Archiv der Kategorie: Allgemein

Motivation und Mut

Diesen Spruch habe ich auch auf Instagram gepostet und mir ein paar Gedanken dazu gemacht. Hier werde ich noch etwas mehr in die Tiefe gehen.

Alle, die in kreativen Berufen tätig sind oder generell selbstständig sind, wissen, was es heißt, sich selbst zu motivieren und anzutreiben. Motivation ist nicht immer einfach. Hat keiner behauptet. Dadurch wird es aber nicht leichter machbar.

Wenn man etwas machen will, so wirklich will, dann wird sich früher oder später ein Weg finden. Der Ausspruch: Das kannst du nicht, zieht nicht. Solange man den Weg, das Vorhaben nicht probiert, weiß man nicht, ob man es kann. Syrus hat das, wie ich finde, sehr, sehr treffend formuliert. Kurzer Satz mit starker Aussage.

Gerade Leute in kreativen Berufen lassen sich oftmals verunsichern, von der Marktlage (man muss auch davon leben können), von anderen Leuten (Agenten, Verlage, …), vom Partner und allen möglichen äußeren Umständen. Da öffnen sich Schubladen in die derjenige dann gesteckt wird oder es gibt Schildchen mit der entsprechenden Aussage: Das kannst du nicht.

Klar kannst du!
Versuche es!

Es gibt kein Scheitern, es gibt nur Erfahrung und aus der lernt man.

Niemand zwingt einen, in der Schublade zu bleiben oder das Emblem zu tragen, das einem umgehängt wird.

Was hat das mit Motivation zu tun?

Es soll nur zeigen, dass man aus allem etwas machen kann, wenn man es will und es anpackt. Das Ziel vor Augen weiter machen.

Tipps zur Selbstmotivation:

  1. Setze dir Teilziele, die du erreichen kannst, so etwas stärkt und motiviert.
  2. Belohne dich, wenn du etwas erreicht hast (ein Kilo Schokolade oder ein Liter Whisky sind nicht gerade ideal)
  3. Verzeih dir Fehler, aus ihnen kannst du lernen
  4. Gönne dir freie Tage und generell Pausen
  5. Was ist perfekt? Vergiss den eigenen Perfektionismus.
  6. Hol dir Hilfe, wenn du nicht weiterweißt.

Mehr zu den Punkten gibt es auch hier klicken.

Mut zum Risiko gehört bei jeder selbstständigen Tätigkeit dazu. Jeder, der schon einmal einen etwas getan hat, von dem andere sagten, dass kannst du nicht, das schaffst du nicht, wird mir zustimmen, dass man es kann, wenn man will. Das heißt nicht, dass man sich nicht vorher oder nebenher Fachwissen oder andere Kenntnisse aneignet. Ein Bergsteiger wird kaum ohne gute Ausrüstung oder die entsprechende mentale und körperliche Vorbereitung auf den Mount Everest steigen. Er hat vielleicht vor vielen Jahren beim eigenen Hausberg mit wandern angefangen, bis er in die Felsen und auf höhere Berge gestiegen ist.

Das können auch wir Kreativen. Weil du gern Krimis schreibst und vielleicht bislang nur solche veröffentlicht hast, heißt das nicht, dass du nicht auch andere Genres bedienen kannst. Wenn du etwas machen willst, dann mach es.

Es gibt nichts zu verlieren, nur zu gewinnen.

Stilblüten

Manchmal meint man es zu gut oder man sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Metaphern, Redewendungen, Vergleiche und so ziemlich jedes andere Stilmittel kann eine Knospe zur Stilblüte beinhalten. Der Weg des Schriftstellers/der Schriftstellerin ist gepflastert mit guten Vorsätzen, die manchmal den Weg zur Hölle bilden und damit für unfreiwilliges Amüsement der Leserschar sorgen.

Ich glaube, niemand ist gefeit davor. Jeder hat schon Stilblüten produziert. Manchmal wächst sogar ein wahres Blütenmeer aus einem Text heraus.

Bild von Bingo Naranjo auf Pixabay 

Aber was ist eine Stilblüte überhaupt?

Als Stilblüte bezeichnet man Formulierungen, die durch einen Missgriff in der Wortwahl oder Wortstellung, durch Versprecher oder durch Mehrdeutigkeit ungewollt komisch wirken. Viele angebliche Stilblüten sind Phantasieprodukte bzw. wenig gelungene Neologismen (= neue Wortkreation). (Quelle: Wikipedia )

Aber auch falsch formulierte Redewendungen oder Kombinationen von Metaphern, falsche Zeichensetzung oder Rechtschreibfehler führen zu ungewollt komischen Assoziationen beim Leser.

In einer Satire oder anderen witzigen Werken kann man sie auch gezielt einsetzen, um so dem Leser noch mehr Doppeldeutigkeiten zu präsentieren. Allerdings mit Maß und Ziel. Auch zur Charaktergestaltung besonders für Dialoge, wenn eine Figur sehr bemüht ist oder vergesslich, ist es ein gutes Mittel, um diesen Umstand zu zeigen, ohne ihn zu beschreiben.

Hier habe ich einige Beispiele an Stilblüten, die mir auch im Laufe des Rollenspiels untergekommen sind oder ich im Laufe meines Lebens selbst fabriziert habe und ein paar habe ich aus dem Internet gefischt:

Falsche Wortwahl:

  • Samusa kann vielleicht merken, wie sich auch Simiras Haus erhitzt.
  • Blaue Augen jagten durch die Straße …
  • Mit seinen Augen wanderte er durch den Raum.
  • Er schliff sie durch das Zimmer.
  • Sie lächelt als sie ihren Kopf ablegt.
  • Erst viel später tastet er nach dem Beutel und greift ihn ab, dabei hinterlässt er auch am Stoff blutende Stellen.
  • Die Erde war zuerst flüssig und dann erkältet.

Falscher Satzbezug: (Das entsteht meistens durch eine irreführende Verwendung der Fürwörter)

  • Wenn meine Mutter große Wäsche macht, helfen wir ihr, legen sie in einen Korb, tragen sie auf den Speicher und hängen sie auf.

Doppeldeutigkeit:

  • Sie packte seinen Schwanz und setzte sich auf ihn.
  • Sie bekam keine Katze, weil ihre Mutter einen Vogel hatte.
  • Nur noch ein Seitensprung konnte ihn retten.

Dann gibt es noch die typischen Übersetzungsfehler und die allseits beliebte Autokorrektur. Aber das ist für den Schriftsteller weniger relevant.

Natürlich gibt es auch auf Behördenseite immer wieder lustige Fehler, wenn die Behörde sehr amtlich sein möchte und dabei übers Ziel hinausschießt.

Ich wollte erst einige Fotos einfügen, habe mich aber dagegen entschieden, um keine Bildrechte zu verletzen.

Aber auch falsch verwendete Redewendungen können zu ungewolltem Blütenwachstum führen. Es lohnt sich, wenn man bei Unsicherheiten noch einmal nachschlägt, wie eine Redewendung oder auch ein Fremdwort wirklich geschrieben wird.

  • Mir fallen die Schuppen aus den Augen. (Es fällt einem wie Schuppen von den Augen.)
  • Der Kelch bleibt an mir hängen. (Der sollte lieber vorübergehen, der Kelch.)
  • ein zweigleisiges Schwert (na hoffentlich fährt da keine Bahn drüber – zweischneidig ist es mir lieber.)
  • Sie brachte es aufs Tablett. (Ja, wenn sie mir Kaffee damit bringt, aber sie wollte es aufs Tapet bringen und damit eine Sache ansprechen.)
  • Auf ihrem Gebiet war sie eine Konifere. (Wer mag noch Nadelgehölze? – Gemeint ist natürlich die Koryphäe.)
  • Jetzt muss ich die Suppe für sie ausbaden. (Das ist nicht sehr appetitlich – man löffelt die Suppe aus, was in dem Fall auch nicht so toll ist.)
  • Er kippte sich einen Whisky hinter die Binsen. (Oh cool, dann hat er immer noch 0,0 Promille Alkohol im Blut. Richtig kippt man sich das Getränk hinter die Binde.)

Ich wünsche euch ganz viel Spaß mit dem Blütenwachstum. Die Kommentarfunktion steht für weitere Stilblüten bereit. Haltet euch nicht zurück und teilt eure besten Stilblüten und Fails mit uns.

Show don’t tell – Neu und doch nicht neu

In vielen Schreibratgebern, auf Internetseiten und Kursen wird es gepredigt und als völlig moderne und auf den Film bezogene Art des Schreibens dargestellt, um die Leser mitzureißen. Deshalb verwenden die meisten von uns auch die englische Bezeichnung dafür. Kaum jemand sagt: Zeig es und erzähl es nicht. Meistens aus dem einfachen Grund, weil das Wort Erzählen so viel mehr bedeutet, als nur Fakten zu nennen.

Bereits in der Antike, war das ausführliche, ausschmückende Beschreiben, Umschreiben, Erzählen einer Handlung ein wichtiger Aspekt der Rhetorik. Wer einen Mordfall vor Gericht behandelte, beschrieb alles in den detailreichsten und blühendsten Farben, um die nötigen Gefühle bei den Zuhörern zu erzeugen und auch den Tathergang und den Tatort den Leuten näher zu bringen. Es gab ja keine Bilder davon. Das beschränkte sich aber nicht nur auf Mordfälle, sondern auf alle Reden, bei denen das Gefühl angesprochen werden musste.

So ist es auch heute noch.

Wir Schriftsteller und Schriftstellerinnen wollen die Leser/Leserinnen bei ihren Emotionen packen, sie mitnehmen in die Welt, die wir erschaffen haben. Sie sollen die Handlung mit möglichst allen Sinnen erleben, die wir mit dem geschriebenen Wort erreichen können.

Dabei meine ich nicht, jedes kleinste Detail zu erwähnen. Das wiederholte Zurückstreichen einer Haarsträhne wird ermüdend ebenso die zehnte Erwähnung eines holprigen Gangs. Beides ist übrigens auch nicht zwingend das berühmte Show.

Hier einige Beispiele, um zu verdeutlichen, was ich meine: (Ich hab wirklich ein Problem damit, mich so auszudrücken, dass es keine Beispiele braucht.)

Beispiel 1a – nur die Fakten:

Die Schlacht war vorbei. Sie hatten verloren. Mit letzter Kraft stand er aufrecht und schaute dem Feind entgegen.

Beispiel 1b – mit mehr Details und ich nutze eine bildhafte Sprache:

Über dem Schlachtfeld wehte der Gestank des Todes. Pulverrauch und Asche hingen in der Luft. Vereinzelt drangen die Schreie der Verletzten und Sterbenden an sein Ohr, vermischt mit dem Ruf zum Festmahl der Raben. Das Katapult lag in Trümmern, das Vermächtnis einer einstigen militärischen Macht. Jetzt war es das Zeugnis des Versagens, ihres Versagens. Die Hufe des gegnerischen Heeres trommelten über das Schlachtfeld, zertrampelten die noch Lebenden und auch die Toten, zum Hohn der Besiegten. Die Augen brannten ihm, ebenso das Herz, das das Blut aus seinen Wunden pumpte und damit die heimatliche Erde tränkte.

So, die Schlacht ist immer noch verloren, aber wir haben jetzt ein Bild und ein wenig Gefühl dazu. Beide Beispiele haben die gleichen Fakten, aber 1b zeigt dem Leser mehr und lässt ihn die Niederlage viel näher erleben.

Beispiel 2a – nur die Fakten:

Sie ist müde, weil sie Überstunden machen muss.

Beispiel 2b – mit mehr Details und mehr Bilder:

Sie gähnt herzhaft und geräuschvoll. Etwas mehr Schlaf täte ihr gut, aber sie hat keine Zeit dazu. Schon wieder hat ihr der Chef, dem zugegebenermaßen keiner eine Bitte abschlagen kann, Überstunden aufgebrummt. Wenn er nur nicht so toll aussehen würde! Sie seufzt verträumt. Ein weiteres Gähnen schließt sich dem an. Entschlossen versucht sie, sich die Müdigkeit aus den Augen zu reiben, steht auf und holt sich eine Tasse Kaffee. Die Arbeit muss fertig werden.

Zugegeben, es ist jetzt nicht das beste Beispiel, Schlachten liegen mir mehr, aber an diesem Beispiel sieht man deutlich, dass man mit persönlichen Einblicken der Protagonisten und ihren Gedanken viel mehr erreichen kann und zudem habe ich hier noch eingebaut, warum sie die Überstunden macht. Der Chef muss ja ein richtiger Sunnyboy sein (sagt man das heute noch so? Keine Ahnung.)

Beispiel 3a – nur die Fakten:

Er hatte Angst. Da war schon wieder dieses Geräusch. Er blieb stehen und horchte in die Dunkelheit, die ihn umgab.

Beispiel 3b – mit mehr Details und mehr Bilder:

Er verspürte den Drang, davon zu laufen, sich zu verkriechen, aber er stand noch immer da wie festgewachsen. Eiskalte Finger schienen über seinen Rücken zu streichen und verursachten ihm eine Gänsehaut. Da war dieses Pochen wieder! Es war so tief, dass es im Boden vibrierte. Er duckte sich an die Wand, presste sich dagegen, doch auch das brachte keine Erleichterung. Die Schwingungen des dunklen Hämmerns drangen durch den Boden in seine Fußsohlen und zogen sich hoch bis in seinen Kopf. Woher kam das? Was war das? Leise stöhnte er, legte aber rasch eine Hand über seinen Mund, damit er das nicht wieder tat. Er musste still sein, völlig ruhig, sonst hörte es ihn. Dann zwang er sich vorwärts. Jeder Schritt fiel ihm schwer, als würde ihn etwas zurückhalten. Er starrte in die Dunkelheit, versuchte, wie eine Eule zu sehen, aber nichts als Schwärze bohrte sich in seinen Sehnerv.

Ohhhhkay … Es ist ja nur ein Beispiel und ich bin manchmal etwas detailverliebt. Aber ich denke, das zeigt schon deutlich, was ich meine.

Beispiel 4a

Der Hyperantrieb gab dem Schiff genug Schub, um es auf ein Vielfaches seiner derzeitigen Geschwindigkeit zu beschleunigen. Sterne waren nur noch als weiße Streifen zu erkennen.

Beispiel 4b

Sie gab den Befehl zum Sprung. Im Maschinenraum ging der Hyperraumantrieb online, das entsprechende Licht leuchtete auf ihrer Konsole auf. In Gedanken zählte sie von drei herab, dann veränderte sich das Bild auf dem Panoramafenster. Wo vorher noch starr und stationär wirkende Sterne zu sehen gewesen waren, zeigten sich jetzt weiße Bänder, zwischen denen sie dahinsausten. Obwohl sie bereits seit einer gefühlten Ewigkeit in der Raumflotte diente, war es für sie immer noch wie ein Wunder.

Erklärungen lassen sich oft durch etwas Show spannender und interessanter gestalten, werden dadurch aber länger.

Allerdings ist Show nicht immer und für alles das Richtige. Auf die Dosis kommt es an und die gute Mischung. Es gibt Szenen, die leben davon, andere sollten sich auf eine knappe Erzählweise beschränken. Das ist gut, wenn man über Belanglosigkeiten und oder längere Abläufe schreibt, Landschaften beschreibt oder einfach nur einen Zeitsprung einleitet.

Zum Beispiel:

Ihre Morgenroutine war schnell erledigt: Zähneputzen, Duschen, danach eine Tasse Tee und schon schwang sie sich auf ihr Fahrrad, um zur Arbeit zu fahren. Sie hatte zwar ein Auto, doch nutzte sie es selten, weil sie so gleichzeitig etwas für ihren Körper tat.

Oder

Schnell rief er noch bei seinem besten Kumpel an und sagte das Treffen für den morgigen Tag ab. Es gab Wichtigeres, als mit Sam zu zocken.

Am Fenster zogen die Bäume der breiten Allee vorbei, sanfte Hügel waren im Hintergrund zu erkennen. Alles sah aus, als hätte jemand mit Puderzucker die Landschaft bestreut. Schnurgerade zog sich die Straße entlang, die in der Ferne zu einem kleinen Punkt wurde und kein Ende zu nehmen schien.

Metaphern und Vergleiche helfen immer, ein Bild im Leser zu erzeugen. Aber man muss aufpassen, denn ein Zuviel wird schnell langweilig. Dazu ist es bei beiden wichtig, auf die Verständlichkeit zu achten. Zu „bunte“ Metaphern oder schlechte Vergleiche machen den Text nicht schöner, sondern im besten Fall unverständlich.

Auf die Mischung kommt es an.

Will ich Spannung und verschiedene Emotionen transportieren, dann ist Zeigen/Fühlen die bessere Wahl.

Eine Anmerkung zum Schluss. Dieser Beitrag ist meine Meinung zu dem Thema und kein Ratgeber.

Reden wir – Dialoge in Romanen

Heute möchte ich wieder einmal etwas Schreibtheorie in den Blog packen. Wie der Titel schon sagt, geht es um Dialoge.

Wie schreibt man sie?
Worauf muss man achten?

Zeichnung ich

Zuerst einmal möchte ich mich dem Formalen zuwenden, dem Redebegleitsatz und den Satzzeichen. Ich mache das anhand von Beispielen. Redebegleitsätze können vor der wörtlichen Rede, dazwischen oder danach stehen. Das sind Wörter wie: sagen, fragen, antworten und die dazugehörenden Synonyme oder auch Verben, die bereits etwas über die Lautstärke des Gesagten aussagen (brüllen, flüstern, …). Falsch sind: grinsen, lachen, seufzen und andere, die nichts mit Reden zu tun haben. In den Beispielen sieht man besser, was ich meine.

Welches Anführungszeichen man verwendet, ist Geschmackssache, aber es muss im gesamten Text immer gleich gemacht werden.

Richtig:

Kann man den Satz mit einem Punkt beenden, wird der ausgelassen, die Rede mit dem Anführungszeichen geschlossen und danach ein Komma gesetzt.

„Lass uns doch heute einmal zuhause bleiben“, sagte Erin und gähnte dabei herzhaft. (In diesem Beispiel sagt der Beisatz gleich aus, dass Erin müde ist.)

Bei Ruf- oder Fragezeichen wird das betreffende Zeichen gesetzt, danach die Rede geschlossen und anschließend ein Komma gesetzt.

„Warum willst du schon wieder ausgehen?“, fragte Erin und rollte genervt mit den Augen. (Hier erfahren wir, dass Erin genervt ist und etwas nicht versteht.)

Bei der Redeeinleitung steht vor der wörtlichen Rede immer ein Doppelpunkt.

Erin sagte: „Ich möchte heute zuhause bleiben.“

Erin fragte: „Warum willst du schon wieder ausgehen?“

Teilt man die Rede durch einen Beisatz, wird das folgendermaßen gemacht:

„Ich möchte heute zuhause bleiben“, sagte Erin und gähnte dabei herzhaft. „Lass uns lieber vor dem Fernseher eine Pizza essen.“

oder

„Wir müssen nicht jeden Abend ausgehen“, jammerte Erin, „das wird auch schon langweilig.“

Falsch:

„Lass uns doch heute einmal zuhause bleiben“, gähnte Erin. (Man kann nicht gähnen und reden gleichzeitig.) Besser ist es: „Lass uns doch heute einmal zuhause bleiben.“ Erin gähnte herzhaft.

„Lass uns doch heute einmal zuhause bleiben.“, sagte Erin gähnend.

Immer aufpassen bei der Zeichensetzung und der Wahl des Begleittextes.

Man kann auch die Lautstärke oder andere Merkmale in den Begleittext einbauen, wie flüstern oder brüllen. Allerdings wirkt es befremdlich, wenn das in der Aussage verdoppelt wird, wie z. B leise flüstern oder laut brüllen. Diese Verdoppelung kann man sich sparen und die Leute entweder flüstern oder brüllen lassen.

Warum sind Dialoge in belletristischen Werken wichtig?

Sie hauchen den Figuren Leben ein. Man kann ihnen einen Sprachfehler geben, einen Dialekt oder andere spezifische Merkmale. Dabei sollte man aber darauf achten, dass man den Bogen nicht überspannt und es auch für den Leser noch lesbar und interessant bleibt.

Mittels wörtlicher Rede lassen sich die Figuren gut charakterisieren. Der schüchterne Typ von nebenan, wird bestimmt nicht leutselig und laut redend auf jemanden zugehen. Das wäre sehr eigenartig für ihn. So wie schüchterne Zurückhaltung die Partyqueen unglaubhaft erscheinen lässt.

Zeichnung ich

Allerdings können sich die Figuren in bestimmten Situationen anders verhalten und damit auch anders sprechen. Der wortgewandte Frauenheld wird plötzlich schweigsam, weil ihm Mrs. Right über den Weg gelaufen ist. Der Abteilungsleiter, der sonst ständig herumnörgelt und das Maul aufreißt, wird dem Vorgesetzten gegenüber plötzlich lammfromm. Das geht auch in weiblicher Form. Oder jemand, der sonst immer mit lauter Stimme spricht und sich in den Vordergrund drängelt, wird bei einer Trauerfeier leise und hält sich im Hintergrund. – Hier kann man mit der Situation spielen, aber man muss authentisch beim Charakter bleiben und das auch darstellen.

Was auch wichtig für die Figurensprache ist, sind das Alter, der Bildungsstand und das Milieu.

Ein zehnjähriges Kind spricht anders als ein Erwachsener mit akademischer Ausbildung und gehobenem Milieu. Wogegen der Erwachsene mit akademischer Ausbildung, der sich aus der Unterschicht emporgewurschtelt hat, auch noch die Sprache aus seiner Urpsungsschicht verwenden kann, wenn er es denn möchte.

Einem alten Menschen die Sprachgewohnheiten eines Jugendlichen zu verpassen ist auch etwas naja, es kommt komisch.

„Ey, Alter, was geht?“

„Nix. Lass mich, du bist anstrengend AF.“

„Du bist so lost, Bruh.“

Verpiss dich.“

Das wäre lustig, wenn sich zwei 90jährige so unterhalten würden. Besser ist es, man verpasst die aktuelle Sprache der Jugend der Jugend. (Ich gebe es zu, ich bin aktuell nicht uptodate, aber ich schreibe auch nicht für Jugendliche.)

Guten Abend, Bernd. Wie wäre es mit einer Partie Schach heute Abend?“

„Dir auch einen schönen Abend, Ludwig. Am besten ist es, wenn wir uns im Clubraum treffen. Dort haben wir Ruhe.“

„Ich bringe das Brett. Wir sehen uns dort.“

Und noch zwei andere Herren, die sich unterhalten.

„N’Abend, Bernd. Heute Abend Kartenspielen? Wo?“

„Hm … Grüß dich, Wickerl. Setz ma uns in Clubraum zum Karteln, da ist es ruhiger.“

„Klar. Du die Karten, ich das Bier.“

„Jo, owa vasteckt.“

Die Beispiele sind jetzt nicht der Oberknaller, aber sie sollen nur verdeutlichen, wie man mit der Sprache andere Atmosphären und Typen schaffen kann. Die Jugendlichen sind kurz und knapp, eher der Telegrammstil, wohingegen die beiden aus dem 2. Beispiel der gehobenen Bildungsschicht angehören und die letzten könnte man der Arbeiterklasse zusprechen oder auch einer ländlichen Gegend, wo auch Mundart gesprochen wird. Könnte man! Pauschalisieren ist auch nicht gut, aber es sind nur überspitzte Beispiele.

In Dialogen kann man Spannung erzeugen und Informationen weitergeben und viel Show in die Geschichte packen. Ich möchte das anhand eines Beispiels zeigen.

Leise tickte die Uhr im Hintergrund. Vom Schreibtisch war nur das Kratzen der Feder über das Papier zu hören.

„Fräulein Elisa!“ Das Gebrüll ihrer Chefin erschreckte die Schreiberin dermaßen, dass sie beinahe die gesamte Abschrift versaut hätte. Rasch legte sie die Feder zur Seite und ging ins Allerheiligste, das Chefbüro. Dort saß der alte Habicht und wachte über sein Reich.

„Ja bitte, gnädige Frau.“ Elisa hasste sich für den unterwürfigen Ton, den sie anschlug. Am liebsten würde sie der Alten sagen, dass es genug für heute war.

„Haben Sie die Unterlagen in der Sache Minlar gegen Minlar bereitgelegt?“, fragte die Chefin. Elisa hatte das Gefühl, als würden sich die gelben Augen der Chefin in sie bohren und ihr jeden Willen aussaugen.

„Ähm … Ich bin noch nicht dazu gekommen, weil …“, stotterte sie.

„Was? Das geht so nicht, Fräulein Elisa! Sie müssen sich konzentrieren und schneller arbeiten! Ich brauche diese Unterlagen! Wenn ich das gesamte Dossier nicht innerhalb von fünf Minuten auf dem Tisch habe, dann hat das Konsequenzen für Sie!“

In Elisa brodelte der Zorn hoch über diese ungerechte Behandlung.

„Ich sollte doch zuerst die Abschrift Deessra erledigen und anschließend die Lebenslüge Offenler suchen, um sie morgen für die Presse zurecht zu legen! Seit heute Früh arbeite ich ununterbrochen und wissen Sie was, ich habe Ihre Launen satt! Ich kündige!“ Hatte sie das wirklich gesagt? Ihr Herz schlug bis zum Hals. Gelächter unterbrach ihre Gedanken und sie verharrte wieder wie eine Maus im Angesicht des Habichts.

„Sehr schön, Fräulein Elisa. Das erspart mir Arbeit. Gehen Sie. Und merken Sie sich eines, ich vergesse nie etwas.“

Anhand des Dialogs erfährt man, dass Elisa schon sehr lange arbeitet und eigentlich in ihre wohlverdiente Freizeit möchte, vielleicht auch nur ins Bett und schlafen. Wir erfahren auch, dass die Chefin alles auf einmal möchte und sich alles merkt. Was offen bleibt ist die letzte Aussage der Chefin, das wäre in dem Fall eine Art Cliffhanger.

Dialoge können sich aber auch um andere Alltagsdinge drehen.

„Hallo, Jan! Schön, dass du dich auch mal meldest. Hast du die Kinder ins Bett gebracht?“ Er hörte deutlich ihr genervtes Schnauben aus dem Telefon und reagierte deshalb kurz angebunden. „Ja, hab ich.“ Die Fragerei ging weiter. An manchen Tagen konnte er seine Frau nicht leiden.

„Hast du den Müll rausgebracht?“ Jetzt mochte er sie noch weniger.

„Was wird das jetzt, ein Verhör?“

„Ja, hast du oder hast du nicht?“ Ihre Stimme klang bereits aggressiv.

Was? Den Müll rausgebracht? Mach ich morgen.“

„Wie kannst du nur? Nach allem, was du mir angetan hast, versaust du auch noch meine Küche! Weißt du was, ich fahre gleich nachhause, meine Mutter versteht das schon. Am Ende finde ich dich mit so einer Schnalle im Bett.“

„Bea! Es reicht! Ich trage den verdammten Müll morgen raus und hier ist keine andere Schnalle.“

„Das sagen die Männer immer! Ich weiß genau, dass du ein Verhältnis mit der Nachbarin hast!“

Bea, Bea, hör zu, wenn es dir besser geht, trage ich den Müll gleich hinaus, aber setz dich nicht nachts bei dem Unwetter ins Auto.“

„Du zwingst mich doch dazu.“

Warum noch einmal hatte er sie geheiratet? Jan seufzte ergeben.

Gut, komm nachhause und ich trage den Müll raus. Zufrieden? Aber mir wäre es lieber, wenn du erst morgen fährst. Hör nur, wie der Sturm tobt.“

„Ich bin in drei Stunden da.“

Hier erfahren wir so einiges aus dem Dialog. Jan hat die Kinder ins Bett gebracht und sich um den Haushalt gekümmert. Bea ist bei ihrer Mutter und eifersüchtig. Es ist Nacht und das Wetter sehr unfreundlich. In diesem Beispiel haben wir einen Konflikt und einen Subtext, der Bea einreden soll, dass sie sich ins Auto setzt, was sie dann auch macht, bzw. Bea redet sich Dinge ein, die gar nicht da sind.

Subtexte sind auch bei Krimis gut, wenn jemand verhört wird und die Person, die das Verhör führt, dem Befragten durch die Fragestellung suggeriert, er wäre verdächtig, z. B. eine Frage nach dem Alibi kann so etwas auslösen. Das Gegenüber geht sofort in die Defensive.

Dialoge, die die Handlung nicht vorantreiben, können gestrichen und durch kurze Erklärungen ersetzt werden. Wenig sinnreich für die Handlung sind Alltagsgespräche über Einkäufe, Terminabsprachen – eben alles, das die Handlung in den Hintergrund schiebt.

„Wollen wir uns später noch treffen?“

„Mal schauen. Ich hab in drei Stunden Zeit für dich. Passt das?“

„Hm, das ist mir schon fast zu spät, da sollte ich bereits auf dem Weg nachhause sein.“

„Mist, da bleibt keine Zeit mehr. In zwei Stunden könnte ich es eventuell schaffen.“

„Na, ich weiß nicht, ist auch noch etwas knapp. Geht’s nicht gleich.“

„Leider nicht, ich bin noch in der Arbeit.“

„Gut, dann morgen vor der Arbeit?“

„Das könnte passen. Also, bis morgen.“

„Bis morgen.“ Enttäuscht beendete sie das Gespräch und wandte sich wieder ihrer eigentlichen Aufgabe zu.

Ehrlich? Abgesehen davon, dass der Dialog schwach ist, bringt er auch keinen Sinn. Man kann ihn gedankenlos streichen und ersetzen.

Sie rief bei ihrer besten Freundin an. Für ihr Gefühl dauerte es viel zu lang, bis sie sich meldete und dann zierte sie sich noch so mit dem Treffen. Morgen früh aber, dann würden sie sich sehen.

Was in Dialogen auch nicht so gut kommt, wenn man zu viele Informationen darin verpackt, manchmal sogar das Offensichtliche. Bei den Charakteren gilt das gleiche, wie im täglichen Leben: Manchmal ist es besser, die Klappe zu halten.

Ich gebe euch mal ein Beispiel.

„Schau mal, ich hab hier eine geheime Botschaft gefunden. Wenn du sie über das Feuer hältst, kannst du sie lesen.“

„Das ist ja interessant. Ja, hier, das ist sogar in einer lesbaren Sprache geschrieben.“

„Richtig.“

„Geh über die unsichtbare Brücke, indem du Sand ausstreust, steht da.“

„So kommen wir über den supertiefen Abgrund.“

Ehrlich? Das ist alles andere als spannend. Bei so einem Dialog fühle ich mich wie in einem RPG, das einem an die Hand nimmt und durch einen übereifrigen NPC jeden noch so kleinen Schritt erklärt. Spannend ist etwas anderes.

Bei dem Beispiel von eben, ist es besser, keinen Dialog zu führen, sondern die beiden Protagonisten beim Suchen eines Auswegs zu zeigen.

Bestimmt wissen andere noch sehr viel mehr zu Dialogen zu sagen, wahrscheinlich noch tiefgründigere und mit mehr Theorie gewürzte Informationen. Ich bin Praktikerin, deshalb erkläre ich anhand von Beispielen, was ich meine.

Und was beim Schreiben ohnehin am besten ist:

ÜBUNG MACHT DEN MEISTER!

Wortbedeutungen, Verwendungen und Synonyme Teil 6

Heute wende ich mich wieder einmal der deutschen Sprache generell zu und im Speziellen etwas, das uns als SchriftstellerInnen immer wieder begegnet. Wir brauchen es sogar, um einen Text spannend und unterhaltsam zu gestalten.

Synonyme

Photo by Pixabay on Pexels.com

Synonym sind Ausdrücke, die einen gleichen bis ähnlichen Bedeutungsumfang haben.

Ja, klingt einfach, kann aber ganz schön speziell und tricky sein, wenn man nicht aufpasst, denn nicht jedes Ersatzwort ist auch das passende. Hier muss man auf die Bedeutung des jeweiligen Wortes im Kontext achten. Ja, manche Wörter haben mehrere Bedeutungen. Es sind sogar sehr viele Wörter oder auch Wortgruppen, bei denen man aufpassen muss, um nicht am Ende lustige bis peinliche Satzkonstruktionen zu bauen.

In synonymischen Kontexten werden die inhaltlichen Unterschiede nicht aktualisiert, sodass die Grundlage für eine Austauschbarkeit gegeben ist. Nur die Gemeinsamkeiten des Inhalts werden angesprochen. (das sagt Wikipedia dazu – und noch viel mehr, aber das ist keine wissenschaftliche Abhandlung.)

Im Folgenden werde ich einige Beispiele anführen.

Viel Spaß 😉

Ich habe mich für ein einfaches Wort entschieden. Schauen wir mal, was herauskommt.

„gehen“

Man denkt ja, damit kann man nichts falsch machen. Es ist klar, gehen = sich fortbewegen. Aber es kann auch kündigen bedeuten, entlassen, funktionieren, andauern, fortlaufend, gelingen … Je nach Kontext erschließt sich dann eine andere Bedeutung.

Schauen wir uns das anhand eines Satzes an, bei dem ich verschiedene Synonyme für gehen benutze.

  • Wir gehen auf einen Berg.
  • Wir wandern auf einen Berg.
  • Wir laufen auf einen Berg
  • Wir entlassen auf einen Berg.
  • Wir kündigen auf einem Berg.
  • Wir gelingen einen Berg.

Bis auf die ersten drei ist der Rest natürlich Unsinn, wobei man mit ein paar kleinen Änderungen, logische Sätze daraus machen kann, die jedoch nichts mehr mit der ursprünglichen Aussage, dass „wir auf einen Berg gehen“ zu tun haben.

Noch ein Beispiel, eines, das etwas weniger klar ist:

„Schuld“

Es ist deine Schuld!

Das kann hier bedeuten, dass du etwas falsch gemacht hast, in einer gewissen Sache schuldig bist oder es deine Verbindlichkeiten sind, die auf dir lasten. Wenn man hier ein Synonym wählen möchte, muss man schon etwas aufpassen oder man baut den Satz generell anders.

  • Es ist deine Schuld!
  • Es ist dein Fehler!
  • Es ist dein Versagen!
  • Es ist deine Pflicht!

Ich habe hier nicht alle verschiedenen Bedeutungen aufgelistet, aber man sieht bereits sehr deutlich, wie anders sich diese Sätze durch die Synonyme mit anderer Wortbedeutung lesen.

Dann gibt es noch Synonyme, die das Gegenteil dessen aussagen sollen, obwohl der Kontext im Grunde das gleiche bedeuten würde. Klingt irgendwie komisch, wenn ich das zu erklären versuche. Ich gebe euch ein Beispiel, dann verschwindet hoffentlich die Verwirrung.

Das ist keine Bleibe, das ist mein Appartement.

Hier sind Bleibe und Appartement von der Bedeutung her synonym, aber im Kontext bilden sie ein Antonym (also das Gegenteil), weil Bleibe hier abwertend gesehen wird.

Wann wirst du dir statt der Rostlaube ein richtiges Auto kaufen?

Hier gilt das gleiche, wie beim vorigen Beispiel.

Behaltet immer die Bedeutung des Wortes im Auge, das ihr ausgewählt habt, vergesst den schönen Klang und die Vorschläge des Thesaurus, manchmal sind die nämlich echt daneben.

Ich verwende sehr gern Woxikon für meine Synonymsuche, falls ich mal keines im Kopf habe.

Der Duden ist aber auch stets hilfreich, zumindest schadet es nichts, sich die Wortbedeutungen genau anzuschauen.

Noch kurz etwas zu den Antonymen.

Bei den Antonymen gilt eigentlich das gleiche Prinzip.

Wenn man nach einem passenden Antonym sucht, dann sollte man darauf achten, das richtige Wort zu verwenden.

  • Ihm läuft die Nase. (Er hat Schnupfen.)
  • Ihm steht die Nase. (Das ist doch irgendwie etwas eigenartig.)
  • Er hat keinen Schnupfen. Sein Schnupfen ist geheilt.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen wundervollen Tag und viel Spaß beim Entfernen von Wortwiederholungen!

Hier geht es zu den anderen Teilen dieser Serie:

Making of „Der letzte Salamander“ – Die Planung

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay 

Auch das gehört zum Schreibprozess dazu. Wie schreibe ich, wann schreibe ich und natürlich, was schreibe ich? Das sind die kleinen Fragen, die man sich vor Beginn stellen sollte/kann/darf. Es ist ja jedem selbst überlassen, wie er an die Sache herangeht.

Ich bin dieses Mal mit einem festen Schreibplan und dem dazugehörenden Zeitmanagement an die Sache herangegangen.

Zuerst habe ich geschaut, wie viele Wörter ich ca. in einer Stunde in die Tastatur hämmern kann. Die genaue Zahl erspare ich euch jetzt, weil es viele gewesen sind. Nach dieser Zahl habe ich mich gerichtet und einen Durchschnitt errechnet, das war meine tägliche Mindestanzahl an Wörtern. (1500) Das war abends gut machbar und so habe ich es innerhalb von nicht ganz zwei Monaten geschafft, den Roman in der Rohfassung zu beenden.

Natürlich ist das noch nicht alles und ich musste meine Zeit drumherum richtig gut planen, damit ich das auch schaffen kann. Deshalb der Zeitplan. Der beinhaltet auch ein gewisses Maß an Flexibilität, denn die ursprünglich angepeilte Veröffentlichung im Juni 2021 habe ich nicht einhalten können. Es ist auch nicht so tragisch.

So ein Zeitplan ist gut, weil man damit das Lektorat und ggf. Korrektorat gut einplanen kann, schließlich wollen diese Leute auch wissen, wann sie Zeit für das Manuskript haben sollen. Ich habe das mit meiner Lektorin wieder super hinbekommen.

Der Zeitplan hilft auch bei den späteren Dingen, wie dem Marketing bzw. dem Plan der Veröffentlichung und, wie auf dem Bild zu sehen, der Überarbeitung. Auch das will gut geplant sein, um voranzukommen.

Bild von mir

Nachdem das Manuskript so weit fertig ist, geht’s bei Selfpublishern noch einmal richtig an die Arbeit. Das Cover muss her und der Buchsatz gemacht werden. Wer das selbst macht, weiß, dass da noch einiges an Arbeit dazu kommt.

Dafür sollte man auch ausreichend Zeit einplanen. Lieber ein paar Tage mehr einrechnen, damit auch Unvorhergesehenes einen Raum bekommt und man selbst nicht in Stress verfällt.

Zur Veröffentlichung und über das Marketing (ich bin darin überhaupt keine Expertin) werde ich ein anderes Mal genauer berichten.

Zum Schreibplan gehört auch die Frage: Plotte ich oder schreibe ich frei Schnauze?

Ich mache eine Mischung aus beidem, wobei ich nur grob die Rahmengeschichte plotte und die Welt skizzenhaft erstellt habe. Alles andere geschieht, wenn ich schon mitten im Geschehen bin.

Bild von mir

Einen Moment, was ist ein Plot und wie geht plotten?

Der Begriff Plot lässt sich gar nicht so einfach erklären, denn es gibt verschiedene Erklärungsansätze. Auf jeden Fall beschreibt er immer die Handlung.

Es ist die Abfolge der Ereignisse auf einer Art Zeitstrang.

Beispiel anhand eines Krimis, ich will euch ja nicht den Plot meines Romans verraten:

Erst stirbt Leo, dann Karo, Vinzent ist verletzt, dann ermittelt die Polizei gegen Vinzent und am Ende stirbt auch Vinzent.

Leo wird ermordet in seiner Wohnung aufgefunden. Tage später findet man auch seine Freundin Karo tot auf einem abgelegenen Parkplatz. Der Mitbewohner der beiden, Vinzent, liegt schwerverletzt in einem Krankenhaus. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang und ermittelt gegen ihn. Doch dann stirbt auch Vinzent und kann ihnen nichts mehr sagen.

Narratives Schema. Auch das ist linear, aber es lässt bereits mehr Möglichkeiten zu.

Ich nehme wieder das obige Szenario.

Ein Mord geschieht – die Polizei wird eingeschaltet – ein zweiter Mord versetzt alle in Angst und Schrecken – ein versuchter Mord oder der Mörder liegt im Krankenhaus (das soll man noch nicht wissen) – Polizei ermittelt gegen ihn – der Verletzte stirbt.

Das Wichtigste zum Plot in der Übersicht

Als Plot wird grundsätzlich die Handlungsstruktur eines erzählenden Textes bezeichnet.

3 Bedeutungsansätze zur Erklärung:

1. Als Gegenstück zur Story meint Plot die Wiedergabe der Ereignisse einer Erzählung, wobei diese durch Ursachen miteinander verbunden sind.

2. In diesem Fall bezeichnet Plot ein von der Gesamtheit der erzählten Ereignisse abgezogenes Erzählschema. Jedoch sind die Begriffe Erzählschema oder narratives Schema treffender.

3. Plot beschreibt die Form der narrativen Vermittlung und ist mit dem Discours verwandt, also der künstlerischen Gestaltung eines Textes (Erzähltempo, Zeitsprünge etc.)

Das hört sich alles etwas sehr wissenschaftlich an und ich gebe es zu, die Erklärung habe ich von hier: https://wortwuchs.net/plot/

Um es einfacher zu sagen, es gibt so Vieles, das sich Plot nennt, dass man fast schon in einem Plotloch versinken kann. Nein, im Ernst. Manchmal ist es sinnvoll, sich Gedanken zu machen, in welche Richtung die Geschichte laufen soll. Gerade bei Krimis, Thrillern und anderen Genres, bei denen es auf eine gewisse Spannung und Überraschungselemente ankommt.

Frei Schnauze zu schreiben, lohnt sich wirklich nur dann, wenn man sich richtig treiben lassen möchte und schaut, was mit den Figuren geschieht. Doch auch hier gilt: Die Figurenentwicklung gehört zur Geschichte dazu, denn sie generieren die Handlung – und die Handlung ist der Plot.

In diesem Sinne plotten wir alle mehr oder weniger und wir können uns in Zukunft die Frage danach sparen 😉

Ich werfe euch hier noch ein paar Links zu, die ihr vielleicht schon kennt, aber nichts destotrotz interessant sind und das alles etwas genauer erklären, für diejenigen, die sich intensiver damit beschäftigen wollen. Wobei ich ja der Meinung bin, zu viel Theorie tötet die Kreativität. Viel Spaß beim Stöbern.

https://www.rossipotti.de/inhalt/literaturlexikon/sachbegriffe/plot.html

Ihr seht schon, dass ich mich nicht zu sehr mit den verschiedenen Strukturen aufgehalten, sondern rein die Definition des Begriffs angeschaut habe. Methoden der Geschichtenstrukturierung und Planung gibt es so viele, wie es Schriftsteller und Schriftstellerinnen gibt. Richtig oder falsch sehe ich in dieser Hinsicht nicht – alles ist erlaubt, das zum Ziel führt: Die Leserschar zu unterhalten.

Making of „Der letzte Salamander“ Coverrelease

Ihr lieben Leserinnen und Leser, heute spare ich mir viele Worte und präsentiere euch das Cover meines neuen Romans.

Der Grafiker von myMorawa hat großartige Arbeit geleistet.

Um euch noch etwas neugieriger darauf zu machen, habe ich hier noch einen kleinen Clip für euch und im Anschluss noch den Klappentext.

Buchtrailer

Klappentext:

Nach der kriegerischen Annexion des Planeten Uhuru durch die Sybaner werden dem letzten Salamander, Vik Tami Jos’Wennen, ein Mord und die Unterdrückung der Bevölkerung zur Last gelegt. Als er aus dem Gefängnis flieht, macht sich die sybanische Statthalterin Athenysa syn Ildanys mit ihrem Adjutanten Martyns auf, um den Entflohenen zu suchen. Was sie finden, wirft allerdings mehr Fragen über die Uhuru auf, als dass sie Antworten erhalten. Aber auch die eigene Regierung hat das eine oder andere Geheimnis, das besser unentdeckt bliebe.

Ein spannungsgeladener Sci-Fi-Krimi um Gleichberechtigung und Umweltschutz.

Zu kaufen wird es dieses Buch als Taschenbuch um 15,00 Euro ab September 2021 in jedem Onlinebuchshop und bei mir (auf Wunsch auch signiert) geben. Auch als E-Book erscheint es zum Preis von 5,90 Euro, ebenso in jedem Onlinebuchshop.

Vorbestellungen nehme ich gern entgegen. Dazu kannst du das Kontaktformular benutzen.

Making of „Der letzte Salamander“ – Recherche

Man könnte ja meinen, bei einer Science-Fiction-Geschichte, die in einer fiktiven Galaxie mit erdachten Völkern und Arten spielt, braucht man das nicht.

Natürlich musste ich nicht so viel recherchieren, wie zum Beispiel bei meinem historischen Roman „Ludus vitae“, für den ich über ein Jahr lang nur geforscht habe, um eine authentische Handlung generieren zu können.

„Der letzte Salamander“ bringt mir da den einen oder anderen Vorteil. Nichtsdestotrotz war es nötig, einige Dinge nachzuschlagen.

Insbesondere habe ich mich mit Atmosphärengiften beschäftigt, mit Bestandteilen von Reinigungsmitteln, Textilien und noch einigen anderen Dingen. Das meiste davon findet allerdings nur Randerwähnungen im Roman.

Gelesen habe ich natürlich die Ingredienzien auf Waschmittelpackungen, Seifenverpackungen, Spülmitteln, Weichspülern (das musste ich im Laden machen, weil ich keine verwende) und dann das Internet befragt, was denn diese ganzen Zungenbrecher in einer verständlichen Sprache bedeuten.

Zum Beispiel:

  • Cocamindopropyl Betaine: Es wird aus Kokosöl gewonnen; die Inhaltsstoffe im Kokosöl sind jetzt nicht so schlimm für den Menschen, allerdings muss man sich mal vorstellen, dass diese Betaine durch eine Reihe chemischer Prozesse hergestellt werden – Das ist bestimmt nicht gerade gesund für unsere Umwelt.
  • CI 19140 oder auch E102 ist ein Farbstoff in Badezusätzen und Lebensmitteln. Auch er wird chemisch hergestellt. Bedenklich muss einen dabei stimmen, dass diese Zusätze im schlimmsten Fall zu allergischen Reaktionen führen können. Hautausschläge und bei Asthmatikern Anfälle sind nicht selten.
  • Natriumlaurylsulfat oder Natriumdodecylsulfat auf den Verpackungen steht: Sodium Laureth Sulfat: Dabei handelt es sich um Tenside und Emulgatoren, die in Waschmitteln, Seifen, Duschgels, Shampoos und Zahncreme eingesetzt werden. Die Herstellung ist natürlich wieder eine rein chemische Angelegenheit. Natriumlaurylsulfat und der etwas ältere Verwandte mit dem längeren Namen wirken auf die Kleinstlebewesen im Wasser giftig.

Ich liefere keine weiteren Beispiele mehr dazu, weil ich ja niemandem den Spaß am Waschen usw. verderben möchte.

https://www.internetchemie.info/chemie-lexikon/stoffe/c/cocamidopropyl%20betaine.php

https://www.codecheck.info/inhaltsstoff/CI-19140

Ich habe mir auch angeschaut, was in Textilien so alles drinnen ist.

Das ist dann doch noch so einiges, was einen bedenklich stimmen kann. Weichmacher, Chlor, giftige Farbstoffe, das alles tragen wir auf der Haut – und wir waschen uns zum Teil auch damit. Hey, wir waschen uns mit Erdöl, wir ziehen uns Erdöl oder Kohle an. Das ist schon irgendwie – eigenartig? Aber darum geht es nicht. Ich will euch ja erzählen, was ich so alles recherchiert habe. Da ist eine der Seiten, die ich häufiger besucht habe. Wer sich dafür interessiert, kann das auch googeln.

https://www.cvg2000.de/textile_inhaltsstoffe.htm

Bild von mir

Daneben habe ich mich noch mit den Atmosphärengiften beschäftigt. Nicht nur ein Zuviel an CO2 ist für unsere Atmosphäre schädlich, sondern noch viele andere Stoffe, die wir in die Umwelt blasen. Feinstaub gehört auch dazu, denn er verdunkelt die Sonne und dann kommt der allseits bekannte Smog heraus. Aber auch Distickstoffoxid, das sogenannte Lachgas, gehört zu den Treibhausgasen und verweilt sehr lange in der Atmosphäre, ehe es abgebaut wird, nämlich an die 116 Jahre. Das ist schon eine sehr lange Zeit. Dazu kommt noch, dass Lachgas, ebenso wie Methan die Ozonschicht zerstört.

N2O wird in der Landwirtschaft durch Düngemittel freigesetzt, aber auch bei der Salpetersäuren-Produktion, der Herstellung von Nylon und der Verbrennung fossiler Rohstoffe.

https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Lachgas

https://bildungsserver.hamburg.de/atmosphaere-und-treibhauseffekt/2068640/atmosphaere-aufbau-artikel/

Bild von Ralf Vetterle auf Pixabay 

Schon krass, was man herausfindet, wenn man einen Science-Fiction-Krimi schreibt.

Aber ich habe mich auch viel mit den Auswüchsen einer reinen Marktwirtschaft, die sich auf die individuelle Freiheit stützt, beschäftigt. Dabei habe ich mir die USA als Vorbild genommen. Dazu findet man massenweise Informationen im Netz. Meine Fraktion ist dann allerdings ein reines Fantasieprojekt geworden, weil ich es abseits des irdischen Geschehens geschrieben habe. Trotzdem habe ich zur leichteren Verständlichkeit allgemeingebräuchliche Wörter, wie Demokratie, Senat, Präsident verwendet.

Der Gegenpol ist bei meiner Recherche zur Politik das indische Kastenwesen, das ich in mancher Hinsicht rigoroser und in anderer wieder einfacher dargestellt habe. Aber eines haben sie gemeinsam, in welcher Kaste du auch bist, du kommst nicht dort weg. Allerdings habe ich weniger Kasten benannt und sie haben vorrangig weniger mit der sozialen Stellung als mit den Berufen zu tun. Wie die Menschen aber so sind, hat sich das auch etwas geändert und die gesellschaftliche Bedeutung und der soziale Status hat auch die Kasten geprägt. Das beschreibe ich im Roman nicht detailliert, aber ich erwähne es an einer Stelle.

Der Rest ist meiner Fantasie entsprungen.

Ich hoffe, ihr hattet etwas Spaß an diesem Exkurs zur Recherche meines neuen Romans.

Intergalaktisches Zwischenspiel

Weltenbau des aktuellen Projekts

In diesem Beitrag möchte ich euch die Welten meines Science-Fiction-Krimis „Der letzte Salamander“ etwas näher bringen.

Nachdem mir klar war, welche Fraktionen ich in dieser Geschichte haben möchte, habe ich mich an die Planung der Umwelt gemacht – also ganz grob das Universum gestaltet.

Fraktionen

  • Politische Gruppe 1 (Umweltschutzfanatiker)
  • Politische Gruppe 2 (demokratische Vereinigung verschiedener Planeten, starker Individualismus und Kapitalismus)
  • Handelsgilde
  • Gläubige (spielen keine zentrale Rolle in dieser Geschichte

Bei der Entwicklung der Fraktionen habe ich darauf geachtet, dass besonders die politischen Gruppierungen einen krassen Gegensatz darstellen. Die Gläubigen und die Händler stellen in dieser Geschichte eher ein Beiwerk dar, allerdings sind die Finger der Handelsgilde lang.

Planeten

Zu einem ganzen Universum gehören auch Planeten, Monde – ganze Sonnensysteme. Ich habe versucht, das zu zeichnen, aber das war einfach nur zu lustig, was da herausgekommen ist. Wer ein entsprechendes Computerprogramm hat, kann sich beim Galaxienbau daran versuchen. Es ist bestimmt ein gutes Hilfsmittel.

Zur Verdeutlichung, wie ich das gemacht habe:

Bild von mir

Notizen über den Sektor, das Sonnensystem und anschließend ein paar Planeten. Das muss nicht übertrieben viel sein. Ich habe nur die Planeten genommen, wie wichtig sein könnten, ein paar Eckdaten dazu und natürlich sehr viel mehr über die Planeten, die gebraucht werden.

  • Uhuru
  • Dimtros
  • Syban
  • Edenium Prime
  • Ixilum Prime
  • VinaXym

Dazu habe ich zu jedem Planeten die Hauptorte notiert, die wichtigsten Ressourcen und welches Klima vorherrscht.

Als Beispiel nehme ich Uhuru her. Nicht jeden Planeten habe ich so gründlich beschrieben, einfach, weil ich das (noch) nicht brauche.

Zeichnung von mir, aus Weltenbauen Leitfaden für Fantasy und Sci-Fi-Autoren

Sektor: Oronat Ke’Lem

System: Kebanis

Uhuru – 3 Monde (lila Kes, orange Kela, weiß Oka)

Hauptstadt: Creson

Topografie:

1 großer Kontinent, mächtiger Gebirgszug im Süden, viele Gletscher, weiter nördlich mildes Klima mit Urwäldern. Ein großer Ozean zum Großteil mit Eis bedeckt.

Klima:

In den nördlichen Regionen kalte Winter und milde Sommer, sonst arktisch

Bodenschätze und Wirtschaft:

  • extensive Landwirtschaft und Fischerei
  • wenig Tourismus
  • extensive Forstwirtschaft
  • Neribium, Cath und Melenium; unter dem Meeresboden noch Brenngas und Unudin;  es werden kaum Bodenschätze abgebaut.
  • Wichtige Handelsgüter: Edelsteine und Kristalle

Lebensformen:

Menschen und Urwaldbewohner (Uhuru).

Interstellarer Handel:

nur wenige Güter werden importiert, der Planet versucht autark zu bleiben, besitzt aber Kolonien auf Dimtros und VinaXym.

Die Handelsgilde von Edenium Prime, Titum Van, hat ein ständiges Handelsverbot.

Kleinigkeiten:

  • 1 Jahr = 550 Tage; 11 Monate
  • 1 Monat = 50 Tage
  • 1 Woche = 9 Tage
  • abwechselnd hat ein Monat 5 Wochen, dann 6 Wochen.
  • Das Jahr 0 ist das Ankunftsjahr der Menschen auf Uhuru.
  • Aktuell: 1897

Politische Systeme

Natürlich habe ich mir auch dazu Gedanken gemacht. Darauf werde ich aber nicht zu genau einzugehen, weil ich die Geschichte nicht unbedingt verraten möchte.

Ich brauchte für beide Seiten ein machbares System und habe mir deshalb etwas überlegt, mit dem ich mich auskenne.

Wir haben einmal ein rigides Kastenwesen, das scheinbar auf dem Matriarchat beruht. Hierzu habe ich die Kasten notiert und wie das funktionieren kann. Gedankenspiele gehen immer. Was geblieben ist, habe ich mir aufgeschrieben, damit ich nachschlagen kann. Man vergisst ja so viel und es kommt wieder Neues dazu.

Einige wichtige Titel und Würdenträger dürfen in dieser Liste dann auch nicht fehlen.

Der zweite Part ist ein präsidiales, demokratisches System, nach dessen Gesetz alle Bürger die gleichen Rechte und Pflichten haben. Dem Militär und vor allem der Raumfahrt habe ich einen hohen Stellenwert beigemessen. Diese Seite hat sehr viele Kolonien oder aus angeschlossene Planten bzw. ganze Systeme, die von Statthaltern verwaltet werden. Das Regierungsoberhaupt, wird alle paar Jahre gewählt. Hier bin ich weniger ins Detail gegangen, weil jeder Planet eine andere Jahreszählung hat und ich mich mit mir nicht auf eine Standardzeit einigen konnte. Wobei in der Raumfahrt eine Standardzeit vorherrscht, der Bordtag bzw. die Bordnacht.

Nebe dem Präsidenten/der Präsidentin gibt es ein präsidiales Parlament, das aus 500 Mitgliedern besteht und auch Senat genannt wird, und es gibt den planetaren Rat, bestehend aus 100 Mitgliedern von statthalterlich verwalteten Planeten. Daneben gibt es noch einzelne Regierungsverwaltungen auf den Kontinenten bzw. gewissen Unterwasserregionen.

Die Namen der Dinge und was es so an Technik gibt

Ja, auch das muss man bei einer eigenen Welt bedenken. Es soll ja nicht alles, wie auf der Erde heißen, schließlich kommt die in diesem Roman nicht vor.

Einige Beispiele:

  • Bynarpudding: sehr süße und überaus leckere Speise
  • Salzbäume: wachsen auf VinaXym in Nähe des rosa Ozeans; eine autochthone Pflanze, die es nirgends sonst gibt.
  • Funkelalgenbüsche: Meerespflanzen auf Syban, gelten als Delikatesse
  • Wiridol: Medikament, beruhigend, sedierend, mildert Krampfanfälle
  • Vocator: Lautsprecher in Helmsystemen

Und natürlich gibt es noch sehr, sehr viel mehr. Einige meiner Notizen sind nicht in den Roman eingeflossen, andere habe ich mir später noch ausgedacht.

Wer sich wundert, warum hier nichts über Religion steht, dem sei gesagt, dass Religion eine so kleine Nebenrolle spielt, dass sie kaum auffällt. Aber es gibt Religion, die in Form der Sternenweisen von Ixilum Prime auftreten und ihren Glauben predigen.

Das war es so weit zum Weltenbau des Uhuru-Universums. Ich hoffe, ihr hattet Spaß dabei. Erscheinen wird der Roman im September 2021

Wer noch mehr über den Weltenbau erfahren möchte und welche Gedanken ich dazu habe, den empfehle ich mein Buch:

Viel Spaß beim Lesen und beim Erstellen eigener Welten!

Pressearbeit – Pressebericht

Das Buch ist fertig!
Juhu!!!
Es ist im Handel zu haben!
Die Freude ist riesengroß!

Bild von Hands off my tags! Michael Gaida auf Pixabay 

Aber, um die Reichweite zu erhöhen, könnte man ja auch damit in die Zeitung kommen. Wie schön ist es, sich und sein Werk in den Medien zu sehen. Wie stellt man es an, um es bis dorthin zu schaffen? Das ist oft wirklich die große Frage. Ich habe mich das auch gefragt und das Internet durchforstet. Danach bin ich handgreiflich geworden und hab mein Smartphone und auch die Redakteure mit meinen Anrufen malträtiert.

Wie ich das gemacht habe und was ich bei einem Workshop noch dazu gelernt habe – um nicht ganz als lästiges Insekt zu gelten – habe ich in diesem Beitrag zusammengefasst.

Die Schritte bis zum Interview

  • Zeitungen suchen, die zum Buch passen. Regionalmedien gehen immer, weil sie gern über Geschehnisse und Personen aus der Region berichten. Bei einem Reisebericht eignen sich Reisemagazine, bei einem Ratgeber für irgendwelche Krankheiten auch Ärzte- oder Pflegezeitschriften, ein Buch über bestimmte Sportarten schreit doch nach einem Sportmagazin.
  • Impressum durchforsten und sich die richtigen Ansprechpartner heraussuchen.
  • Pressebericht schreiben oder anrufen. Anrufen ist eine Alternative, aber es kann sein, dass man gar nichts erreicht.

Einige dieser Punkte beleuchte ich auch in diesem Artikel, den ich für den Blog von Mymorawa geschrieben habe: Wie komme ich als SelfpublisherIn in die Zeitung

In diesem Blogbeitrag werde ich mich näher mit dem Pressebericht beschäftigen. Das ist dann doch noch eine etwas kniffligere Sache, weil es ein paar Dinge zu beachten gibt, die man wissen sollte, ehe man sich an dieses Wagnis heranmacht. Der/die zuständige Redakteur/in soll die Mail ja nicht in den Spamordner verschieben, sondern lesen.

Vor einiger Zeit habe ich einen Workshop von Mymorawa besucht und einiges darüber erfahren und gelernt, was ich euch nicht vorenthalten möchte.

Die ersten Punkte sind gleich wie oben.

Bei der Auswahl der Medien gibt es noch den Erscheinungstermin zu beachten. Es lohnt sich kaum, ein, zwei Tage vor Redaktionsschluss anzurufen oder eine E-Mail zu schreiben, weil das im Redaktionsstress untergehen würde. Also gilt es, auch darauf zu achten, um nicht unnötig Stress zu verursachen. Wenn die Zeitung mittwochs erscheint, bietet es sich an am Donnerstag oder Freitag die E-Mail zu verschicken oder dort anzurufen.

Man kann auch auf Onlineportale bzw. -ausgabe dieser Zeitungen bauen, denn das gibt es schon bei fast allen auflagenstarken Zeitungen und Zeitschriften.

Fast jede Zeitung hat einen Kulturteil. Es lohnt sich, nach dem zuständigen Redakteur/Redakteurin zu forschen und diese persönlich anzuschreiben.

Nun zum Pressebericht

Bild von Here and now, unfortunately, ends my journey on Pixabay auf Pixabay 

Die Zeitungen sind ausgewählt, E-Mail-Adressen, Namen und Telefonnummern liegen bereit.

Jetzt muss man überlegen, ob man lieber anruft oder schreibt. Da kommt es auf die eigene Persönlichkeit an und ob man schon vorher Kontakt mit den Medienmenschen hatte.

Anschreiben geht aber immer, das kann man auch nach einem Telefonat noch erledigen und darauf Bezug nehmen. Ob Anruf oder Schreiben, auf den Redaktionsschluss ist hier zu achten.

Was man sich unbedingt vorher überlegen muss und ins Anschreiben bzw. das Telefonat gehört:

  • Gibt es Rezensionsexemplare für den Redakteur? Wenn ja, unbedingt zukommen lassen! Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.
  • Ist eine Lesung geplant. Auch das muss erwähnt werden.
  • Gratisbücher für ein mögliches Gewinnspiel anbieten.

Wie schaut so ein Bericht aus? Welchen Inhalt muss er bieten?

Auf jeden Fall muss es eine NEUIGKEIT sein. Ein Buch, das bereits seit einem Jahr auf dem Markt ist, lockt keinen mehr hinter dem Ofen hervor, so hart es klingt und so schade es in manchem Fall ist. Aber, wenn in diesem Zusammenhang etwas geschieht, dann ist es wieder neu – eine Lesung zum Beispiel oder das Buch zu einer anderen Präsentation oder Feierlichkeit passt und man dort dabei ist.

  • Kurz und präzise, nicht länger als eineinhalb Seiten (Ihr seht, ich hab den 500 Seiten starken Roman auf eine praktische Seite gepackt). Warum so kurz? Redakteure/Redakteurinnen haben wenig Zeit. Deshalb lohnt es sich, wenn man sich auf das Wesentliche beschränkt.
  • Zuerst ist die Überschrift/Headline – Hier steht schon, worum es geht, nicht mehr als ein, zwei Sätze und möglichst sachlich, aber interessant halten.
  • Vorspann/Teaser – hier heizt man die Neugier etwas mehr an.
  • Hauptteil – Der Inhalt abseits des Klappentextes, also es darf etwas mehr sein als das und bitte anders, denn den Klappentext zu kopieren, wäre doch etwas arg einfach.
  • Abschließende Informationen zum Erwerb (Preis, wo ist es zu kaufen, ISBN, Verlag) und zum Autor/zur Autorin
  • Kontaktdaten und Informationen zu weiteren Anhängen (die gehören auch ins Anschreiben).

Das hört sich jetzt ganz einfach an, ist es in der Regel auch.

Hier könnt ihr das obige Beispiel ohne Pfeilchen und Markierungen herunterladen, das ich für meinen aktuellen Roman geschrieben habe:

Das Anschreiben

Das finde ich für mich immer noch am furchtbarsten, weil ich eher der Typ bin, der anruft. Aber manchmal geht es nicht anders.

Hat man vorher schon telefoniert und kennt den Namen, dann gleich persönlich ansprechen und unbedingt Bezug auf das Telefonat nehmen, das vielleicht gleich in den Betreff schreiben. Danach nur kurz, worum es geht und was sich in den Anhängen befindet (Bilder – bitte mit Dateinamen, die ersichtlich machen, worum es geht, den Pressebericht, ev. eine Leseprobe von max. 5 Seiten). Ein Autorenportrait und ein Bild des Buchs oder beides kombiniert, in Originalgröße und als Bilddatei. Am besten ist es, man verwendet ein gängiges Format oder erkundigt sich telefonisch bei dem jeweiligen Redakteur.

Ins Anschreiben gehört auch, dass man Rezensionsexemplare hat oder Freiexemplare für ein Gewinnspiel anbieten kann, auch sonstige Goodies darf man hier gern erwähnen. Vielleicht ist der/die Redakteur/in ja eine Leseratte und freut sich dann ganz besonders über die kleine Aufmerksamkeit.

Ganz, ganz wichtig! Sowohl beim Anschreiben als auch beim Pressebericht auf Fehlerfreiheit achten!

Jetzt kommt das Schönste – DER BERICHT ERSCHEINT IN DER ZEITUNG!

Juhu!

Die Freude ist groß! (kopieren, ausschneiden, fotografieren und aufheben – ich mach das immer so, weil ich mich sooo darüber freue)

Und weil die Freude so groß ist, darf man auch nicht vergessen, sich bei dem/der Redakteur/in für den netten Bericht zu bedanken.

Wenn es sich bei dem Pressebericht um die Ankündigung einer Lesung oder Präsentation gehandelt hat, dann darf man auch ein paar Informationen über den Ablauf der Veranstaltung dort lassen. Vielleicht ergibt das ja einen neuen Bericht.

Versuch macht klug und kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.

Und hier habe ich noch ein paar Links für euch, die vielleicht nützlich sind:

Medienliste Deutschland Wikipedia

Medienliste Österreich

Medienliste Österreich Wikipedia

Viel Spaß und viel Erfolg beim Gang zu den Medien!