Humor in literarischen Texten – und ChatGPT

Solange du keine Satire oder generell eine Komödie schreibst, solltest du ihn sorgsam und eher sparsam einsetzen.

Zuerst muss man genau wissen, was Humor ist und ihn zum Spott und Zynismus abgrenzen.

Humor ist die Fähigkeit, auf Dinge gelassen zu reagieren. Nicht jeder Mensch besitzt die gleiche Art von Humor oder kann über die gleichen Dinge lachen. Dazu haben machen Menschen einen eher schwarzen und trockenen Humor, der für andere wieder beleidigend daherkommt oder nicht als solchen gesehen wird.

Selbstironie ist auch eine gute Sache, über sich selbst lachen können, sich und seine Arbeit nicht zu ernst zu nehmen.

Ich will hier aber gar nicht zu sehr in die Definition verfallen, sonst könnte ich gleich einen Wikipedia Artikel zitieren.

Jemand, der über sich selbst lachen kann, ist uns sympathisch. Es ist eine Fähigkeit, die nicht jeder hat. Kurzer Exkurs ins Gesellschaftsleben des Mittelalters. Wenn ein Fürst etc. nicht fähig war, über Witze, die auf seine Kosten gemacht wurden, zu lachen, dann war er sehr schnell unten durch. Da gab es durchaus rhetorische Gefechte, ähnlich den heutigen Rap-Battles. Wer humorvoll kontern konnte, anstatt sich beleidigt zurückzuziehen, stieg an Ansehen.

Das sind Details, mit denen man in Romanen arbeiten kann. Dabei ist es wichtig, dass man den gesellschaftlichen Stand der Romanfiguren beachtet und auch deren Bildung, um dann auch die richtigen Wörter zu finden.

In einem Roman ließ ich einen vermeintlichen Witzbold, er hielt sich für ungemein witzig, einen Witz erzählen, über den keiner gelacht hat, außer er selbst. Ob das die Leser witzig finden, ist in der Situation weniger wichtig, als die Charakterisierung der Figur, ohne es zu erzählen.

Aber zurück zu witzigen, humorvollen Passagen in Romanen und wie man das machen kann. Seid gewarnt, dass es ab hier sehr subjektiv wird, da ich einen eher trockenen Humor habe und mich auch über einen guten Wortwitz herrlich beömmeln kann.

Trotzdem versuche ich, das in meinen Romanen eher gering zu halten, denn nicht jeder mag das und das kann auf Leser irritierend wirken, wenn es nicht passt.

Leider musste ich in einigen Romanen, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, sehr eigenartige, vermeintlich witzige Szenen lesen, die nicht passten und an sehr ungünstigen Stellen eingebaut waren. Dazu stimmte dann die vorherige Charakterisierung der jeweiligen Personen nicht mehr.

Zu diesen Dingen gehören für mich sogenannte Mutter-Witze (sofern die sprechende Figur nicht vorher schon, als jemand charakterisiert worden ist, die so etwas von sich gibt) und alles, was andere lächerlich macht. Das empfinde ich alles eher als peinlich und hat mit Humor nichts zu tun. Es würde mich nie zum Schmunzeln bringen.

Situationskomik, die für die Figuren alles andere als witzig ist, kann ein Lächeln bei den Lesern auslösen und zur Entspannung einer aufgeheizten Szene beitragen. Das geht bei Sex-Szenen ebenso wie bei spannenden Verfolgungen oder alles, was gerade dabei ist, zu extrem zu werden, es aber noch nicht soll.

Hier gilt es darauf zu achten, dass sich die Komik nahtlos einfügt und sich aus der Situation ergibt. Das ist nicht gerade einfach, zumindest fällt es mir nicht wirklich leicht und ich baue solche Sachen auch nicht oft ein, denn nur selten passiert etwas, das tatsächlich so eine Lage befürwortet.

Man kann aber auch bestimmte Handlungen der Protagonisten, die diese ständig durchführen, herausstellen und damit für ein Lächeln sorgen. Vielleicht wird sich der Prota dessen gerade bewusst und er hört mitten in der Handlung auf, was es lächerlich wirken lässt, ohne die Person selbst ins Lächerliche zu ziehen.

Es gibt bestimmt noch sehr viel mehr dazu zu sagen, aber vorerst möchte ich es dabei belassen, weil ich das für die wichtigsten Punkte halten. Für Komödien und Satire bin ich die falsche Person, das sind Genres, die ich zwar kann, aber nicht wirklich beherrsche.

Zum Abschluss habe ich noch ein Beispiel von ChatGPT in Sachen Humor für euch, viel Spaß damit.

Hallo. Kannst du mir eine humorvolle Szene schreiben? Setting Spätmittelalter. Drei Menschen versuchen zuerst das Pfarrhaus zu erreichen. Vorneweg läuft der Messner, ihm folgt eine Nonne und etwas langsamer kommt noch eine alte Nonne hinterher. Was könnte passieren, damit diese Szene für die Leser lustig wird?

Spätmittelalter im süddeutschen Raum:

Das kleine Dorf erwachte gerade zum Leben, als der Messner eilig über den gepflasterten Weg zum Pfarrhaus lief. Die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen, und die Luft war frisch und kühl. Hinter ihm folgte Schwester Klara, eine junge Nonne mit energischen Schritten. Weit hinten hinkte Schwester Agnes, die alte Nonne, die jeden Schritt wohlüberlegt setzte und dabei leise vor sich hin murmelte.

„Wir müssen uns beeilen, Schwester Klara! Der Pfarrer wartet schon!“ rief der Messner über die Schulter. Schwester Klara nickte und beschleunigte ihren Schritt, aber die alte Schwester Agnes war bereits außer Sichtweite.

Plötzlich blieb der Messner abrupt stehen. Ein Huhn hatte sich mitten auf den Weg gesetzt und weigerte sich, sich zu bewegen. Er versuchte, das Huhn zu verscheuchen, doch das Federvieh sah ihn nur stur an und gackerte laut.

„Was ist los?“ fragte Schwester Klara, die inzwischen aufgeholt hatte.

„Das Huhn will nicht weichen,“ antwortete der Messner frustriert. Schwester Klara trat vor und versuchte es ebenfalls, doch das Huhn blieb stur.

Gerade als sie eine Lösung suchen wollten, kam Schwester Agnes endlich schnaufend und keuchend näher. „Was haltet ihr hier auf?“ fragte sie mit leicht genervtem Tonfall.

„Das Huhn blockiert den Weg,“ erklärte der Messner. Schwester Agnes schnaubte, ging vor und hob ihren Gehstock. „Schaut und lernt,“ sagte sie, bevor sie den Stock leicht auf den Boden klopfte. Das Huhn sah sie an, gackerte und watschelte gemächlich zur Seite.

Der Messner und Schwester Klara standen verblüfft da. „Ihr müsst nur wissen, wie man mit diesen sturköpfigen Geschöpfen umgeht,“ sagte Schwester Agnes mit einem selbstzufriedenen Lächeln und setzte ihren Weg fort. Der Messner und Schwester Klara sahen sich an und brachen in Lachen aus, bevor sie ihr folgten.

„Vielleicht sollten wir Schwester Agnes öfters voranschicken,“ bemerkte der Messner schmunzelnd. Schwester Klara nickte zustimmend. „Wer hätte gedacht, dass ein Gehstock so nützlich sein kann?“

Mit fröhlichem Lachen und leichtfüßigerem Schritt setzten sie ihren Weg zum Pfarrhaus fort, während das Huhn sie neugierig beobachtete, als ob es das letzte Wort behalten hätte.

Okay, versuche es noch einmal und lass das Huhn weg, so benehmen sich Hühner nicht. Bedenke, dass der Messner und die jüngere Nonne zuerst das Pfarrhaus erreichen wollen. Bedenke auch die Zeit und auch, dass es nicht üblich war, dass Nonnen außerhalb des Klosters unterwegs waren.

Spätmittelalter im süddeutschen Raum:

Das Dorf war noch still, als der Messner, Bruder Matthias, hastig durch die schmalen Gassen eilte. Hinter ihm folgte Schwester Klara, die junge Nonne, mit entschlossenen Schritten. Weit hinten kämpfte sich Schwester Agnes, die alte Nonne, mit kleinen, bedächtigen Schritten voran.

„Schneller, Schwester Klara! Der Pfarrer wartet auf uns,“ rief Bruder Matthias, ohne sich umzusehen. Schwester Klara nickte und versuchte, ihr Tempo zu halten. Plötzlich stolperte Bruder Matthias über eine lose Pflasterstein, verlor kurz das Gleichgewicht und prallte gegen eine Hauswand. Ein leises „Autsch“ entfuhr ihm.

Schwester Klara konnte sich ein Kichern nicht verkneifen. „Geht es Euch gut, Bruder Matthias?“ fragte sie mit einem Lächeln.

„Ja, ja, nur ein kleiner Stolperer,“ murmelte er, während er sich den Staub von der Kutte klopfte. „Weiter!“

Kaum hatten sie sich wieder in Bewegung gesetzt, rief Schwester Agnes von hinten: „Wartet auf mich! Diese alten Knochen sind nicht mehr so flink wie eure jungen Beine!“ Sie hob ihren Gehstock und wedelte damit in der Luft, als ob sie versuchen würde, die anderen heranzuwinken.

Bruder Matthias und Schwester Klara hielten an und drehten sich um. „Kommt schon, Schwester Agnes, wir dürfen keine Zeit verlieren,“ rief Matthias. Schwester Klara konnte sich das Grinsen nicht verkneifen, als sie die entschlossene Miene der alten Nonne sah, die mit hoch erhobenem Gehstock auf sie zugehumpelt kam.

„Ihr jungen Leute habt keinen Respekt mehr vor dem Alter,“ schnaufte Schwester Agnes, als sie endlich zu ihnen aufschloss. „Aber keine Sorge, ich komme schon zurecht.“ Sie klopfte Bruder Matthias leicht mit dem Gehstock auf den Rücken, um ihm Mut zu machen. „Und stolpern solltet Ihr auch nicht mehr, Matthias,“ fügte sie mit einem zwinkernden Lächeln hinzu.

Als sie gemeinsam weitergingen, passierte ihnen ein Karren voller Heu, gezogen von einem müden Ochsen. Der Kutscher, ein alter Mann mit einem zahnlosen Lächeln, nickte ihnen freundlich zu. „Guten Morgen!“

„Guten Morgen,“ riefen sie im Chor zurück. Plötzlich rutschte der Karren auf einem unebenen Stein und das Heu fiel auf die Straße. Der Kutscher fluchte leise, während Bruder Matthias ihm zur Hilfe eilte. Schwester Klara und Schwester Agnes beobachteten die Szene mit belustigten Blicken.

„Das ist nicht unser Tag, scheint es,“ bemerkte Schwester Agnes trocken. Schwester Klara kicherte und nickte.

Schließlich erreichten sie das Pfarrhaus, alle leicht außer Atem. Bruder Matthias klopfte an die Tür und wandte sich an die Nonnen. „Vielleicht sollten wir nächstes Mal etwas früher losgehen.“

Schwester Klara und Schwester Agnes lachten leise. „Und vielleicht ohne so viele Abenteuer,“ fügte Schwester Klara hinzu.

Die Tür öffnete sich, und der Pfarrer trat heraus, seine Augenbrauen erhoben. „Was hat Euch so lange aufgehalten?“ fragte er streng.

„Oh, nur ein paar kleine Missgeschicke, Herr Pfarrer,“ antwortete Bruder Matthias mit einem schelmischen Lächeln. „Aber wir sind hier, und das ist, was zählt.“

Der Pfarrer seufzte und schüttelte den Kopf, konnte aber ein kleines Lächeln nicht unterdrücken. „Kommt herein, lasst uns beginnen.“

Versuche es mal, ohne dass die Leute reden und der Messner ist kein Geistlicher. Dazu lass kein Missgeschick passieren, sondern schreibe die Szene so, dass sie für die Leser lustig ist und nicht für die Beteiligten oder dass sich einer der Beteiligten über das Missgeschick eines anderen amüsiert. Vergiss nicht, dass es unüblich war, dass Nonnen außerhalb des Klosters zu sehen waren.

Spätmittelalter im süddeutschen Raum:

Auf einer von Morgensonne erleuchteten Wiese eilte Heinrich, der Messner, schnellen Schrittes zum Pfarrhaus. Hinter ihm folgte Schwester Klara, die junge Nonne, mit zügigen, energischen Schritten, und weit hinten kämpfte sich Schwester Agnes, die alte Nonne, gemächlich voran.

Die ungewöhnliche Prozession erregte die Aufmerksamkeit der Dorfbewohner, die neugierig aus ihren Fenstern blickten. Heinrich, darauf bedacht, das Ziel schnell zu erreichen, bemerkte die Blicke nicht. Schwester Klara, hochrot im Gesicht, versuchte, mit ihm Schritt zu halten und gleichzeitig die Falten ihres Habits zu ordnen. Die ältere Schwester Agnes, unbeirrt und mit einer Würde, die ihres Alters entsprach, bewegte sich langsam aber stetig.

Plötzlich sprang eine Gruppe Kinder aus einer Seitengasse hervor und begann, den seltsamen Zug zu begleiten. Die Kinder imitierten Heinrichs hastige Schritte und Schwester Klaras Bemühungen, mitzuhalten, und formten eine kleine Parade, die die Straße entlang zog. Heinrich, der nichts bemerkt hatte, eilte weiter, doch Schwester Klara konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, als sie die Kinder sah.

Die Dorfbewohner, die das Spektakel beobachteten, begannen zu lachen und zu klatschen. Ein Bäcker trat aus seinem Laden und bot den Kindern frisches Brot an, während ein Schmied seinen Hammer niederlegte und den Kopf schüttelte, ein breites Grinsen auf dem Gesicht.

Schwester Agnes, die inzwischen das Ende der Straße erreicht hatte, blieb stehen und beobachtete das Treiben. Sie lächelte verschmitzt und nickte den Dorfbewohnern zu, die ihr respektvoll zuwinkten.

Schließlich erreichte Heinrich das Pfarrhaus und drehte sich um, um auf die Nonnen zu warten. Als er die fröhliche Prozession hinter sich sah, staunte er nicht schlecht. Schwester Klara kam schnaufend an, immer noch begleitet von den Kindern, die wie eine kleine Eskorte um sie herum hüpften. Schwester Agnes kam zuletzt, gelassen und mit erhobenem Haupt, und schloss sich der Gruppe an.

Die drei sahen sich an, und obwohl kein Wort gewechselt wurde, lag ein stilles Einverständnis in der Luft. Heinrich öffnete die Tür zum Pfarrhaus, und die ungewöhnliche Prozession verschwand im Inneren, während die Dorfbewohner ihnen lachend nachsahen und die Kinder zurück zu ihren Spielen liefen.

Die Szene hatte für die Dorfbewohner einen Hauch von Humor gebracht, ein unerwarteter Moment der Heiterkeit in ihrem sonst so alltäglichen Leben.

Ich lasse das jetzt einfach mal so stehen.

Hier die Szene, die ich für meinen Roman „Der Tote im Chor“ geschrieben habe. Drei Menschen versuchen zuerst das Pfarrhaus zu erreichen …

»Mir reicht’s jetzt! Ich red mit dem Pfarrherrn«, gab er entrüstet und voll rechtschaffenem Zorn von sich. Erentrudis beeilte sich, um vor ihm die Tür zu erreichen und zum Pfarrer zu laufen. Der Weg war nicht weit, aber der Messner war sehr schnell und holte sie an der Tür zum Pfarrhof ein. Nur Adele kam langsam hinterher.

»Schämt euch! Alle beide!«, rief sie ihnen zu. Sämtliche Blicke im Dorf waren auf das Wettrennen der Nonne und des Messners gerichtet. So etwas hatten sie noch nie gesehen und würden sie wahrscheinlich auch nie wieder.

Noch während Erentrudis und Grubhofer recht würdelos darum rangelten, wer die Tür zum Pfarrhaus aufmachte, trat der Altarist heraus und prallte beinahe in sie. Fassungslos schaute er den Messner und die Nonne an, die ihn ebenso bestürzt anstarrten.

Schnaufend schaffte es jetzt auch Adele zum Pfarrhaus und sie scheuchte alle hinein, selbst den Altaristen, der gar keine Wahl hatte, wenn er nicht handgreiflich werden wollte. Es war eine sehr unübliche Situation und die Gaffer draußen alles andere als angenehm oder hilfreich.

»Gott Grüße Euch, Pfarrherr! Bitte, lasst uns alle ein, bevor das Dorf sich entschließt, uns zu folgen«, bat Adele und Erentrudis fügte in Gedanken dazu: Und die Äbtissin alles erfährt!

Diese Aktion hat im Roman auch gravierende Folgen.

Damit wünsche ich euch einen schönen Tag, Abend oder Morgen … Passt auf euch auf und habt ganz viel Spaß beim Schreiben und beim Lesen.

Bis bald.

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