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Wortbedeutungen, Verwendungen und Synonyme, Teil 4

Heute wird verglichen und in die Superlative gegriffen. Grammatik einfach – hoffentlich, auch wenn das eher wenig mit dem Titel zu tun zu haben scheint. Kennt man die Bedeutung der kleinen Wörter, dann ist es viel einleuchtender und man verwendet sie richtig.

Früher dachte ich immer, das wäre alles so furchtbar kompliziert. Ist es aber nicht, wenn man ein paar einfache Dinge beherzigt.

Heute möchte ich euch einige dieser Dinge näher bringen – unsortiert wahrscheinlich und sehr laienhaft. Ich bin eben weder eine Deutschlehrerin noch habe ich Germanistik studiert.

Es geht um den

KOMPARATIV

Adjektive und Adverbien werden mit dem Komparativ gesteigert. Die Steigerung ist notwendig, um Dinge, Personen und Eigenschaften zu vergleichen. Die Eigenschaften werden nach Größe, Wichtigkeit und Intensität geordnet …

Beispiel:

  • Das Haus ist groß. Der Palast ist größer.
  • Ihr fahre gern mit der Bahn, du fährst lieber mit dem Auto.
  • Wie bildet man nun diesen Komparativ?
  • Es gibt regelmäßige und unregelmäßige Formen.
  • Bei der Regelmäßigen hängt man einfach -er ans Adjektiv oder Adverb.

Beispiel:

  • Der Stein ist klein, aber der Kiesel ist kleiner.
  • Der Bauer ist fleißig, aber die Bäuerin ist fleißiger.
  • Bei einsilbigen Adverbien/Adjektiven ändert sich das Stammvokal
  • a – ä
  • o – ö
  • u – ü
  • Philip ist groß, Matthias ist größer.
  • Elisa ist klug, Friederike ist klüger.

Bei mehrsilbigen Adverbien/Adjektiven hängt man weiter nur das -er ans Ende. Steigerungen nie mit MEHR bilden!

Falsch: Der Film ist mehr interessant als das Buch. (Das liest sich wie eine wortwörtliche Übersetzung aus dem Englischen.)

Richtig: Der Film ist interessanter als das Buch.

Unregelmäßige Formen und ihre Steigerung:

GernLieberAm liebsten
GutBesserAm besten
VielMehrAm meisten
HochHöherAm höchsten
BaldEherAm ehesten
TeuerTeurerAm teuersten
DunkelDunklerAm dunkelsten
NahNäherAm nächsten
GroßGrößerAm größten

Das sind nur ein paar Beispiele, um zu verdeutlichen, wie das aussehen kann. Das Superlativ werde ich im Folgenden noch näher anschauen.

Vergleichswörter „als“ und „wie“

Bei Vergleichen, die ungleich ausfallen (etwas ist größer, kleiner, teurer, billiger, schöner) wird immer „ALS“ verwendet.

Beispiel:

  • Ich habe Bücher lieber als Filme.
  • Der Hofnarr ist klüger als der König. (Lass das den König nicht wissen!)
  • Felicitas ist besorgter als Marvin wegen der Wetterlage.
  • Thomas ist verliebter als seine Angebetete. (Wahrscheinlich will sie ihn nicht verletzen.)
  • Der Dieb ist geschickter als die Polizei erlaubt.
  • Das Raumschiff der XY ist besser bewaffnet als das der YX.

Wenn zwei Dinge oder Handlungen gleich sind, wird „so … wie“ verwendet.

Beispiel:

  • Amelia ist so schön wie eine Blume.
  • Deine Familie ist so groß wie meine.
  • Deine Nase ist so hässlich wie ein Ork.
  • Die neuen Raumschiffe fliegen so schnell wie das Licht.

Komparativformen müssen dekliniert werden, wenn sie vor einem Substantiv stehen.

  • Deine Kirschen sind gut, meine sind besser.
  • Ich habe bessere Kirschen als du.

Der Superlativ gehört auch dazu, schließlich ist es die höchste Steigerungsform. Höher oder am besten, geht nicht.

Man bildet es mit dem Adjektiv und hängt -sten dran.

  • Der Baggersee ist am kleinsten von allen Seen in der Gegend.
  • Der Mount Everest ist am höchsten.

Beachte: immer „am“ vor dem Superlativ und nicht deklinieren!

Ausnahme: Wenn ein Substantiv vor dem Superlativ stehen kann, darf es nicht verwendet werden, dann muss dekliniert werden!

  • Maria ist die klügste Schülerin.
  • Igor kennt die klügste Schülerin. Sie heißt Maria.
  • Igor ist der schnellste Läufer.
  • Maria liebt den schnellsten Läufer. Er heißt Igor. – hier wird das Akkusativ gebeugt.

Niemals die Formen mischen!

Falsch: Igor ist der am schnellsten Läufer.

Das gilt auch bei Vergleichen mit „als“, auch wenn ich das häufig höre.

Falsch: Maria ist klüger als wie Leon.

Bei Superlativen gibt es keine Steigerung mehr.

Falsch sind:

am optimalsten (obwohl das schon Einzug gehalten hat), am bestesten, die einzigsten, am falschesten, am richtigsten, …

Ich hoffe, der kleine Ausflug hat euch Spaß gemacht und ihr findet ihn informativ.

Wortbedeutungen, Verwendungen und Synonyme Teil 1

Bild von Free-Photos auf Pixabay 

In unregelmäßigen Abständen, wie es sich eben ergibt, möchte ich hier einige Wörter vorstellen, die manchmal falsche Verwendung finden oder die gern mit unpassenden Synonymen bedacht werden.

Heute widme ich mich drei Wörtern. Ich erkläre sie und gebe Verwendungsbeispiele und Synonyme, falls sie passend sind. In diesem Fall wird man weniger Umschreibungen brauchen, wie ich finde, weil sie meistens treffend sind – bei richtiger Anwendung.

scheinbar versus anscheinend

Diese beiden netten kleinen Wörter bedeuten nicht das Gleiche, wie man oft fälschlich annimmt – sie drücken sogar das Gegenteil dessen aus, was gemeint ist.

Anscheinend deutet die Vermutung an, dass etwas so ist, wie es scheint, also den Anschein erweckt, dem Anschein nach so ist.

Synonyme: augenscheinlich, offensichtlich, offenbar, wahrscheinlich, wohl.

Scheinbar drückt aus, dass etwas nur dem äußeren Eindruck nach so ist, es sich aber tatsächlich anders verhält.

Synonyme: vermutlich, vermeintlich, vorgeblich, angeblich, nur zum Schein.

Beispiele:

Diese Lektion zieht sich scheinbar in die Länge.

Der Täter ist scheinbar 20 Jahre alt.

Luise trägt anscheinend nichts zur Diskussion bei, ihre Kommentare sind sehr inhaltsleer.

Sie trat in den Flur. Es war dunkel und still. Anscheinend waren schon alle nachhause gegangen.

Anscheinend hat der Mitspieler endlich kapiert, worum es geht. (naja, hier dürfte scheinbar auch passen)

Anscheinend hat Terry gewaltig einen an der Waffel.

Beispiele mit falscher Anwendung:

Sie drückte ihre Nase am Schaufenster platt. Scheinbar war sie an den Spielsachen dahinter sehr interessiert.

Martin hatte scheinbar ein Auge auf Daniela geworfen, ständig lächelte er ihr zu.

Die Klasse war anscheinend am Unterricht interessiert. (Okay, das könnte man auch als Oxymoron gelten lassen, besonders, wenn es sich um einen Haufen desinteressierter Teenager im besten Trotz… ich meine in der Pubertät handelt.)

Der Duden sagt dazu Folgendes:

Mit anscheinend wird die Vermutung zum Ausdruck gebracht, dass etwas so ist, wie es erscheint.

  • Herr Maier ist anscheinend krank.

Dies bedeutet also: Es sieht so aus/hat den Anschein, als ob Herr Maier krank wäre; vermutlich ist er es tatsächlich.

Das Adjektiv scheinbar besagt, dass etwas nur dem Schein nach, nicht aber in Wirklichkeit so ist, wie es sich darstellt. Dieses Wort steht im Gegensatz zu „wirklich“, „wahr“, „tatsächlich“:

  • Die meisten Abstürze passieren in scheinbar harmlosem Gelände.
  • Er ist scheinbar krank.

Scheinbar gibt es einmal als Adjektiv, da lässt es sich steigern (scheinbar, scheinbarer und am scheinbarsten) und beugen. Als Adverb wird es oft mit anscheinend verwechselt. Hier gilt es wirklich auf die gewollte Aussage zu achten. In der Alltagssprache wird das gern vermengt. Gerade in veröffentlichten Texten kann das verwirrend sein.

Das nächste Wort wird von so manchem verpönt und als Füllwort abgetan. Ich halte es für nicht unwesentlich, um etwas deutlicher darzustellen.

eigentlich

Das arme und sehr oft missverstandene Wort … ihm wurde von einigen Leute die Daseinsberechtigung abgesprochen, weil es angeblich so gar nichts aussagt. Allerdings stimmt das nicht, denn eigentlich ist eigentlich in manchen Bereichen hilfreich.

Synonyme bei Verwendung als Adjektiv: tatsächlich, wirklich, faktisch, zugrunde liegend, echt

Synonyme bei Verwendung als Partikel: denn, überhaupt, im Übrigen

Synonyme bei Verwendung als Adverb: faktisch, ja, in Wirklichkeit

Beispiele für die vielfältige Verwendung des Wörtchens:

Es wird verwendet, um auf einen Sachverhalt hinzuweisen, der nicht bekannt od. nicht erkennbar ist.

Eigentlich gehe ich nicht gern in die Offiziersmesse (aber heute mache ich eine Ausnahme).

Eigentlich heißt er Vik Tami Jos‘Wennen, aber jeder nennt ihn den Cyborg.

Sandra ging eigentlich immer zu Woolworth einkaufen. Warum sie es an diesem Tag nicht tat, würde wohl immer ein Geheimnis bleiben.

Man kann es verwenden, wenn man von etwas überzeugt ist und einen Irrtum kaum für möglich hält:

Eigentlich müsste der Bericht jetzt fehlerfrei sein und durch die Zensur kommen.

Eigentlich müsste er jetzt zu Hause sein (normalerweise ist er um diese Zeit da).

„Leon läuft jeden Morgen, eigentlich müsste er jetzt auf seiner Laufstrecke sein“, meinte Doris. Dort fanden sie ihn auch, der Notarzt war schon vor Ort.

Das Wort hat die Bedeutung von genau genommen, strenggenommen.

Eigentlich darf ich es dir noch nicht sagen, aber ich fliege morgen nach New York, um vor der UNO Vollversammlung zu sprechen.

Eigentlich müsste ich heute eine Rede vorbereiten (aber ich gehe doch mit in die Oper)

Es wird eingesetzt, wenn eine Erwartung nicht erfüllt wird od. wurde:

Eigentlich müsste er schon längst hier sein (vielleicht ist etwas dazwischengekommen).

Eigentlich hätte sie auch anrufen können. (= ich bin enttäuscht, dass sie nicht angerufen hat)

Es finden Verwendung, um einen neuen Gedanken in ein Gespräch einzubringen:

Wie geht es eigentlich deinen Kindern?

Wie spät ist es eigentlich?

In der Form von ursprünglich

Eigentlich wollte ich schon um zehn Uhr gehen, und jetzt ist es Mitternacht.

Warum sie noch immer mit Peter flirtete, war ihr ein Rätsel, denn eigentlich war sie in Paul verliebt.

Die Mutter wollte eigentlich die Kinder um 19 Uhr von der Feier abholen, stattdessen fuhr der Vater.

Es wird verwendet, wenn man (nach einiger Überlegung) zu einem bestimmten Ergebnis kommt:

Eigentlich hast du recht.

Man kann damit eine Aussage einschränken.

„Hat jemand was dagegen, wenn das Mädchen mitkommt?“ – „Eigentlich nicht (aber ich finde die Idee nicht besonders gut).“

Eigentlich schon, aber wenn sonst keiner etwas dagegen hat.

Willst du mit der Achterbahn mitfahren? – Eigentlich schon, aber ich habe gerade gegessen.

in Wirklichkeit (obwohl es anders zu sein scheint)

Eigentlich heißt er Friedrich, Fritz ist nur sein Spitzname.

Eigentlich ist sie die Chefin, aber es kümmert im Grunde genommen keinen, solange sie die Gehälter bezahlt.

Nora ist eigentlich in Tim verliebt.

genau genommen

Eigentlich darfst du das Schiff ja nicht fliegen, aber ich mach mal eine Ausnahme.

Eigentlich sind die Behörden auf Syban recht zuvorkommend und arbeiten schnell, nur dieses Mal mahlen die Mühlen etwas langsamer.

Du hast dich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Eigentlich müsste ich dich für diesen Fehler abmahnen.

Im Sinne von, bevor sich etwas anderes ergeben hat

Terry wollte eigentlich nachhause gehen, da traf er Alex und ging mit ihm in die nächste Bar.

Ben suchte eigentlich nach seinen Schlüsseln, dabei fand er ein altes Foto und versank in seinen Erinnerungen.

Es ist relativierend + Konjunktiv II drückt aus, dass man etwas vermutet, sich aber auch irren kann.

Eigentlich müsste der Trupp jetzt zurück sein.

Ich warte schon seit Stunden auf das Ergebnis des Tests, eigentlich müssten die Prüfer mit der Auswertung schon fertig sein.

drückt aus, dass eine Frage aus freundlichem oder höflichem Interesse gestellt wird.

Wie geht es ihm eigentlich jetzt?

Wo wohnst du eigentlich?

Wie ist deine neue Freundin eigentlich so?

Wie war eigentlich dein Urlaub?

drückt in Fragesätzen einen Vorwurf aus.

Was hast du dir eigentlich dabei gedacht?

Was machen Sie eigentlich hier?

Wie stellst du dir eigentlich vor, wie das funktionieren soll?

Was soll das eigentlich?

leitet (oft nach einer Pause im Gespräch) ein neues Thema ein, das einem spontan eingefallen ist.

Wer ist eigentlich die Frau dort drüben? Hast du sie schon einmal gesehen?

Eigentlich wollte ich noch etwas anderes mit dir besprechen.

Eigentlich könnten wir mal wieder …

Sag mal, wie spät ist es eigentlich? –> nur um mal zu betonen, wie lange der Beitrag geworden ist 😉

Ich hoffe, euch hat der Beitrag nicht zu sehr gelangweilt und ihr fandet ihn hilfreich. Grammatik und Rechtschreibung sind eben Themen, über die man sich ab und zu Gedanken machen muss, sobald man in der schreibenden Zunft tätig ist.

Der Kleine Freund, das Komma

  • Komm wir essen Obi Wan. (Mein Lieblingssatz, noch ganz ohne meinen kleinen Freund, dem Komma.)
  • Komm, wir essen, Obi Wan. (Obi Wan sollte sich beeilen, sonst bekommt er nichts mehr zu essen.)
  • Komm, wir essen Obi Wan. (Da hat aber jemand Hunger, wenn er sich an einem Jedi laben möchte.)

So viel zur Einleitung. Wie ihr seht, kann ein falsch gesetztes Komma aus einer geselligen Genussrunde ein makabres Schauspiel machen. Mjam?

Im Folgenden habe ich einige Kommaregeln samt Beispiele aufgelistet. Im Grunde sind sie nicht schwer. Wenn man einen Text laut liest, ergibt sich meist schon an der Hebung, Senkung und der Pause die Position des Kommas – außer natürlich man liest wie ein Erstklässler *hust* und ohne Atem zu holen. Wenn der Sinn im Satz erhalten bleibt, finde ich es nicht fürchterlich, falls es einmal fehlt. Ich halte es da wie der berühmte Prediger aus Nazareth, der zu gewissen Dingen ganz coole Ansichten hatte, nämlich: Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein.

1. Zwischen Aufzählungen steht ein Komma, vorausgesetzt, dass die Aufzählungsteile nicht bereits durch ein „und” oder ein „oder” verbunden sind.

Zwischen zwei Adjektiven steht nur dann ein Komma, wenn sie einander nebengeordnet sind, das heißt den gleichen Rang haben.

Gelegentlich hängt es vom Sinn des Satzes ab, ob Nebenordnung (Gleichrangigkeit) vorliegt oder nicht. Es gibt auch Fälle, in denen zwischen den zwei Konstruktionsweisen nur ein geringer Unterschied besteht.

  • Margot war eine kluge, rechtschaffene Frau. (Hier sind die Adjektive gleichgestellt)
  • Ihr langes blondes Haar klebte durch die Hitze an ihrem Gesicht und Körper. (hier ist das Hauptaugenmerk auf „lang“ gelegt, deshalb kein Komma, könnte man aber trotzdem setzen, weil es unklar bleibt.)
  • Juni, Juli und August sind die besten Monate für den Sommertourismus.
  • Er ist viel, viel schneller als Spiderman.

Ausnahme! Es steht kein Komma, wenn die Aufzählung nicht gleichrangig ist:

  • Die neuesten politischen Entwicklungen besagen nichts Gutes.
  • Das gute österreichische Bier wird auch im Ausland immer beliebter.

2. Vor negativen Konjunktionen (Verbindungswörtern) steht ein Komma. Darunter fallen unter Anderem: aber, sondern, jedoch, allein

  • Terry ist ein charmanter, aber manchmal auch provokanter Typ.
  • Nadine geht nie allein spazieren, sondern in Begleitung eines Kampfhundes.

3. Nach Empfindungswörtern oder Anreden steht ein Komma.

  • Aua, das tut weh!
  • Gefreite Lindstrom, schultern Sie Ihren Kochlöffel und bringen Sie Hauptmann Landmann die geblümte Kochschürze. Wir haben einen Angriff auf die Küche geplant!
  • Herr Schmied, Ihr Erscheinen freut mich sehr.

4. Appositionen (Einschübe) und Erläuterungen, die mit „das heißt”, „nämlich”, „zum Beispiel”, „wie” und „und zwar” eingeleitet werden, werden durch ein Komma eingeschlossen.

  • Jürgen, der Untermieter bei Frau Mayr, ist so was von charmant.
  • Gestern ging das Licht aus, das heißt, wir saßen die ganze Nacht im Dunkeln.

5. Mehrere Hauptsätze, die in einer Satzreihe stehen, werden durch Kommata getrennt.

  • Christopher kam heim, er sah sich kurz um, und Maria begrüßte ihn mit einer Ohrfeige.

6. Das Komma trennt untergeordnete Nebensätze, wie zum Beispiel indirekte Fragesätze, Begründungssätze und Relativsätze, vom Hauptsatz. Man erkennt sie daran, dass sie ein Prädikat enthalten

  • Miriam wusste nicht, was sie antworten sollte. (indirekter Fragesatz)
  • Warum sie hier waren, das ahnten sie nicht.

7. Das Komma steht zwischen Satzteilen, die durch zweiteilige Konjunktionen verbunden sind. Zum Beispiel „bald – bald”, „einerseits – andererseits”, „teils – teils”, „je – desto” oder „ob – ob”

  • Je länger ich dich kenne, desto häufiger gerate ich in Schwierigkeiten.
  • Die Federn des Laufgreifers schillerten teils golden, teils waren sie langweilig braun.

8. Nach hervorgehobenen Satzteilen, die durch ein Pronomen oder Adverb erneut aufgegriffen werden, steht ein Komma.

  • Welche Seite man unterstützen sollte, da bin ich noch zu keiner Lösung gekommen.

9. Sowohl der erweiterte Infinitiv („ins Theater zu gehen” beispielsweise) als auch der einfache Infinitiv („zu gehen” beispielsweise) kann durch ein Komma getrennt werden.

Wird die Infinitivgruppe mit um, ohne, statt, anstatt, außer, als eingeleitet.

  • Die Leute aus der Stadt kamen nur hierher, um sich über das Landleben zu beschweren.
  • Sie suchten den Kung-Fu-Lehrer, um ihn etwas zu fragen.


Die Infinitivgruppe hängt von einem Substantiv ab

  • Sie kamen aufs Land mit dem Wunsch, sich zu erholen.
  • Es war sein Ziel, der Erste zu sein.


Die Infinitivgruppe hängt von einem Korrelat (es) oder einem Verweiswort (dazu, daran, dabei etc.) ab:

  • Er liebte es, sie mit Kleinigkeiten zu überraschen.
  • Sie mochte es, sich morgens zum Kaffee auf die Terrasse zu setzen.

Wenn ein bloßer Infinitiv vorliegt, können die Kommas weggelassen werden, sofern keine Missverständnisse entstehen.

  • Ich versuche (,) morgen pünktlich zu sein.
  • Lange bevor sie ihn getroffen hatte, hatte sie geplant abzureisen. (vor abzureisen muss hier kein Komma stehen).

10. Ein erweitertes Partizip (die letztes Jahr gebaute Brücke, das gelesene Buch) kann durch Komma getrennt werden. Bei Einschüben muss es durch Kommata getrennt werden.

  • Vor Angst bebend [,] stand der Soldat da.
  • Der Kriminalhauptkommissar stand, sich den Bauch vor Übelkeit haltend am Gebüsch und erbrach sein Frühstück.

11. Das Komma trennt ungebeugte Partizipien und nachgestellte Adjektive, sofern diese durch „und” verbunden sind.

  • Die Sonne, hell und klar, ging über den Wäldern Tirols auf.
  • Ihre Augen, strahlend und fremdartig, starrten mich an.

12. Auch zwischen mehrteiligen Datums- und Zeitangaben steht ein Komma.

  • Wien, den 29. Juli 2093

13. Kein Komma gehört in Vergleiche.

  • Er ist so groß wie ein Bär.
  • Sylvie ist größer als Merve.
  • Wenn er stärker ist als Konstantin, kann er am Turnier teilnehmen. (hier kommt das Komma, weil der erste Satzteil ein Nebensatz ist, der mit wenn eingeleitet wird)
  • Die Derraybäume sind kleiner als Mishonbüsche.
  • Miras Weg ist weiter als der von Jonni.

Noch kurz etwas zu Nebensätzen, die mit „dass“ (=untergeordnete Konjunktion) oder „das“ (in diesem Fall kann es durch ein Fragewort ersetzt werden und ist kein Artikel) eingeleitet werden, inklusive die „ss“-Regel dazu.

  • Es ist mir bewusst, dass ich einen Fehler gemacht habe.
  • Hätte ich früher gewusst, dass der Kerl ein Freak ist, hätte ich anders reagiert.
  • Du bist so blöd, dass es wehtut.
  • Sie trägt das geblümte Kleid, das sie gestern im Ausverkauf erstanden hat. (Es steht ihr gar nicht.)
  • Tags zuvor waren sie zu zum Wasserfall gefahren. Dort hatten sie ein Raftingboot bestiegen, das leider ein Loch hatte. Sechs Menschen sind seitdem in der Klamm vermisst, denn der Fluss führte Hochwasser.

„Das“ schreibt man, wenn man es durch „welches“ ersetzen kann. „Dass“ kann man nicht ersetzen.

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Noch ein kurzes Wort zu Online-Rechtschreib-/Grammatiküberprüfungen. Ich habe einige davon getestet und finde nur den von Duden gut. Also, falls ihr ein Problem mit den Kommas habt, dann lasst den Text da durchlaufen.

Wahrscheinlich habe ich den einen oder anderen Punkt vergessen, ihr könnt den gern in den Kommentaren ergänzen, ich freue mich immer, wenn ich etwas dazulernen kann. Außerdem vergesse ich in der Hitze des Schreibgefechts, wenn sich Kopf und Finger nicht über die Schnelligkeit einig werden können, das eine oder andere Komma.

Der Jubel meinerseits wird laut, wenn ihr ein Like da lasst, sofern euch der Beitrag gefallen hat und ihr ihn nützlich findet.

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