Ysardssons Welt

Science-Fiction und Fantasy

hat es leider nicht ins Finale eines Wettbewerbs geschafft. Trotzdem finde ich sie gut und ich präsentiere sie euch auf diesem Weg.

Es ging um Grenzen. Was sind Grenzen, in wie weit lassen wir persönliche Grenzüberschreitungen zu und was macht Covid19 mit diesen? Ich habe mich ein wenig damit beschäftigt und daraus ist folgende Geschichte entstanden.

Photo by Matthias Zomer on Pexels.com

Die Grenze des anderen

„Die erste Grenze überschreitet man bei der Geburt. Haben Sie das gewusst, Schwester?“ Der alte Herr liegt noch im Bett, die Augen wach auf die Pflegerin gerichtet, die eben die Tageskleidung des Mannes zurechtlegt. „Aha“, antwortet sie einsilbig und uninteressiert.

„Heute Nacht konnte ich nicht schlafen, da habe ich darüber nachgedacht“, redet er weiter, ohne die Hektik der Altenbetreuerin zu bemerken. Sie richtet sich ihre Atemschutzmaske und unterdrückt ein genervtes, müdes Seufzen. „Ich bring Sie jetzt ins Bad, Herr Czerny“, meint sie gleichgültig, auf sein Gerede will sie nicht eingehen. „Moment noch“, bittet der Mann, spricht aber gleich weiter: “Schwester, hören Sie doch nur einen Augenblick zu. Ich habe über diese Grenzen nachgedacht, Grenzen, die wir unser ganzes Leben lang überschreiten, manchmal müssen wir es, dann wieder wollen wir es und manchmal …“

„Herr Czerny, ich hab wirklich keine Zeit dafür“, unterbricht sie ihn nun etwas forscher. Ohne weitere Vorwarnung zieht sie ihm die Bettdecke weg und löst anschließend das Bettgitter, um ihn aufsetzen zu können. Sie ist müde, hat keine Lust mehr. Nur noch die Gedanken an den Mittag, wenn sie endlich nachhause kann und dann erst einmal das Homeschooling ihrer beiden Kinder beaufsichtigen muss, halten sie aufrecht. Den elften Tag in Folge ist sie im Dienst, weil ein paar ihrer Kollegen in Quarantäne sind. Langsam hat sie die Nase voll von COVID-19 und dem Geklatsche am Abend, den dummen Aufrufen im Fernsehen und der blöden Atemschutzmaske, die ihr die Luft zum Atmen nimmt. Diese Überlastung macht sie reizbar, was leider schon die Bewohner zu spüren bekommen. Stets ist sie freundlich gewesen und vor allem an den Leuten interessiert. Wie es Herrn Czerny geht, kümmert sie seit drei Tagen nicht mehr, denn sie ist von ihrem Alltag so erschöpft, dass sie im Stehen schlafen könnte. Für die Heimleitung ist es wichtig, dass sie funktioniert, ebenso für ihre Eltern und ihre Kinder.

Wenn er nur nicht so redselig wäre, dann säße er jetzt schon im Bad, überlegt sie, dabei setzt sie ihn auf und dreht ihn zur Seite, damit seine Beine aus dem Bett hängen. Natürlich hat er nicht mitgeholfen, denkt sie gereizt. Er hat es versucht, doch sie war zu schnell für seine gemächlicheren Bewegungen. Beide denken schon lange nicht mehr darüber nach, wie es dem anderen geht, denn sie sind mit ihren eigenen Sorgen belastet, eine von ihnen leidet unter den geänderten Arbeitsanforderungen, der andere unter Einsamkeit und Langeweile. „Herr Czerny, jetzt müssen Sie aber mithelfen, damit Sie sicher in den Rollstuhl kommen.“ Nun ist es an dem alten Herrn, tief zu seufzen. „Ich helfe ja mit, Schwester. Wann kommt eigentlich meine Tochter wieder zu Besuch? Ich hab sie seit einigen Wochen nicht mehr gesehen. Geht das Corona noch immer weiter?“

„Ja und ich weiß nicht, wann sie kommen darf. So, jetzt.“ Sie schiebt seine Hände unsanft von ihrem Gesäß. „Ihre Hände gehören nicht auf meinen Hintern, sondern auf meine Schultern. Herr Czerny, Sie wissen genau, dass ich das nicht leiden kann!“ Er räuspert sich, denn er hat es nicht absichtlich getan. „Tut mir leid, Schwester, das wollte ich wirklich nicht.“

„Wer’s glaubt, Herr Czerny. So auf drei … Drei.“ Sie ächzt und stöhnt, dreht sich mit der Last des alten Herrn zur Seite und dann plumpst er mitsamt voller Nachteinlage auf den Rollstuhl. „Oh Scheiße, ich hab die verdammte Windel vergessen! Herr Czerny, alles retour“, flucht sie ungehalten. Sie könnte sich in den Hintern beißen, weil das alles Zeit kostet, die sie nicht hat, und Herrn Czerny auf den Mond schicken, dem gleich einige andere Bewohner und die gesamte Pflegeleitung folgen können. Mit einem weiteren Ächzen und in vielen Stunden geübten Handgriffen, hievt die Altenpflegerin den alten Herrn zurück ins Bett. Der sagt, sobald sie die Nachtschutzeinlage öffnet: „Schwester, Sie wissen aber schon, dass ich es auch nicht mag, wenn man mich an gewissen Stellen ungefragt anfasst. Schön ist das nicht.“ Seine Stimme ist sehr ruhig und sanft, so dass sie ihn einen Moment völlig verblüfft anschaut. Daran hat sie schon lange nicht mehr gedacht. Die Jahre ihrer Tätigkeit und Corona haben sie einfach alles vergessen lassen. Die ganze Überlastung macht sich nicht nur in ihrem Handeln bemerkbar. Auf sie warten zwei Kinder zuhause, die ständig etwas brauchen und ihr das Gefühl geben, zu wenig zu sein, zu wenig Spielgefährtin, zu wenig Lehrerin und vor allem zu wenig Mutter. Wer dauernd müde ist und zu viel Sorgen hat, den interessieren andere bald gar nicht mehr. Entschieden blinzelt sie die Verlegenheit weg, dafür ist jetzt keine Zeit. Es warten noch andere Heimbewohner auf sie. Mit geübten Handgriffen, und weil jetzt auch Herr Cerny schweigt, öffnet sie die Hose und schon bald liegt er halb nackt im Bett. „Mist, ich hab die Waschschüssel im Bad gelassen“, murmelt sie und eilt davon. „Warten Sie!“, ruft er ihr nach, doch da ist sie bereits weg. Ein kurzes Klopfen an der Tür verkündet das Frühstück. Ohne abzuwarten, ob es gerade passt, stürmt die maskierte Stationshelferin ins Zimmer und stellt das Frühstückstablett auf dem kleinen Tisch ab. Die Peinlichkeit der Situation bemerkt sie nicht einmal. Ruckzuck schließt sich die Tür wieder und dann kommt auch das rote und schwitzende Gesicht der Altenpflegerin zurück in sein Blickfeld. „Das war nicht nett von Ihnen.“ Sein Versuch, sie auf ihr Versäumnis, ihn zu bedecken, aufmerksam zu machen, schlägt fehl. „Ich muss mich beeilen, Herr Czerny, es warten noch mindestens zehn Leute auf mich und heute will ich endlich mal pünktlich nachhause kommen.“ Auch ihr Wunsch, sich zu erklären, läuft ins Leere. „Aber das ist doch wichtig und hat mit dem zu tun, was ich Ihnen vorhin sagen wollte. Grenzen …“

„Herr Czerny, ich bin gleich fertig, dann setze ich Sie heraus und Sie können sich im Bad weiter waschen.“

„Aber die Grenzen, Schwester. Sie übertreten meine Grenzen und ich kann mich nicht wehren.“

„Herr Czerny, so leid es mir tut, aber … Verstehen Sie, es ist einfach zu viel für uns alle. Machen wir bitte weiter.“ Ihre Griffe sind so geübt, dass sie nicht länger darüber nachdenkt. Einmal nach links, dann die frische Einlage unter sein Gesäß geschoben, dann nach rechts und alles zugemacht, anschließend die Hose darüber und dabei jammert Herr Czerny weiter über ihre Grenzüberschreitungen. Sie würde ihm gern mehr Zeit widmen, doch die ist Mangelware, wie Klopapier und Nudeln, ein kostbares Gut für Leute in systemrelevanten Berufen. Dazu quält sie auch das schlechte Gewissen, weil sie ihren eigenen Anforderungen, die sie an diesen Beruf stellt, nicht mehr gerecht werden kann. Am liebsten würde sie sich in eine dunkle Ecke verkriechen und heulen. Weil das nicht geht, muss sie weiter machen, ihr bleibt keine andere Wahl.

„Wenn Sie mir nur einen Moment zuhören würden“, flüstert er, doch seine Worte gehen in ihrer Geschäftigkeit unter, mit der sie das schlechte Gewissen überdecken möchte. „Nochmals aufsetzen, Herr Czerny, dann geht’s ins Bad.“ Die Pflegerin ist so schnell, dass er keine Zeit hat, etwas zu entgegnen, da hat sie ihn bereits gepackt, er sitzt nun quer im Bett und klagt über Schwindel, was sie wiederum ignoriert. Keine Minute später landet er unsanft im Rollstuhl und wird ins Bad geschoben. „Schwester, wirklich, das mit den Grenzen, das ist wichtig. Hören Sie mir bitte zu, nur eine Minute.“ Leises Seufzen antwortet ihm, dann hilft sie ihm aus dem T-Shirt, das er nachts immer trägt, und stellt ihn vor dem tiefer gestellten Waschbecken ab. „Die Zähne hab ich schon geputzt, ich mache nur noch den Kleber drauf.“

„Kein Kleber, Schwester, ich mag den nicht, davon wird mir schlecht.“ Das berücksichtigt sie und legt die Zahnprothese zurück in die Schale. Anschließend lässt sie den Mann allein, um ins Schlafzimmer zu eilen. „Zu viel zu tun, keine Zeit und keine Hilfe in Sicht“, murmelt sie und unterdrückt gerade so einen Fluch. Damit es Herr Czerny leichter hat, öffnet sie die Verpackungen von Butter und Marmelade und schneidet die Semmel auf, denn mit dem Buttermesser, das die Heimbewohner bekommen, ist das nur schwer zu bewerkstelligen. Das merkt sie selbst immer wieder. Rasch rückt sie den Mundnasenschutz zurecht, hebt ihn etwas an und atmet tief durch. Danach kippt sie das Fenster, denn ganz öffnen geht aus verschiedenen Gründen nicht. Während sie das alles macht, stellt sie einen Plan für den Nachmittag auf. Erstens einkaufen, mal etwas Frisches, dann mit den Kindern kochen, gemeinsam essen, Homeschooling. Hoffentlich hat die Lehrerin nicht wieder so scheiß Arbeitsblätter geschickt, bei denen nicht mal ich mich auskenne. Ob ich sie mir besser hier schon ausdrucken soll? Sonst muss ich wieder den Nachbarn fragen, den Ungustl. Ich glaube, nach dem Czerny geh ich schnell ins Büro. In ihre Überlegungen platzt die Stimme ihres Schutzbefohlenen. „Ich bin fertig, Schwester!“ In diesem Moment geht er ihr unendlich auf die Nerven. „Ja, Herr Czerny!“, ruft sie zurück und läuft zu ihm. „Haben Sie über Grenzen nachgedacht?“, fragt er so klug daher, dass sie ihn am liebsten angeschnauzt hätte. „Nein, Herr Czerny, ich habe keine Zeit für so etwas. Wissen Sie ich habe zuhause zwei schulpflichtige Kinder, die müssen …“

„Oh, das tut mir leid. Trotzdem sollten Sie darüber nachdenken und vor allen Dingen eine Pause machen.“

„Das würde ich, wenn ich Zeit dafür hätte. Ihr T-Shirt, Herr Czerny, das Frühstück steht auch schon am Tisch.“ Einer Wahl entmächtigt, schiebt ihn die Pflegerin ein Stück zurück, damit sie ihm in die Kleidung helfen kann. „Können Sie mich heute rasieren?“ Der Blick, den er ihr zuwirft, könnte Eis schmelzen lassen, aber er ist an seine Pflegerin verschwendet. Leise seufzt sie, dieses Mal hörbar und irgendwie tut es ihr auch sofort leid. „Macht nichts, dann morgen. Oder Sie geben mir den elektrischen Rasierer. Legen Sie ihn einfach auf den Tisch, neben das Frühstückstablett. Ich versuche mich selbst daran.“ Nun hat sie ein noch schlechteres Gewissen, nein, nicht eines, sie ist das schlechte Gewissen schlechthin, denn zuhause sitzen die Kinder, hier warten die Bewohner auf ihre Hilfe und auch auf Zuwendung. Am Abend kommt die Farce jedes Mal: Es klatschen die doofen Nachbarn und die Fernsehsprecher, für die sie nur noch Verachtung übrighat. Wie wäre es mit einer gerechten Bezahlung? Wie war das mit den Grenzen? Diese letzte Frage, die sie sich stellt, als sie ihm das T-Shirt über den Kopf zieht, erschreckt sie. Verletzt sie bereits Grenzen, hat er recht damit? Sie weiß es nicht und will es nicht so genau wissen. Im Moment hat sie andere Probleme. Die meisten haben erst angefangen, als das große C zu einer gefährlichen Pandemie geworden ist und ihre kleine, halbwegs heile Welt auf den Kopf gestellt hat. „Die erste Grenze überschreiten wir bei der Geburt, die zweite dann mit drei oder vier Jahren, wenn wir uns von den Eltern das erste Mal abnabeln. Wir wollen mehr Freiheiten und testen sie aus.“ Wieder redet Herr Czerny dahin, als würde sie das alles interessieren. Sie lässt ihn jetzt im Bad stehen und säubert das Waschbecken, dabei hört sie ihm mit halbem Ohr zu. „Ich habe auch Staatsgrenzen überschritten, das erste Mal, war ich noch ein Kleinkind. Meine Mutter hat viel darüber geredet.“

„Ich weiß, steht in Ihrer Patientenakte“, murmelt sie. Zu viele eigene Gedanken quälen sie, als dass sie näher auf die alten Geschichten von Herrn Czerny eingehen könnte oder wollte. „Das muss furchtbar gewesen sein. Unsere Familie hat seit Generationen in dem Dorf gelebt und sogar unter Hitler gab es keine Feindschaften. Hat Mutti immer gesagt, was dran ist, weiß ich natürlich nicht. Vielleicht hat sie später auch alles etwas verklärt und schöngeredet. Egal. Sie musste alles zurücklassen, nur ein paar Habseligkeiten, die in einen Rucksack gepasst haben und mich als Kleinkind, hat sie mitgenommen. Mein Vater ist ja im Krieg gefallen. Erst gingen wir nach Deutschland und dann zu Verwandten nach Österreich. Auch das waren Grenzüberschreitungen von allen Beteiligten. Ich kann niemanden verurteilen, glaube ich. Na ja, ich war noch ein Kleinkind und kann mich nicht mehr an die Zeit erinnern. Auf jeden Fall sind es Grenzen. Wir überschreiten sie täglich. Ich hab die ganze Nacht darüber nachgedacht, wissen Sie.“

„Ja, Herr Czerny. Ich bin hier fertig.“ Mit diesen Worten packt sie den Rollstuhl und fährt ihn zu seinem Frühstück. „Wann können wir wieder alle zusammen essen? Es ist langweilig ohne Frau Beck und Herrn Schmied. Komischerweise fehlt mir auch das Gebrabbel von Frau Liebstein, die alte Schrapnelle.“ Leise kichert er, denn die geht ihm manchmal sehr auf die Nerven. Selbst das würde er in Kauf nehmen, wenn er dafür nicht mehr allein sein müsste. „Ich kann es Ihnen nicht sagen, Herr Czerny. Aber ich denke, die Krise wird bald vorbei sein. Wir halten uns ja alle an die Regeln.“ Ratlos schaut er sie an. „Welche Regeln?“, fragt er.

„Mundnasenschutz, Hände desinfizieren, Abstand und keine Besuche.“ Sie hält kurz inne und schaut ihren Patienten nachdenklich an. „Solange Sie hier drinnen bleiben, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Ich richte noch schnell das Bett, dann muss ich weiter.“ Plötzlich hat sie das Gefühl, mit allem zu spät zu sein, dabei ist sie fast genau in dem eng gesteckten Zeitplan. Rasch bezieht sie sein Bett neu. „Wissen Sie, die Grenzen. Ich habe die meiner Mutter oft überschritten. Sie war eine sehr strenge Frau und später hab ich ständig Neues ausprobiert. Ich war sogar auf dem Matterhorn und auf dem Großglockner. Wussten Sie, dass ich früher einmal, also in meiner Jugend, Bergführer gewesen bin?“

„Ja, Herr Czerny, das steht auch in ihrer Akte.“

„Ich habe sogar irgendwo ein Foto von Manfred Messner, dem Bergsteiger. Sie werden den nicht mehr kennen. Und eines von Luis Trenker hab ich auch, sogar mit Autogramm“, verkündet er stolz. Diese Auszeichnungen der Vergangenheit interessieren heute niemanden mehr. Seine Grenzüberschreitungen zählen in der hektischen Gegenwart nichts. Sie existieren in seiner Erinnerung und auf den paar wenigen vergilbten schwarzweiß Fotos, die damals gemacht worden sind, als es noch keine Selfies gegeben hat. Es scheint ihm alles so ewig lange her. Die gute alte Zeit.

Nun ist das Bett frisch bezogen und die Pflegerin räumt die Schmutzwäsche in den dafür vorgesehenen Behälter, auch die Mülleimer leert sie noch aus.

„Ich möchte nachher noch meine Tochter anrufen, wenn es geht.“

„Natürlich, Herr Czerny, aber erstmal lassen Sie sich das Frühstück schmecken. Ich bin sicher, dass Sie bald wieder mit den anderen im Speisesaal sitzen können. Das wollen wir schließlich alle.“

„Danke, Schwester. Und denken Sie wirklich einmal über Grenzen nach und welche Sie tagtäglich überschreiten oder wo jemand Ihre überschreitet. Sie sind eine resolute junge Frau, die sich zu wehren weiß, aber ich bin sicher, dass Sie gerade in der Situation über ihre Grenzen hinauswachsen, auch wenn es keiner sieht. Sind Sie sehr böse, wenn ich heute Abend nicht klatsche? Um 18 Uhr rufen sie im Fernsehen immer dazu auf. Ich weiß aber nicht, warum ich klatschen soll.“

„Geld wäre mir auch lieber, Herr Czerny. Sobald ich Zeit habe, denke ich darüber nach.“ Kurz und hektisch lacht sie, dann packt sie den Wagen und verlässt das Zimmer. Geräuschvoll schließt sich die Tür hinter ihr. Zurück bleibt Herr Czerny, der an diesem Tag nur noch viermal jemanden zu Gesicht bekommt. Über Grenzen wird er dann nicht mehr reden.

6 Gedanken zu “Diese Kurzgeschichte

  1. Hat dies auf Werners Traumlounge rebloggt und kommentierte:
    Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Mich jedenfalls hat sie tief ergriffen!

    Gefällt 1 Person

    1. ysardsson sagt:

      Vielen Dank für den Kommentar. Sie soll auch ein wenig zum Nachdenken anregen. Zu leicht vergisst man das Alltägliche.

      Gefällt 1 Person

      1. Absolut richtig! Der alte Mann tat mir wirklich sehr leid, aber auch die Pflegerin! Ich bin mir sicher, sie hätte sich gerne mit dem Mann unterhalten – aber die Zeit…

        Gefällt 2 Personen

      2. ysardsson sagt:

        Die Zeit ist da wirklich das große Problem, sie fehlt an allen Ecken und Enden. Sie hätte sich zweifelsohne lieber ein paar Minuten mit ihm unterhalten, anstatt gestresst weiter zu hetzen. Lustig ist das für keinen der beiden. Es mag jetzt blöd klingen, aber es freut mich, dass ich das in dem kurzen Text doch erkennbar rübergebracht habe.

        Gefällt 1 Person

      3. Das hast Du, ganz sicher. Ich habe mit den Beiden wirklich mitgelitten!

        Gefällt 1 Person

      4. ysardsson sagt:

        Es tut immer gut, wenn man es als Autor schafft, die Leser mitzureißen. Ich danke dir für deine Rückmeldung. 🙂

        Gefällt 1 Person

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