen.

Aber auch falsch verwendete Redewendungen können zu ungewolltem Blütenwachstum führen. Es lohnt sich, wenn man bei Unsicherheiten noch einmal nachschlägt, wie eine Redewendung oder auch ein Fremdwort wirklich geschrieben wird.

  • Mir fallen die Schuppen aus den Augen. (Es fällt einem wie Schuppen von den Augen.)
  • Der Kelch bleibt an mir hängen. (Der sollte lieber vorübergehen, der Kelch.)
  • ein zweigleisiges Schwert (na hoffentlich fährt da keine Bahn drüber – zweischneidig ist es mir lieber.)
  • Sie brachte es aufs Tablett. (Ja, wenn sie mir Kaffee damit bringt, aber sie wollte es aufs Tapet bringen und damit eine Sache ansprechen.)
  • Auf ihrem Gebiet war sie eine Konifere. (Wer mag noch Nadelgehölze? – Gemeint ist natürlich die Koryphäe.)
  • Jetzt muss ich die Suppe für sie ausbaden. (Das ist nicht sehr appetitlich – man löffelt die Suppe aus, was in dem Fall auch nicht so toll ist.)
  • Er kippte sich einen Whisky hinter die Binsen. (Oh cool, dann hat er immer noch 0,0 Promille Alkohol im Blut. Richtig kippt man sich das Getränk hinter die Binde.)

Ich wünsche euch ganz viel Spaß mit dem Blütenwachstum. Die Kommentarfunktion steht für weitere Stilblüten bereit. Haltet euch nicht zurück und teilt eure besten Stilblüten und Fails mit uns.

Show don’t tell – Neu und doch nicht neu

In vielen Schreibratgebern, auf Internetseiten und Kursen wird es gepredigt und als völlig moderne und auf den Film bezogene Art des Schreibens dargestellt, um die Leser mitzureißen. Deshalb verwenden die meisten von uns auch die englische Bezeichnung dafür. Kaum jemand sagt: Zeig es und erzähl es nicht. Meistens aus dem einfachen Grund, weil das Wort Erzählen so viel mehr bedeutet, als nur Fakten zu nennen.

Bereits in der Antike, war das ausführliche, ausschmückende Beschreiben, Umschreiben, Erzählen einer Handlung ein wichtiger Aspekt der Rhetorik. Wer einen Mordfall vor Gericht behandelte, beschrieb alles in den detailreichsten und blühendsten Farben, um die nötigen Gefühle bei den Zuhörern zu erzeugen und auch den Tathergang und den Tatort den Leuten näher zu bringen. Es gab ja keine Bilder davon. Das beschränkte sich aber nicht nur auf Mordfälle, sondern auf alle Reden, bei denen das Gefühl angesprochen werden musste.

So ist es auch heute noch.

Wir Schriftsteller und Schriftstellerinnen wollen die Leser/Leserinnen bei ihren Emotionen packen, sie mitnehmen in die Welt, die wir erschaffen haben. Sie sollen die Handlung mit möglichst allen Sinnen erleben, die wir mit dem geschriebenen Wort erreichen können.

Dabei meine ich nicht, jedes kleinste Detail zu erwähnen. Das wiederholte Zurückstreichen einer Haarsträhne wird ermüdend ebenso die zehnte Erwähnung eines holprigen Gangs. Beides ist übrigens auch nicht zwingend das berühmte Show.

Hier einige Beispiele, um zu verdeutlichen, was ich meine: (Ich hab wirklich ein Problem damit, mich so auszudrücken, dass es keine Beispiele braucht.)

Beispiel 1a – nur die Fakten:

Die Schlacht war vorbei. Sie hatten verloren. Mit letzter Kraft stand er aufrecht und schaute dem Feind entgegen.

Beispiel 1b – mit mehr Details und ich nutze eine bildhafte Sprache:

Über dem Schlachtfeld wehte der Gestank des Todes. Pulverrauch und Asche hingen in der Luft. Vereinzelt drangen die Schreie der Verletzten und Sterbenden an sein Ohr, vermischt mit dem Ruf zum Festmahl der Raben. Das Katapult lag in Trümmern, das Vermächtnis einer einstigen militärischen Macht. Jetzt war es das Zeugnis des Versagens, ihres Versagens. Die Hufe des gegnerischen Heeres trommelten über das Schlachtfeld, zertrampelten die noch Lebenden und auch die Toten, zum Hohn der Besiegten. Die Augen brannten ihm, ebenso das Herz, das das Blut aus seinen Wunden pumpte und damit die heimatliche Erde tränkte.

So, die Schlacht ist immer noch verloren, aber wir haben jetzt ein Bild und ein wenig Gefühl dazu. Beide Beispiele haben die gleichen Fakten, aber 1b zeigt dem Leser mehr und lässt ihn die Niederlage viel näher erleben.

Beispiel 2a – nur die Fakten:

Sie ist müde, weil sie Überstunden machen muss.

Beispiel 2b – mit mehr Details und mehr Bilder:

Sie gähnt herzhaft und geräuschvoll. Etwas mehr Schlaf täte ihr gut, aber sie hat keine Zeit dazu. Schon wieder hat ihr der Chef, dem zugegebenermaßen keiner eine Bitte abschlagen kann, Überstunden aufgebrummt. Wenn er nur nicht so toll aussehen würde! Sie seufzt verträumt. Ein weiteres Gähnen schließt sich dem an. Entschlossen versucht sie, sich die Müdigkeit aus den Augen zu reiben, steht auf und holt sich eine Tasse Kaffee. Die Arbeit muss fertig werden.

Zugegeben, es ist jetzt nicht das beste Beispiel, Schlachten liegen mir mehr, aber an diesem Beispiel sieht man deutlich, dass man mit persönlichen Einblicken der Protagonisten und ihren Gedanken viel mehr erreichen kann und zudem habe ich hier noch eingebaut, warum sie die Überstunden macht. Der Chef muss ja ein richtiger Sunnyboy sein (sagt man das heute noch so? Keine Ahnung.)

Beispiel 3a – nur die Fakten:

Er hatte Angst. Da war schon wieder dieses Geräusch. Er blieb stehen und horchte in die Dunkelheit, die ihn umgab.

Beispiel 3b – mit mehr Details und mehr Bilder:

Er verspürte den Drang, davon zu laufen, sich zu verkriechen, aber er stand noch immer da wie festgewachsen. Eiskalte Finger schienen über seinen Rücken zu streichen und verursachten ihm eine Gänsehaut. Da war dieses Pochen wieder! Es war so tief, dass es im Boden vibrierte. Er duckte sich an die Wand, presste sich dagegen, doch auch das brachte keine Erleichterung. Die Schwingungen des dunklen Hämmerns drangen durch den Boden in seine Fußsohlen und zogen sich hoch bis in seinen Kopf. Woher kam das? Was war das? Leise stöhnte er, legte aber rasch eine Hand über seinen Mund, damit er das nicht wieder tat. Er musste still sein, völlig ruhig, sonst hörte es ihn. Dann zwang er sich vorwärts. Jeder Schritt fiel ihm schwer, als würde ihn etwas zurückhalten. Er starrte in die Dunkelheit, versuchte, wie eine Eule zu sehen, aber nichts als Schwärze bohrte sich in seinen Sehnerv.

Ohhhhkay … Es ist ja nur ein Beispiel und ich bin manchmal etwas detailverliebt. Aber ich denke, das zeigt schon deutlich, was ich meine.

Beispiel 4a

Der Hyperantrieb gab dem Schiff genug Schub, um es auf ein Vielfaches seiner derzeitigen Geschwindigkeit zu beschleunigen. Sterne waren nur noch als weiße Streifen zu erkennen.

Beispiel 4b

Sie gab den Befehl zum Sprung. Im Maschinenraum ging der Hyperraumantrieb online, das entsprechende Licht leuchtete auf ihrer Konsole auf. In Gedanken zählte sie von drei herab, dann veränderte sich das Bild auf dem Panoramafenster. Wo vorher noch starr und stationär wirkende Sterne zu sehen gewesen waren, zeigten sich jetzt weiße Bänder, zwischen denen sie dahinsausten. Obwohl sie bereits seit einer gefühlten Ewigkeit in der Raumflotte diente, war es für sie immer noch wie ein Wunder.

Erklärungen lassen sich oft durch etwas Show spannender und interessanter gestalten, werden dadurch aber länger.

Allerdings ist Show nicht immer und für alles das Richtige. Auf die Dosis kommt es an und die gute Mischung. Es gibt Szenen, die leben davon, andere sollten sich auf eine knappe Erzählweise beschränken. Das ist gut, wenn man über Belanglosigkeiten und oder längere Abläufe schreibt, Landschaften beschreibt oder einfach nur einen Zeitsprung einleitet.

Zum Beispiel:

Ihre Morgenroutine war schnell erledigt: Zähneputzen, Duschen, danach eine Tasse Tee und schon schwang sie sich auf ihr Fahrrad, um zur Arbeit zu fahren. Sie hatte zwar ein Auto, doch nutzte sie es selten, weil sie so gleichzeitig etwas für ihren Körper tat.

Oder

Schnell rief er noch bei seinem besten Kumpel an und sagte das Treffen für den morgigen Tag ab. Es gab Wichtigeres, als mit Sam zu zocken.

Am Fenster zogen die Bäume der breiten Allee vorbei, sanfte Hügel waren im Hintergrund zu erkennen. Alles sah aus, als hätte jemand mit Puderzucker die Landschaft bestreut. Schnurgerade zog sich die Straße entlang, die in der Ferne zu einem kleinen Punkt wurde und kein Ende zu nehmen schien.

Metaphern und Vergleiche helfen immer, ein Bild im Leser zu erzeugen. Aber man muss aufpassen, denn ein Zuviel wird schnell langweilig. Dazu ist es bei beiden wichtig, auf die Verständlichkeit zu achten. Zu „bunte“ Metaphern oder schlechte Vergleiche machen den Text nicht schöner, sondern im besten Fall unverständlich.

Auf die Mischung kommt es an.

Will ich Spannung und verschiedene Emotionen transportieren, dann ist Zeigen/Fühlen die bessere Wahl.

Eine Anmerkung zum Schluss. Dieser Beitrag ist meine Meinung zu dem Thema und kein Ratgeber.

Reden wir – Dialoge in Romanen

Heute möchte ich wieder einmal etwas Schreibtheorie in den Blog packen. Wie der Titel schon sagt, geht es um Dialoge.

Wie schreibt man sie?
Worauf muss man achten?

Zeichnung ich

Zuerst einmal möchte ich mich dem Formalen zuwenden, dem Redebegleitsatz und den Satzzeichen. Ich mache das anhand von Beispielen. Redebegleitsätze können vor der wörtlichen Rede, dazwischen oder danach stehen. Das sind Wörter wie: sagen, fragen, antworten und die dazugehörenden Synonyme oder auch Verben, die bereits etwas über die Lautstärke des Gesagten aussagen (brüllen, flüstern, …). Falsch sind: grinsen, lachen, seufzen und andere, die nichts mit Reden zu tun haben. In den Beispielen sieht man besser, was ich meine.

Welches Anführungszeichen man verwendet, ist Geschmackssache, aber es muss im gesamten Text immer gleich gemacht werden.

Richtig:

Kann man den Satz mit einem Punkt beenden, wird der ausgelassen, die Rede mit dem Anführungszeichen geschlossen und danach ein Komma gesetzt.

„Lass uns doch heute einmal zuhause bleiben“, sagte Erin und gähnte dabei herzhaft. (In diesem Beispiel sagt der Beisatz gleich aus, dass Erin müde ist.)

Bei Ruf- oder Fragezeichen wird das betreffende Zeichen gesetzt, danach die Rede geschlossen und anschließend ein Komma gesetzt.

„Warum willst du schon wieder ausgehen?“, fragte Erin und rollte genervt mit den Augen. (Hier erfahren wir, dass Erin genervt ist und etwas nicht versteht.)

Bei der Redeeinleitung steht vor der wörtlichen Rede immer ein Doppelpunkt.

Erin sagte: „Ich möchte heute zuhause bleiben.“

Erin fragte: „Warum willst du schon wieder ausgehen?“

Teilt man die Rede durch einen Beisatz, wird das folgendermaßen gemacht:

„Ich möchte heute zuhause bleiben“, sagte Erin und gähnte dabei herzhaft. „Lass uns lieber vor dem Fernseher eine Pizza essen.“

oder

„Wir müssen nicht jeden Abend ausgehen“, jammerte Erin, „das wird auch schon langweilig.“

Falsch:

„Lass uns doch heute einmal zuhause bleiben“, gähnte Erin. (Man kann nicht gähnen und reden gleichzeitig.) Besser ist es: „Lass uns doch heute einmal zuhause bleiben.“ Erin gähnte herzhaft.

„Lass uns doch heute einmal zuhause bleiben.“, sagte Erin gähnend.

Immer aufpassen bei der Zeichensetzung und der Wahl des Begleittextes.

Man kann auch die Lautstärke oder andere Merkmale in den Begleittext einbauen, wie flüstern oder brüllen. Allerdings wirkt es befremdlich, wenn das in der Aussage verdoppelt wird, wie z. B leise flüstern oder laut brüllen. Diese Verdoppelung kann man sich sparen und die Leute entweder flüstern oder brüllen lassen.

Warum sind Dialoge in belletristischen Werken wichtig?

Sie hauchen den Figuren Leben ein. Man kann ihnen einen Sprachfehler geben, einen Dialekt oder andere spezifische Merkmale. Dabei sollte man aber darauf achten, dass man den Bogen nicht überspannt und es auch für den Leser noch lesbar und interessant bleibt.

Mittels wörtlicher Rede lassen sich die Figuren gut charakterisieren. Der schüchterne Typ von nebenan, wird bestimmt nicht leutselig und laut redend auf jemanden zugehen. Das wäre sehr eigenartig für ihn. So wie schüchterne Zurückhaltung die Partyqueen unglaubhaft erscheinen lässt.

Zeichnung ich

Allerdings können sich die Figuren in bestimmten Situationen anders verhalten und damit auch anders sprechen. Der wortgewandte Frauenheld wird plötzlich schweigsam, weil ihm Mrs. Right über den Weg gelaufen ist. Der Abteilungsleiter, der sonst ständig herumnörgelt und das Maul aufreißt, wird dem Vorgesetzten gegenüber plötzlich lammfromm. Das geht auch in weiblicher Form. Oder jemand, der sonst immer mit lauter Stimme spricht und sich in den Vordergrund drängelt, wird bei einer Trauerfeier leise und hält sich im Hintergrund. – Hier kann man mit der Situation spielen, aber man muss authentisch beim Charakter bleiben und das auch darstellen.

Was auch wichtig für die Figurensprache ist, sind das Alter, der Bildungsstand und das Milieu.

Ein zehnjähriges Kind spricht anders als ein Erwachsener mit akademischer Ausbildung und gehobenem Milieu. Wogegen der Erwachsene mit akademischer Ausbildung, der sich aus der Unterschicht emporgewurschtelt hat, auch noch die Sprache aus seiner Urpsungsschicht verwenden kann, wenn er es denn möchte.

Einem alten Menschen die Sprachgewohnheiten eines Jugendlichen zu verpassen ist auch etwas naja, es kommt komisch.

„Ey, Alter, was geht?“

„Nix. Lass mich, du bist anstrengend AF.“

„Du bist so lost, Bruh.“

Verpiss dich.“

Das wäre lustig, wenn sich zwei 90jährige so unterhalten würden. Besser ist es, man verpasst die aktuelle Sprache der Jugend der Jugend. (Ich gebe es zu, ich bin aktuell nicht uptodate, aber ich schreibe auch nicht für Jugendliche.)

Guten Abend, Bernd. Wie wäre es mit einer Partie Schach heute Abend?“

„Dir auch einen schönen Abend, Ludwig. Am besten ist es, wenn wir uns im Clubraum treffen. Dort haben wir Ruhe.“

„Ich bringe das Brett. Wir sehen uns dort.“

Und noch zwei andere Herren, die sich unterhalten.

„N’Abend, Bernd. Heute Abend Kartenspielen? Wo?“

„Hm … Grüß dich, Wickerl. Setz ma uns in Clubraum zum Karteln, da ist es ruhiger.“

„Klar. Du die Karten, ich das Bier.“

„Jo, owa vasteckt.“

Die Beispiele sind jetzt nicht der Oberknaller, aber sie sollen nur verdeutlichen, wie man mit der Sprache andere Atmosphären und Typen schaffen kann. Die Jugendlichen sind kurz und knapp, eher der Telegrammstil, wohingegen die beiden aus dem 2. Beispiel der gehobenen Bildungsschicht angehören und die letzten könnte man der Arbeiterklasse zusprechen oder auch einer ländlichen Gegend, wo auch Mundart gesprochen wird. Könnte man! Pauschalisieren ist auch nicht gut, aber es sind nur überspitzte Beispiele.

In Dialogen kann man Spannung erzeugen und Informationen weitergeben und viel Show in die Geschichte packen. Ich möchte das anhand eines Beispiels zeigen.

Leise tickte die Uhr im Hintergrund. Vom Schreibtisch war nur das Kratzen der Feder über das Papier zu hören.

„Fräulein Elisa!“ Das Gebrüll ihrer Chefin erschreckte die Schreiberin dermaßen, dass sie beinahe die gesamte Abschrift versaut hätte. Rasch legte sie die Feder zur Seite und ging ins Allerheiligste, das Chefbüro. Dort saß der alte Habicht und wachte über sein Reich.

„Ja bitte, gnädige Frau.“ Elisa hasste sich für den unterwürfigen Ton, den sie anschlug. Am liebsten würde sie der Alten sagen, dass es genug für heute war.

„Haben Sie die Unterlagen in der Sache Minlar gegen Minlar bereitgelegt?“, fragte die Chefin. Elisa hatte das Gefühl, als würden sich die gelben Augen der Chefin in sie bohren und ihr jeden Willen aussaugen.

„Ähm … Ich bin noch nicht dazu gekommen, weil …“, stotterte sie.

„Was? Das geht so nicht, Fräulein Elisa! Sie müssen sich konzentrieren und schneller arbeiten! Ich brauche diese Unterlagen! Wenn ich das gesamte Dossier nicht innerhalb von fünf Minuten auf dem Tisch habe, dann hat das Konsequenzen für Sie!“

In Elisa brodelte der Zorn hoch über diese ungerechte Behandlung.

„Ich sollte doch zuerst die Abschrift Deessra erledigen und anschließend die Lebenslüge Offenler suchen, um sie morgen für die Presse zurecht zu legen! Seit heute Früh arbeite ich ununterbrochen und wissen Sie was, ich habe Ihre Launen satt! Ich kündige!“ Hatte sie das wirklich gesagt? Ihr Herz schlug bis zum Hals. Gelächter unterbrach ihre Gedanken und sie verharrte wieder wie eine Maus im Angesicht des Habichts.

„Sehr schön, Fräulein Elisa. Das erspart mir Arbeit. Gehen Sie. Und merken Sie sich eines, ich vergesse nie etwas.“

Anhand des Dialogs erfährt man, dass Elisa schon sehr lange arbeitet und eigentlich in ihre wohlverdiente Freizeit möchte, vielleicht auch nur ins Bett und schlafen. Wir erfahren auch, dass die Chefin alles auf einmal möchte und sich alles merkt. Was offen bleibt ist die letzte Aussage der Chefin, das wäre in dem Fall eine Art Cliffhanger.

Dialoge können sich aber auch um andere Alltagsdinge drehen.

„Hallo, Jan! Schön, dass du dich auch mal meldest. Hast du die Kinder ins Bett gebracht?“ Er hörte deutlich ihr genervtes Schnauben aus dem Telefon und reagierte deshalb kurz angebunden. „Ja, hab ich.“ Die Fragerei ging weiter. An manchen Tagen konnte er seine Frau nicht leiden.

„Hast du den Müll rausgebracht?“ Jetzt mochte er sie noch weniger.

„Was wird das jetzt, ein Verhör?“

„Ja, hast du oder hast du nicht?“ Ihre Stimme klang bereits aggressiv.

Was? Den Müll rausgebracht? Mach ich morgen.“

„Wie kannst du nur? Nach allem, was du mir angetan hast, versaust du auch noch meine Küche! Weißt du was, ich fahre gleich nachhause, meine Mutter versteht das schon. Am Ende finde ich dich mit so einer Schnalle im Bett.“

„Bea! Es reicht! Ich trage den verdammten Müll morgen raus und hier ist keine andere Schnalle.“

„Das sagen die Männer immer! Ich weiß genau, dass du ein Verhältnis mit der Nachbarin hast!“

Bea, Bea, hör zu, wenn es dir besser geht, trage ich den Müll gleich hinaus, aber setz dich nicht nachts bei dem Unwetter ins Auto.“

„Du zwingst mich doch dazu.“

Warum noch einmal hatte er sie geheiratet? Jan seufzte ergeben.

Gut, komm nachhause und ich trage den Müll raus. Zufrieden? Aber mir wäre es lieber, wenn du erst morgen fährst. Hör nur, wie der Sturm tobt.“

„Ich bin in drei Stunden da.“

Hier erfahren wir so einiges aus dem Dialog. Jan hat die Kinder ins Bett gebracht und sich um den Haushalt gekümmert. Bea ist bei ihrer Mutter und eifersüchtig. Es ist Nacht und das Wetter sehr unfreundlich. In diesem Beispiel haben wir einen Konflikt und einen Subtext, der Bea einreden soll, dass sie sich ins Auto setzt, was sie dann auch macht, bzw. Bea redet sich Dinge ein, die gar nicht da sind.

Subtexte sind auch bei Krimis gut, wenn jemand verhört wird und die Person, die das Verhör führt, dem Befragten durch die Fragestellung suggeriert, er wäre verdächtig, z. B. eine Frage nach dem Alibi kann so etwas auslösen. Das Gegenüber geht sofort in die Defensive.

Dialoge, die die Handlung nicht vorantreiben, können gestrichen und durch kurze Erklärungen ersetzt werden. Wenig sinnreich für die Handlung sind Alltagsgespräche über Einkäufe, Terminabsprachen – eben alles, das die Handlung in den Hintergrund schiebt.

„Wollen wir uns später noch treffen?“

„Mal schauen. Ich hab in drei Stunden Zeit für dich. Passt das?“

„Hm, das ist mir schon fast zu spät, da sollte ich bereits auf dem Weg nachhause sein.“

„Mist, da bleibt keine Zeit mehr. In zwei Stunden könnte ich es eventuell schaffen.“

„Na, ich weiß nicht, ist auch noch etwas knapp. Geht’s nicht gleich.“

„Leider nicht, ich bin noch in der Arbeit.“

„Gut, dann morgen vor der Arbeit?“

„Das könnte passen. Also, bis morgen.“

„Bis morgen.“ Enttäuscht beendete sie das Gespräch und wandte sich wieder ihrer eigentlichen Aufgabe zu.

Ehrlich? Abgesehen davon, dass der Dialog schwach ist, bringt er auch keinen Sinn. Man kann ihn gedankenlos streichen und ersetzen.

Sie rief bei ihrer besten Freundin an. Für ihr Gefühl dauerte es viel zu lang, bis sie sich meldete und dann zierte sie sich noch so mit dem Treffen. Morgen früh aber, dann würden sie sich sehen.

Was in Dialogen auch nicht so gut kommt, wenn man zu viele Informationen darin verpackt, manchmal sogar das Offensichtliche. Bei den Charakteren gilt das gleiche, wie im täglichen Leben: Manchmal ist es besser, die Klappe zu halten.

Ich gebe euch mal ein Beispiel.

„Schau mal, ich hab hier eine geheime Botschaft gefunden. Wenn du sie über das Feuer hältst, kannst du sie lesen.“

„Das ist ja interessant. Ja, hier, das ist sogar in einer lesbaren Sprache geschrieben.“

„Richtig.“

„Geh über die unsichtbare Brücke, indem du Sand ausstreust, steht da.“

„So kommen wir über den supertiefen Abgrund.“

Ehrlich? Das ist alles andere als spannend. Bei so einem Dialog fühle ich mich wie in einem RPG, das einem an die Hand nimmt und durch einen übereifrigen NPC jeden noch so kleinen Schritt erklärt. Spannend ist etwas anderes.

Bei dem Beispiel von eben, ist es besser, keinen Dialog zu führen, sondern die beiden Protagonisten beim Suchen eines Auswegs zu zeigen.

Bestimmt wissen andere noch sehr viel mehr zu Dialogen zu sagen, wahrscheinlich noch tiefgründigere und mit mehr Theorie gewürzte Informationen. Ich bin Praktikerin, deshalb erkläre ich anhand von Beispielen, was ich meine.

Und was beim Schreiben ohnehin am besten ist:

ÜBUNG MACHT DEN MEISTER!

Wortbedeutungen, Verwendungen und Synonyme Teil 6

Heute wende ich mich wieder einmal der deutschen Sprache generell zu und im Speziellen etwas, das uns als SchriftstellerInnen immer wieder begegnet. Wir brauchen es sogar, um einen Text spannend und unterhaltsam zu gestalten.

Synonyme

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Synonym sind Ausdrücke, die einen gleichen bis ähnlichen Bedeutungsumfang haben.

Ja, klingt einfach, kann aber ganz schön speziell und tricky sein, wenn man nicht aufpasst, denn nicht jedes Ersatzwort ist auch das passende. Hier muss man auf die Bedeutung des jeweiligen Wortes im Kontext achten. Ja, manche Wörter haben mehrere Bedeutungen. Es sind sogar sehr viele Wörter oder auch Wortgruppen, bei denen man aufpassen muss, um nicht am Ende lustige bis peinliche Satzkonstruktionen zu bauen.

In synonymischen Kontexten werden die inhaltlichen Unterschiede nicht aktualisiert, sodass die Grundlage für eine Austauschbarkeit gegeben ist. Nur die Gemeinsamkeiten des Inhalts werden angesprochen. (das sagt Wikipedia dazu – und noch viel mehr, aber das ist keine wissenschaftliche Abhandlung.)

Im Folgenden werde ich einige Beispiele anführen.

Viel Spaß 😉

Ich habe mich für ein einfaches Wort entschieden. Schauen wir mal, was herauskommt.

„gehen“

Man denkt ja, damit kann man nichts falsch machen. Es ist klar, gehen = sich fortbewegen. Aber es kann auch kündigen bedeuten, entlassen, funktionieren, andauern, fortlaufend, gelingen … Je nach Kontext erschließt sich dann eine andere Bedeutung.

Schauen wir uns das anhand eines Satzes an, bei dem ich verschiedene Synonyme für gehen benutze.

  • Wir gehen auf einen Berg.
  • Wir wandern auf einen Berg.
  • Wir laufen auf einen Berg
  • Wir entlassen auf einen Berg.
  • Wir kündigen auf einem Berg.
  • Wir gelingen einen Berg.

Bis auf die ersten drei ist der Rest natürlich Unsinn, wobei man mit ein paar kleinen Änderungen, logische Sätze daraus machen kann, die jedoch nichts mehr mit der ursprünglichen Aussage, dass „wir auf einen Berg gehen“ zu tun haben.

Noch ein Beispiel, eines, das etwas weniger klar ist:

„Schuld“

Es ist deine Schuld!

Das kann hier bedeuten, dass du etwas falsch gemacht hast, in einer gewissen Sache schuldig bist oder es deine Verbindlichkeiten sind, die auf dir lasten. Wenn man hier ein Synonym wählen möchte, muss man schon etwas aufpassen oder man baut den Satz generell anders.

  • Es ist deine Schuld!
  • Es ist dein Fehler!
  • Es ist dein Versagen!
  • Es ist deine Pflicht!

Ich habe hier nicht alle verschiedenen Bedeutungen aufgelistet, aber man sieht bereits sehr deutlich, wie anders sich diese Sätze durch die Synonyme mit anderer Wortbedeutung lesen.

Dann gibt es noch Synonyme, die das Gegenteil dessen aussagen sollen, obwohl der Kontext im Grunde das gleiche bedeuten würde. Klingt irgendwie komisch, wenn ich das zu erklären versuche. Ich gebe euch ein Beispiel, dann verschwindet hoffentlich die Verwirrung.

Das ist keine Bleibe, das ist mein Appartement.

Hier sind Bleibe und Appartement von der Bedeutung her synonym, aber im Kontext bilden sie ein Antonym (also das Gegenteil), weil Bleibe hier abwertend gesehen wird.

Wann wirst du dir statt der Rostlaube ein richtiges Auto kaufen?

Hier gilt das gleiche, wie beim vorigen Beispiel.

Behaltet immer die Bedeutung des Wortes im Auge, das ihr ausgewählt habt, vergesst den schönen Klang und die Vorschläge des Thesaurus, manchmal sind die nämlich echt daneben.

Ich verwende sehr gern Woxikon für meine Synonymsuche, falls ich mal keines im Kopf habe.

Der Duden ist aber auch stets hilfreich, zumindest schadet es nichts, sich die Wortbedeutungen genau anzuschauen.

Noch kurz etwas zu den Antonymen.

Bei den Antonymen gilt eigentlich das gleiche Prinzip.

Wenn man nach einem passenden Antonym sucht, dann sollte man darauf achten, das richtige Wort zu verwenden.

  • Ihm läuft die Nase. (Er hat Schnupfen.)
  • Ihm steht die Nase. (Das ist doch irgendwie etwas eigenartig.)
  • Er hat keinen Schnupfen. Sein Schnupfen ist geheilt.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen wundervollen Tag und viel Spaß beim Entfernen von Wortwiederholungen!

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